4*%^ ♦V^—", ^*!^?-> ^>T-^^^"i»i^;?r 4'^- "• rf i ; •^ -vi 1« ^j^ ^4?Hps ■' vx^ #^^-%7#^ , '«fc 1» -J. - ><.■•, i-^' 3^ ^Ta^\ , ■■ V.. 'v-n^ tv^- /. 4. MARINE BIOLOGIGAL LABORATORY. Received ... Accession (t^i O ;LI^. ..?.:$. Given by....-/i5U . 4?^\^^^ /V/ Place, \r-cla (griech. acme Spitze, stoma Mund). Familie der Strudelwürmer. Sclilundkopf vorstülpbar. Hierher: Vortex und Acmostomum, zu letzteren die Art: A. dioicum Mecz., bei Helgoland. Acnidaria Haeck. (griech. a-knide ohne Brennnessel), s. Schwämme.* Acodon Meiier, s. Hesperomys. Acoela, s. Convoliitidae. Acoeli. Gattung von Belemniten. S. Beleiiinitidae. Acoelomi Haeck., D i c h t w ü r m e r, P 1 a 1 1 w ü r m e r. Niederste Würmergruppe ohne eigentliche Leibeshöhle (Coeloma). Acoetes Aiid..^ s. Aphroditidae. Acomys Geoffroy = A c a n t h o my s Brut. S t a ch e 1 m äu s e. Gattung der M äu s e. Kleine Mäuse mit grossen breiten Ohren, sehr langen Schnurren, ziemlich weit vor- stehender Nase, mit breiten an der Schnauze beginnenden, bis zum Kreuze grösser, von da ab wieder kleiner werdenden Stacheln , schwach behaartem , geringeltem Schwänze. Arten: 1) Perchal (A. perchal Shaw), 30 cm, Schwanz ebensolang. Schwarz mit Grau gemischt. Wird gegessen. Indien. 2) Kahirische Stachel- maus (A. cahirinus Geoffroy). Von der Grösse unserer Hausmaus. Das Stachel- kleid beginnt erst am Rücken. Graubraun. Aegypten. Kommt auch in die Häuser. Acoii, s. lusekteii. * Acontia Gosse. Eigenthümliehe platte, röhrenförmig zusammenlegbare, sehr contractile, flimmernde, mit zahlreichen Nesselkapseln besetzte Fäden, welche einige Actinien auf äussere Reizung hin durch eigene Oeffnungen oder durch den Mund ausstrecken und wieder zurückziehen. Acontia Tr. Gattung der Eulenfalter. Südeuropa. Acoiitiadae Gray. Den Skinken naheverwandte Echsenfamilie ohne Seiten- furche, ohne oberes Augenlid, mit auffallend grossem Rostralschild. Gattungen: Nessia Gray; Anelytrops A. Dum.; Acontias Ctiii., mit der einzigen Art: Acontias meleagris Cur., am Cap; Typhlosaurus Wiegm., fusslos, Augen unter der Haut. Acontias, ,s. Acontladae. , Acopa, schwanzlose Seescheiden (A seidien). Acotheruluiii Gerv. Fossiles Säugethiergenus der Borsten thiere (Suina). Acquadella. Italienischer Name für den Aehrenfisch : Atherina herpetus. Acraeidae. Familie der Tagfalter. Mit über 70 Arten, von denen mehr als zwei Drittel Afrika angehören. Acraiiia, s. Röhrenherzeu. Acraiiia, Schädellose, die durch Amphioxus vertretene Wirbelthiergruppe im Gegensatz zu den übrigen Wirbelthieren : Craniota, Schädeltragenden. Acrantophis Jan. Gattung der Boaschlangen (Boidae). Entspricht •der Gattung Boa Wagler. Acraiitus Wagler. Gattung der Schienenechsen. Mit A. viridis Wagl. Südamerika. Acraspeda Gegenh. =: Phanerocarpae Eschscholz := Steganophthal- mata Forhes (griech. a-kraspedon ohne Rand), s. Scheibeiiqualleii. Acredula Koch. Gattung der Meisen (Paridae). Schnabel kurz, spitz, gewölbt. Erste Schwinge länger als die oberen Deckfedern , vierte und fünfte Schwinge am längsten. Schwanz länger als der Körper, mit starken Stufen. Füsse schwächlich. Art: A. caudata Kocli = Parus caudatus L., Seh wanzm eise, 14,6 cm lang, Schwanz 8,7 cm. Rücken, Flügel, Schwanz schwarz, Kopf weiss. In fast ganz Europa. Brütet zweimal im Jahre. S. Meisen. Acridiidae, s. Feldheuschrecken. Acridinm Latr. Gattung der 'Feldheuschrecken. Grosse, vorwiegend schöngefärbte Arten. Amerika, Australien, Südeuropa. Hierher die berüchtigte Wanderheuschrecke. S. Feldhensclireckeu. Acridotheres (griech. Heuschreckenjäger) = Gracula L. = Eulabes Cuv., s. Eulabes. Acris Dum. Bibr. Gattung der Polyp edatina (s.d.). Froschlurche mit Kiefer- und Gaumenzähnen, kleinen Haftscheiben, breiten Zehenschwimmhäuten, concentrischem Trommelfell, breiter herzförmiger Zunge, kleinen Gehörtuben, glatter oder kleinkörniger Rückenhaut. Drei Arten bekannt. (A. gryllus, Nordamerika.) Acrobates— Actinosphaerium. \ \ Acrobates Desm. Untergattung von Petaurus (s. d.). Acrocephaliis (griech. Hochkopf) Nimm., s. Sänger. Acroceridae. Zweiflügler-Familie der Orthocera (Br achycer a), ausgezeichnet durch ausserordentlich grosse Schuppen. Gattungen: Henops Meig. (Oncodes Latr.), Acrocera Meig* Acrochordidae, s. Warzenschlaiig-en. Acrochordus, s. Warzenschlaugen. Acroclatlia Agass. (griech. Spitzzweig) = Heterocentrotus Brandt. Gattung der Querigel (Echinometridae). Fast völlig lainde, in der Richtung eines Ambulacrums nur wenig verkürzte Seeigel mit besonders starken, langen, dreikantigen oder flachen Stacheln. Hierher: A. mammillata L. Acrocyst (griech. akros Spitze, kystis Blase), s. Hydroideu. Acrodont heissen dem Kieferrande angewachsene Zähne (wie bei den Schlangen und Eidechsen). S. Reptilien (Zähne), Aerodus. Fossile Gattung der Selachier in der Trias. Acroloxus Beck. Gattung der Limnaeidae. Der Gattung Ancylus ähnliche Schnecken mit länglicher Schale, welche einen ganz kleinen, etwas nach links geneigten Ansatz aus Gewinden zeigt. Art: A. lacustrisL. = Ancylus lacustris Pfeiff. Teichnapfschnecke. In den stehenden Gewässern ganz Europas. Acroiniou, Schulterhöhe, s. Säu^ethiere (Skelet), Aeroiiotus = Bubalis (s. d,), Acroimrida Günfh., s. Stachelschwäiize. Acronurns, s. Stachelschwänze. Acroiiycta aceris Ochs. Ahornpfeilmotte, Aus der Familie der Eulen, S. Eulen. Acroiiyctidae, s. Spinnereulen.* Acrophalli Dies, (griech. akron Spitze, phallos Glied), s, Fadenwürmer. * Acrosaurus Meyer. Fossile Gattung der Echsen, Der Körper sehr schlank; der Schnabel lang. Aus dem Oolith, Acryllium vulturinum =: Numida vulturina, ostafrikanisches Geier- perlhuhn. Aus der ünterfamilie: Perlhühner, Actaeonella Orhigny. Der Gattung Actaeon verwandte fossile Schnecken. Kreideformation, Actaeonidae. Familie der Bedecktkiemer (Tectibranchiata), Schnecken mit eiförmiger Schale, kurzem Gewinde, langer schmaler Mündung, scharfrandiger oder verdickter Aussenlippe, hornigem Deckel; waren besonders zur Jura- und Kreidezeit reich vertreten, Gattungen: 1) Actaeon Montf. = Tornatella Lam. Aussenlippe der Schale scharf, Mündung vorn gerundet; Naht nicht kanalartig vertieft. Schon in der Trias. Art: A. tornatilis Ad., rothbraune Schale mit 2 oder 3 weissen Binden, Mittelmeer und Nordwestküste Europas; 2) Eingicula Desh. Aussenrippe der Schale verdickt und umgeschlagen. Mündung vorne mit Ausguss, Art: R, buccinea Desh. im Mittelmeere; 3) Bullina Fer. Wie Actaeon. Naht kanalartig vertieft, Art: B, truncata Ad. Schale weiss, Mittelmeer und Nordwestküste Europas, Actinal = ambulacral (griech. strahlig) heisst bei den Stachelhäutern die vorzugsweise die ambulacra (Füsschen) tragende Seite. Die entgegengesetzte Seite ist die abactinale = antiambulacr ale. Actinemys Agass. = Clemmys, Wagler. Schildkrötengattung der Cher- semydae, S. Testudinidae. Actiniarla Edw. (griech. aktis Strahl), s. Fleischpolypen.* • Actiiiiida, s. Seeanemonen.* Actinoidea Rom. (griech. aktis Strahl, eidos Gestalt), s. Tafellilien. Actinometra J. Müller. Gattung der Haarsterne (Com atulidae).* Actinoplirydae Dnj. Familie oder Unterordnung der Heliozoa. Körper nackt, ohne Kieselskelet, mit pulsirender Vacuole, Centralbläschen oder kernreicher Masse in der Mitte. Gattungen: Actinophrys Ehrenb., Actinosphaerium St.* Actinoplirys Ehr. Samenthierchen, s, Actinoplirydae. Actinosphaerium, s. Actinophrydae. 12 Actinotrocha — Adelopliis. Actinotrocha, Jugeudform der röbrenbewohnenden Phoronis (Gattung der Sternwürmer). Mit äusserst contractilem Kopfscliirm , unter dem sich ein Kranz bewimperter Tentakeln wie ein Kragen erbebt. Actiuosom, s. Koralleiipolyp. * Actiuo/oa Huxl. (griecli. aktis Strahl, zoon Tliier), Strahlthiere , s. Korallen - polypeu.* Actiuula, s. Hydroideu. Actitis, s. Uferläufer. Actiturus loiigicaudus , Hocblandswasserläufer, Prairietäubchen, Graswasserläufer, Hochlandspfeifer. Aus der Familie der Schnepfen. Nordamerikanische Tundra. Actochelidon = Sterna cantiaca, Brandseeschwalbe, Haffpicker. Aus der Familie der Möven. Actodromas Kanp. (griech. akte Gestade, dromas laufend). Den Strand- läufern ähnlich, mit nur kopflangem Schnabel und doppelt ausgeschnittenem Schwanz. Art: A. minuta Kaup ■=■ Tringa minuta Leisl., Zwergstrand- läufer. 14 cm lang, Schwanz 4 cm. Oben im Sommer schwarz, rostroth gezeichnet, im Winter aschgrau, u.nten weiss. Im Sommer im hohen Norden. Actuelle Anpassung', s. Anpassung-, Acuarii. BelemnJten mit kegelförmiger Scheide ohne Seitenfurchen. Siehe Belemnitidae. Aculeata, s. Stachelschweine. Acnleata Latv. (aculeus Stachel), s. Stachelimmen. * Aculeus (Legestachel), s. Insekten.* Acus, s. Terebra. Acusticus-auditorius (nervus), Hörnerv, s. Sinnesorgane. Acyttaria IJaeck. = Rhi/.opoda. Adaciia (griech. ohne Schlosszähne) Eicliw. Gattung der Herzmuscheln (Cardidae). Ohne Zähne, die dünne Schale klafft vorne und hinten, lange Athemröhren. Verwandt: Monodacna Eichw., mit je einem, Didacna StoL, mit je zAvei Schlosszähnen, ohne Seitenzähne. Die grösste Art: A. laeviuscula Eichiv. 45 cm lang, weiss, mit flachen Radialrippen. Adambulacrale. s. Schlangensterne.* Adambulacral- (Saam-)platten, s. Seesterne.* Adambulacral- (Samn-)plättcheii, s. Haarsterne. * Adapis Cur. Fossile Säugethiergattung aus der Familie der Anoplotherien. Adaptio = Anpassung. Adäquat, Adäquatheit, zusammengehörig, Zusammengehörigkeit. Addax Ogilhi/. Antilopengattung. Ziemlich plump. Hörner lang, leicht leierförmig gebogen, rund, geringelt. Nasenkuppe behaart. Schwanz mit Endquaste, ziemlich lang. Hierher: A. nasomaculatus Grö//, Wanderantilope, 1,9 m. lang, 1 m hoch. Gelblichweiss, Kopf, Hals, Mähne braun, vor den Augen weisse, Quer- binde. Ostafrika, herdenweis oder in kleinen Familien. Diese Antilope findet sich auf ägyptischen Denkmälern wiederholt abgebildet; mit den Hörnern werden die altägyptischen Götter geschmückt. Adder, s. Pelias. Addactor, s. Rankenfüsser. * Adductor analis, s. Muschelthiere. Adductor buccalis (Schiebmuskel, vorderer), s. Muschelthiere.* Adductoren, die dasZusammenschliessen der Gliedmassen besorgenden Muskeln. Adebar, Adebär, der Hausstorch als .Kinderb ringer. Adeciduata, Indeciduata. Un'terabtheilung der Placentalsäugethiere, um- fassend die Zahnarmen, Walfische, ünpaarzeher und Paarzeher. Adela viridella, grüner Langfühler. Aus der Familie der Motten. Adelfelchen, s. Felchen. Adelfisch — Bodenrenke. Adelocodonisch (griech. adelos nicht deutlich, kodon Glocke), s. Hydroiden.* Adelomorph, s. delouiorph. Adelophis Dujes. Gleichzähne r. Gattung der Wassernattern. Kopf wenig abgesetzt; Rüsselschild nicht vorgestreckt; Zügelschild fehlt. Art: A. Copei Dujes. Mexico. Adelphicus— Adlerschnabel. 1;3 Adelphicus Jan. Schlangengattung der Zwergschlangen (Calamaridae). Adenoides Gewebe = cytogenes ^ lymph adenoides. Durch ein complicirtes Geflechtwerk gebildete netzförmige Bindesubstanz. Adenomera Fitziuger. Gattung der Adenomerina (s.d.). Spitzschnauzige, ganz zahnlose Froschlurche, mit ziemlich kleinem, undeutlich abgesetztem Kopfe, schmaler, länglicher, ganzrandiger Zunge, sichtbarem Trommelfell, grosser flacher Lendendrüse, zarten , dreieckigen Querfortsätzen des Sacralwirbels. Eine Art aus Brasilien bekannt. Adenoiuerma. Unterfamilie der Kröten (s. d.). Ohne Ohrdrüsen, mit nicht verbreiterten Querfortsätzen des Sacralwirbels, freien Zehen. Gattungen: Adenomera. Eupemphix. Adeiiomiiia. ünterfamilie der Hylaplesida (s. d.). Froschlurche mit Ohrdrüsen, nicht verbreiterten Querfortsätzen des Sacralwirbels, kurzen Zehen, Schwimmhäuten. Gattung: Adenomys. Adeiiomys Cope. ■ Gattung der Adenomina (s. d.). Laubfroschähnliche zahnlose Froschlurche mit breitem, kurzem Kopf, langen, schmalen Ohrdrüsen über der Schulter, länglichovaler, hinten ganz freier Zunge, massigen Haftscheiben und schwachen Schwimmhäuten, undeutlichem Trommelfell, Männchen mit Kehlsack. Eine Art von Ceylon bekannt. Adenota Gray, s. Cervicapra. Adephagi. Fleischfresser, frühere Käfergruppe, die Sand-j Lauf- u. Schwim m- käfer umfassend. Ader. Bezeichnung für die Röhren des Thierleibes , durch welche die Er- nährungsflüssigkeit strömt, und für die festen Leisten der Insektenflügel. Aderflügler, s. Hautflügler.* Aderfrosch, Hylavenulosa Band., Brasilien, Guiana. Etwas grösser als unser Laubfrosch. Der Leib mit braunen, rothen und gelben Linien gezeichnet. Lässt einen sehr lauten Euf hören. Aderhaiit (Chorioidea). Aus einer äusseren Faserhaut und einer inneren einfachen Schichte pigmentirter Zellen bestehend. Mit dem Ciliarmuskel, den Ciliarfortsätzen und der L-is bildet sie die Gefässhaut (uvea) des Auges. S. Wirbel- tliiere (Auge). Adimonia Laich., s. Blattkäfer. Adiscota, s. Zweiflügler. Adjak, Adjag, canis rutilans, Wildhund Javas. Adjel = Adenota leucotis, Antilope aus der Grujipe der Wasserböcke. Adler, Aquilinae. ünterabtheilung der Familie der Falken. Grosse Raub- vögel mit ganz nackter Wachshaut, zahnlosem Oberkiefer, gi-ossem Auge mit weit vortretendem Brauenbein, Die edelsten Vögel, in strenger Monogamie lebend, mit prächtigem Fluge, schöner Haltung beim Sitzen. Hire grossen Horste errichten sie auf unzugänglichen Felsen und hohen Bäumen. Derselbe wird mit 1 bis 2, selten 3 Eiern belegt; diese brütet das Weibchen allein aus. Nähren sich von selbst- erjagten Thieren, seltener von Aas. Hierher die Gattungen: Aquila Moehr, Spitzaetus Vieill., Morphuus Ouv., Thrasaltus (j-raij, Oircaetus Vieill., Pandion Sav.^ Haliaetus Sav., Helotarsus Smith. Adlerbiissard oder Raubbussard, Buteo ferox. Adlereclise = Aetosaurus. Adlerflsche, s. Sciaena. Adlerroclien , Myliobatidae Müller und Henle. Familie der Knorpel- fische. Die Brustflossen breit, flügelartig; der Kopf trägt vorne eine Schnauzen- flosse; die grossen breiten Zähne plattenförmig ; der sehr lange peitschenförmige Schwanz trägt eine Rückenflosse und hinter derselben einen zahnigen Stachel. Gattungen: 1) Dicerobatis Blnivv., mit hornartiger, nach vorwärts gerichteter Kopfflosse jederseits. Art: D. Giornae Günth., Teufelroche. 3 bis 4ra lang, 600kg schwer. Mittelmeer. Selten. 2) Myliobatis (griech. mylias Mühlstein, batis Rochen). Kopfflosse als unpaarer Stirnfortsatz. Art: M. aquila, 1 bis l,-") m lang. Mittelmeer, atlant. Ocean. austral. Meere. Adlerschiial)el, Kolibriart, s. Entoxeres. 14 Admiral — Aenaicles. Adiiiiral. Benennung mehi-erer prächtiger Arten der Gattung Conus (s. d.). Die seltensten und tlieuersten Arten sind: Conus cedo nulli, mit 300 Mark be- zahlt; C. gloria maris, C. rhododendron. Admiral. Vanessa atalanta F. Einer unser hübschesten Tagfalter. Die Raupe auf der Brennnessel. Adonis, Lycaena Adonis, der schöne Argus, ein Tagfalter aus der Gruppe der Bläuliuge. Adonis i)avoiiiiiiis = Blenniusoccellaris, Seeschmetterling. Aus der Gruppe der Schleimfische im engeren Sinne. Mittelmeer. Adophoiieus = Sylvia nisoria, Sperbergrasmücke oder Spanier. Adoption. Annahme fremder Jungen Seitens eines Weibchens. Hündinnen, Katzenmütter ziehen fremde Jungen, selbst anderer Art, auf. Bei den Brandenten artet diese Fürliebe in systematischen Jungenraub aus. Adoral, mundständig; adoraler Wimperkranz, -Spirale, -zone u. s. w. ; bei den Infusorien ein Saum grösserer Haare in der Nähe des Mundes, welche beim Schwimmen Strudelung hervorbringt und die Nahrungstoffe der Mundöffnung zu- führt, s. Ciliata Ehrenh. Adventvogel = der Eistaucher, Colymbus glacialis. Aedaras = Sclilitzrüssler. Aedon Boie (griech. Sängerin), Heckensänger. Gattung der Sänger (Syviidae). Drosselähnliche Sänger mit ziemlich starkem Schnabel mit hoher gebogener Firste, langem, breitem, abgerundetem Schwanz. Art: A. gal act ödes, Baumnachtigall, 18cm lang, Schwanz 7cm. In Spanien und Nordwestafrika; in Deutschland sehr selten. Aeffer = Halbaffen, Prosiraiae. Aega, s. Aeg-ideii. Aegagroi}ilae. Im Magen verschiedener Wiederkäuer sich findende Kugel- ballen zusammengefilzter Haare (Gemskugeln), Bezoar. Aegastspecht = Mittelspecht, Picus medius. Aegialites, s. Uferpfeifer. Aegialophihis cantianus = Charadrius cantianus, Seeregenpfeifer. Aus der Familie der Regenpfeifer. Aegiden Dana. Unterabtheilung der Fischassel-Krebse (Cymothoaden)., Ohne Klammerbeine, schwimmen frei im Meere. Gattungen: Aega, Cirolana, Conilera, Rocinella, Euridice, Acherusia, Corallana, Alitropus. Aegina, s. Aeginidae. Aegineta, s. Aegiuidae. Aeginidae. Familie der Tr achymedusae. Schirm flach, scheibenförmig, knorpelhart; Magenraum mit taschenförmigen Aussackungen; Ringgefäss meist fehlend. Gattungen: Aegina EscJisch., Aegineta Geg., Cuniopsis C/s. u. s. w.* Aegiotluis = Linaria borealis, Graulein fink. Aegirus Lar. Gattung der Dorididae (Familie der Nacktkiemer: Nudibranchiata = Gymmobranchiata). Aegithahis, s. Beutelineise. Aegoceratiden, s. Ammoiiitidae. Aegoceros, s. Hippotragus. Aegolius ^ Otus brachyotus, Sumpfeule. Aegotlieles novae Hollandiae, Schleierschwalm. Aegypins cinereus =: V u 1 1 u r monachus, Kutten- oder Mönchsgeier. Aegypius tinnunculus = Falco tinnunculus, Thurmfalke. Aegyptisches Pferd, s. Pferd. Aehreuflsch, s. Atheriuidae. Aelclien (Essigälchen, Kleister älchen u. s. w.) , s. Anguillula und Leptodera. Aelia acuminata, der Spitzling. Aus der Familie der Schildwanzen(s. d.). Aello Leacli. Fledermausgattung der Mormopes. Aelurophis Bonaj)., s. Tachymenis. Aenaides Baird. Gattung der Lechriodouta (s. d.). Ziemlich schlanke Molche mit sehr grosser, elliptischer, nur in einem schmalen bis an den Hinter- rand reichenden Streifen angewachsener Zunge, glatter Haut, nicht sehr deutlichen Aenderlinge— Affen. 15 Ohrdrüsen , vertikalen Hautfalten, vievzebigen Vorder-, fünfzehigen Hinterfüssen, massig dickem, drehrundem, kegelförmig zugespitztem Schwänze. Die Gaiimenzähne stehen in zwei sehr kurzen, nach hinten stumpfwinklig convergirenden, in der Mitte des Gaumenbeines vereinigten, schrägen Reihen. Eine Art bekannt. Aeoderliuge, s. Astasiidae.* Aeneasratte, s. Didelphys. Aeolidae. Familie der Phanerobranchia. Rücken mit Anhängen welche die Lebercanäle aufnehmen. Gattungen: Aeolis Cur., Facellina A.Hanck, Tergipes Cur.^ Dentronotus A. Havck* Aeolodon H. v. M. Gattung der Gavialidae. Krokodile mit vorne und hinten concaven Wirbeln. Aepidea, s. Gouyoroma. Aepyceros Sand., s. Antilope. Aepyoriiis (griech. aipys hoch, ornis Vogel) maximus Geoffr. Ausgestorbener Riesenvogel. Lebte auf Madagaskar und den Mascarenen. Im Jtihre 1850 fand man seine grossen Eier, welche 150 Hühnereiern an Grösse gleichkommen und die Strausseier 6 Mal an Grösse übertreffen. Dürfte der Vogel Ruck der orientalischen Märchen sein. Aepysurus Lacep. Gattung der Meerschlangen. Art: A. laevis, im chinesischen und indischen Meer. Aeqiiipalpi. ünterfamilie der Frühlings fliegen (s. d.). Aecxuoridae. Familie der Campanulariae. Medusen mit zahlreichen Radiargefässen und Randtentakeln. Gattungen: Aequorea Forsk. u. s. w.* Aerolia variegata = Tringa subarquata, Sichlerstrandläufer, Zwergbrachvogel, aus der Familie der Schnepfenvögel (Strandläufer). Aeropiioa, s. Luftathuier. Aerospiraiitia (lat. Luftathmer) = Onisciden. Aeschling-, s. Aesclie. Aesche, s. Thyniallns. Aesclma Fab. Gattung der Wasserjungfern. Hierher die grössten, schönsten und bestfliegenden Libellen. S. Wasserjungfern. Aesiet = Nilpferd. Aeskulax)sclilange, Callopeltis Aesculapii L., =: Zamenis Aesculapii Wagl. Hübsche Nattern art. Bis 190cm lang. Oben braungelb, stellenweise weiss gesprenkelt , unten schwefelgelb. In mehrfachen Spielarten , von denen C. flavescens Gmelin, vorherrschend gelblich, fast ohne jede weisse Strichflecken, C. leprosus Dawc/., grau, reichlich weiss gefleckt, Callopeltis romanus Suckow, mit drei gelben Längsstreifen am Oberkörper. Sie liebt lichte , trockene Gebirgs- wälder, nährt sich vorwiegend von Mäusen, aber auch von Eidechsen , klettert gut und findet sich in ganz Südeuropa, von wo sie nach Deutschland bis zum Harz, in den Karpathenländern bis zu den Sudeten vordringt. Bei Wien ist sie sehr häufig, auch in Schlangenbad, Ems nicht selten. Aeste, ranii, s. Vögel (Gefieder). Aestrelata = Thalassidroma Bulwerii, Tauben-Sturmschwalbe , aus der Familie der Sturmvögel. Aetheria (Etheria) Lainarck. Süsswassermuscheln im Nil und Senegal. Austern ähnliche Muscheln mit ungleichen, oft verborgenen Schalen, mit zwei grossen Muskeleindrücken, bleigrauer Perlmutterschichte. Leben an Steinen angeheftet. Aethopyga, s. Honigsauger. Aethyopische Rasse, s. Mensch. Aethyoplsche Subregiou, s. Thiergeographie. Aetriorchis = Ibictes australis, Geierbussard. Aeugler, Satyridae. Artenreiche Gattung der Tagfalter, mit deutlichen Augenflecken auf der Flügelunterseite, meist alpin. Afäe = Echis carinata Merr., Eva. Aeussere Backeutasche, y. Säiigethiere (Verdauungsorgane). Aeiissere Befruchtung, s. Fortpflanzung. Aeussere Geschlechtsorgane, s. Fortpflanzung. Aifen (Primates, Pitheci, Qu ad r um an a). Höchststehende Säugethier- ordnung. Das Gebiss ist vollständig. Oben und unten vier meisselförmige Schneide- zähne in geschlossener Reihe. Die Eckzähne treten stark vor. Die Augenhöhlen 1 Q AflFenpintscher — Afterskorpione. des Schädels sind vollständig geschlossen. Zwei brustständige Zitzen. Die Vorder- beine sind länger als die Hinterbeine; die Speiche lässt sich um die Elle drehen, so dass die Hand gewendet werden kann. Immer endet die Extremität mit einem gut entwickelten Greiffuss, der weder seiner Muskulatur noch seinem Knochenbau nach als Hand bezeichnet werden kann. Der Bau der Hintergliedmassen befähigt die Affen zu energischen Sprung- und Kletterleistungen, aber nur zu unvollkommenem Gehen und Laufen. Die Affen sind gesellige Thiere, deren oft sehr zahlreiche Ge- sellschaften meist unter Leitung des grössten und stärksten Männchens stehen. Sprichwörtlich geworden ist die grosse Liebe der Alten zu den Jungen. Die circa 500 Arten gehören vorwiegend den Waldungen der heissen Klimate an. Man trennt die Affen in: Krallenaffen (Arctopitheci) , Plattnasen (Platyrhini) und Schmalnasen (Catarrhini). Affeiipilitscher, Hunderasse, dem Rattenfänger (rauhen Pintsch) ähnlich, aber kleiner. Beliebter , verweichlichter Damenhund. Wol durch eine Kreuzung des Seidenspitzes und des Bologneserhundes entstanden. S. Haushund. Afrikanische Faniia, s. Fauna. Afrikanischer Wildesel = Equus aethiopus, Steppenesel. After (x\nus). Ausgangsöffnung des Verdauungscanais, findet sich aber nicht bei allen Thieren. S. Ernährung;sorgane (und bei den verschiedenen Thierklassen.) Afterasseln, s. Anisopoda. Afterbienen = Andrenidae. Afterhöeke - Sohuialböcke, Lepturini. Aftercirrhen, s. Borstenwürmer.* Afterdrüsen, s. Insekten.* Afterflosse, pinna analis. S. Fische. Aftertlüg-el, alula. S. Vög'el (Gefieder). Afterfrühlingsfliegen (Perlida e oder Perlariae, Plecoptera Burm. und Semblodea Burm., Plicipennia, Faltflügler, Longicornia, Langhörner.) Familie der Amphibiotica: Körper flach und langgestreckt, mit Nebenaugen und borstenförmigen Fühlern; Flügel ungleich mit grossen Hinterflügeln; Hinterleib zehngliedrig mit langen gegliederten Fäden. Männchen oft flügellos, Weibchen mit bauchständigem Eiersack. Diese gelangen ins Wasser, wo die Larven unter Steinen leben; sie besitzen Kiementracheen an der Brust. Gattungen: Pecla Geoff'r., Ufer- bolde, Nemura Ltr., Dictyopterys Pict., Leuctra Steph., Chloroperla Ni'ivm., Isopteryx Pict., Taeniopteryx Pict., Literatur: Pictet., Historie natu- relle des Insectes Neuropteres. Geneve 1841.* Afterfilsse (pedes spurii), s. Schalenkrehse.* Aftergallwespen ^ Einmiether. Afterjungfern, s. Ameisenlöwen.* Afterkiemer (Pygobranchiata Gr., Anthobranchiata Ad.). Familie der Rücken kiemer: Kiemen verästelt, kreisförmig um den rückenständigen After gestellt. Körper mit Kalknadelgruppen: Triopina, Doridina, Onchydoridina.* Afterklaueu fPseudonychia). s. Insekten. Afterkralle, s. Spinnen.* Afterkrebse, s. Hippiden. Aftermiethe nennt man das Wohnungsnehmen eines Thieres in einem anderen, ohne jedoch in demselben zu schmarotzen. Afterplatten, Analplatten, s. Schildkröten. Afterporen, pori praeanales, s. Reptilien. Afterraupen, s. Hantflügler. * Afterrüsselkäfer — Attelahus curculionides. Afterschaft, hyporhachis, s. Vögel (Gefieder). Afterschild, Analschild, s. Eidechsen und Schlangen. Aftersipho, s. Muschelthiere und Seeschnecken.* Afterskorpione (Pseudoscorpionidea Latr., Milbenskorpione). Ordnung der Spinnenthiere. Der Körper ist klein, oval oder länglich und ähnelt im Allgemeinen jenem der ächten Skorpione ; der Hinterleib ist sitzend . elfgliedrig, flach und gleich breit, und entbehrt sowohl der Kammanhänge, als auch des Post- abdomens, Schwanzstachels und der Giftdrüse. Die Kieferfühler sind klein, häutig und dienen zum Sauden; die Kiefertaster enden mit Scheeren. Sie besitzen zwei Afterspinnen — Agami. 1 7 oder vier einfache Augen, einen vor dem Enddarm geschlungenen Darm, mit Leber- lappen und Tracheen, deren Stigmen zu zwei Paaren an den beiden ersten Hinter- leibsringen liegen. Neben der Geschlechtsöffnung am zweiten Segmente münden die Spinndrüsen aus, deren Secretion während der Häutungen und während des Winters benutzt wird. Die Eier werden vom Weibchen am Bauch getragen. Die After- skorpione bewohnen die gemässigte und heisse Zone, leben unter Baumrinden, Moos, Blättern und in alten Büchern, wo sie auf Milben und kleine Insekten Jagd machen; sie sind daher nützlich. Aufgescheucht laufen sie sehr schnell seit- und rückwärts und machen Bogenlinien. Fossile Formen sind in Bernstein erhalten. Man fasst sie in einer Familie: Chernetidae zusammen. Literatur: Leach in Zool. Miscell. HL Menge in Schrift, naturf. Ges. Danzig V. 1855. Koch in üebersicht- liche Darstellung der europ. Chernetiden, Nürnberg, 1873,* Afterspinueii (Phalangida oder Phalangita La^r., Opilionidea 6'c/«w.). Ordnung der Sp innen thi er e. Sie unterscheiden sich von den echten oder Webe- spinnen durch die dreigliederigen, sclieerenförmigen, nach unten geschlagenen, einer Giftdrüse entbehrenden Kieferfühler, durch den gewölbten , warzig rauhen, mit ganzer Breite angesetzten, sechs-, selten acht- oder neungliederigen Hinterleib, der nie Spinndrüsen trägt, sowie durch den Bau der Tracheen; dagegen sind für sie charakteristisch die fadenförmigen oder beinartigen, mit Klauen bewaffneten Kiefer- taster, sowie die langen dünnen Beine , deren Schienen zweitheilig erscheinen und deren Endglieder an den Vorderpaaren einfach, an den hinteren zweiklauig sind; sie werden in der Ruhe ausgestreckt gehalten , während sie beim Gehen aufrecht stehen, und zeigen noch nach der Abtrennung grosse Beweglichkeit. Das Nerven- system besteht aus einem Gehirn- und Brustknoten, von welchem zwei Eingeweide- nerven abgehen, die Ganglien enthalten ; die Augen sind zu einem oder zwei Paaren vorhanden; die grösseren stehen auf besonderen Hügeln und sind einfach; der Magen bildet reichliche Blindsäcke , bis an die polare Afteröflfnung ; das Herz ist ein Längsschlauch mit drei Kammern ; die Athmung wird von Tracheen besorgt, welche in je einem schlitzförmigen, mit einer Klappe verschliessbaren Stigma unter der Hüfte des letzten Beinpaares beginnen, unter sich anastomosiren und sich im Körper vielfach verzweigen. Die Geschlechtsöffnungen liegen zwischen dem hinteren Beinpaare und besitzen vorstreckbaren Penis, resp. Legeröhre; das Männchen pro- duzirt in den Hoden auch Eier, welche indess nie keimfähig werden. Die After- spinnen sind nächtliche Eäuber , leben bei Tage versteckt und springen auf die Beute; sie enthalten die höchstlebenden Gliederthiere und treten namentlich in Südamerika in höchst bizarren Formen auf. Man unterscheidet vier Familien: Phalangiidae, Gonyleptidae, Cyphophthalmidae und Gibocellidae. Literatur: Meade in Ann. Nat. Hist. (2) XV. 1845. Menge in Schriften d. Danzig. naturf. Ges. 1850; Leydig in Müllers Archiv 1862 u. s.w.* Afterstrudelwürmer (Proctucha M. Schultz), s. Schnurwürmer.* Afterwespen, Thynnus. Gattung der Heterogynen. Agabus Leach. Gattung der Schwimmkäfer (Dytiscidae). In stehenden und fliessenden Gewässern. Ag'alma, s. Agalmidae. Agalmidae. Familie der Blasenquallen. Stamm langgestreckt, spiralig, mit zwei- oder mehrzelliger Schwimmsäule; Deckstücke uiid Tentakel vorhanden. Gattungen: Agalma ^ßscAsc/i., Agalmopsis Ä/r.s, Forskalia ä'öV/., Haiistemma Huxl. u. s. w. ■ Agalmopsis, s. Agalmidae. Ag'ama, s. Trapelus. Agameii, Agami dae. Familie der Dickzüngler (Crassilinguia). Die Zähne sind dem Kieferrand selbst aufgesetzt (akrodont), meist vorspringende Eck- zähne und seitlich zusammengedrückte Backenzähne, ohne Gaumenzähne, mit zwei Augenlidern, meist vorne und hinten fünf Zehen. Zerfallen in Baumagamen (Dendrobatae) und Erdagamen (Humivagae). Agami, Trompetenvögel, Psophia (griech. psophos Geräusch). Gattung der Feldstörche (Psophidae). Schnabel etAvas kürzer als der Kopf, mit durch- brochener Nasenscheidewand; Flügel kurz, vierte Schwinge am längsten ; die oberen Schwanzdeckfedern überragen den kurzen Schwanz; die kurze Hinterzehe berührt Knauer, Handwörterbucli der Zoologie. 2 18 Agamidae — Agriotherium. nur mit der Spitze den Boden. Art der einzigen Gattung: A. crepitans, Agami^ 52 cm lang, Schwanz 3 cm, Flügellänge 29 cm. Schwarz, violett und grünlich schimmernd, Brust und Unterhals stahlblau, Schnabel grünlichweiss. Lebt in Schaaren in den Wäldern des inneren Guiana bis zum Rio negro. Die Indianer halten ihn gezähmt als Wächter ihres Geflügels. Die Männchen stossen gellende- Schreie aus, auf welche bei geschlossenem Schnabel lange dumpfe Töne folgen. Ag'amidae, s. Agamen. Agamonema Dieswg (griech. agamos ehelos, nema Faden). Gattung der Nematoden. In Fischen lebend. Nun fast durchgehends als Entwicklungsformen anderer Gattungen erkannt. Agai)Oriiis = Psittacula roseicollis, Eosenpapagei. Agaseen = Kuduantilope, Strepsiceros capensis. Agassizia Valenc Gattung der Seeigel. Bilateral. Ambulakralblätter ganz unregelmässig. An den Küsten des heissen Amerika. Agathidium Illig. Gattung der Aaskäfer (Silphidae). In Pilzen, fau- lenden Pflanzen. Ag-athis Lotr., s. Braconidae. Agatvogel oder Mangoldeule, Brotolomia meticulosa, Schmetterling aus der Familie der Eulen. Agelaius, Sumpftrupiale. Gattung der Stärlinge. Hierher u. a. : A. phoeniceus, Rothflügel. Lebt in Nordamerika nach Art unseres Staares in grossen Schwärmen. Ein hübscher munterer Vogel unserer Volieren. Ag'elastica (griech. agelazomai, heerdenweise leben) Redt., Gattung der Blatt- käfer. Gemeinste Art: A. alni, Erlenblattkäfer. Schwarze Larve auf Erlen. S. Blattkäfer. Ageleiia labyrinthica L. Aus der Familie der Röhrenspinnen (Tu- bitelae). Baut trichterförmige Gewebe. Ageiiesie, Unfruchtbarkeit der Frauen oder ererbte Gehirnverkümmerung. Ageiiia, Gattung der Grabwespen. Ageronia feronia, ein brasilianischer Schmetterling, der nach Darivins Beobachtung beim Nachjagen nach einem anderen Genossen ein Geräusch hören lässt, das an den von einem Zahnrad — wenn es an einem federnden Haken vor- beiläuft — verursachten Lärm erinnert. Aglia Ochsh. (griech. aglia Flur). Gattung der Spinner. Art: A. tau L., Schieferdeker. Im Frühjahr in den Buchenwäldern. S. Spinner. Aglossa. Zungenlose Batrachier. Unterabtheilung d.Froschlur che (s.d.). Die beiden Eustachischen Röhren münden mit gemeinsamer Oeflfnung in den Schlund. Das Trommelfell ist nicht sichtbar. Die Zehen sind mit ganzen Schwimmhäuten verbunden. Familien: Dactyletrida, Pipida, Myobatrachida. Aglossa Latr. Gattung der Zünsler. Art: A. pinguinalis L., .Fett- schabe, deren Raupe in Fettwaaren schmarotzt. Aglyphodontia (griech. ohne Furchenzähne) = Colubriformia = Co- lubrina innocua = Giftlose Schlangen. Agnatlia (griech. kieferlos) Mörc/i., Testacellidae Gray. Unterabtheilung der deckellosen Landschnecken. Kiefer verkümmert, nicht verhornt, die haken- förmigen Zähne stehen in schiefen Reihen. Meist Fleischfresser. Hierher die Gat- tungen: Testacella, Glandina, Daudebardia, Ennea, Streptaxis. Agoniis Bl. Sehn., Steinpicker. Gattung der Panzerwangen. S. As- pidophorus. Agricola, s. Arvicola. Agrilus Sol.^ s. Prachtkäfer (Buprestidae). Agrion, Wassernadeln (griech. agrios wild). Gattung der Wasser- jungfern mit langem dünnem Leib. Arten: A. virgo L., A. splendens, beide mit grünen Flügeln. Die anderen Arten sehr klein. Die Eier werden in Wasser- pflanzen eingestochen. S. Wasserjungfern. Agriotes (griech. Landmann) Lsc/isch. Gattung der Schnellkäfer. Hier- her u. a.: A. lineatus L., Saatschnellkäfer, dessen Larve, der sog. Draht- wurm, den Pflanzenwurzeln aussordentlich schädlich wird. S. Schnellkäfer. Agriotherium, s. Hyaenarctos, Agriotypus — Alaemon. 19 Agriotypiis armatus. Schlupf wespenai-t, sucht die Eier der Phryganiden- gattung, Aspatherium, heim, indem sie dieselben sogar unter Wasser anbohrt. AgTobates ^ Aedon galactotes, Baumnachtigall. AgTodiiis Lalandii ^- Otocyon caffer, Löffelhund. Agrodroma = Anthus campestris, Brachpieper. Agromyza Fab., s. Acalyptera. Agrotis Ochsli., s. Eulen. Agiia, Bufo agua Latr., Riesenkröte. Mit sehr stark entwickelten Ohr- drüsen. Ferse mit zwei Höckern. 23 cm. Braun, dunkelgefleckt. Der grösste Froschlurch. Süd- und Centralamerika. Agiiara, s. Procyoii. Agnarachay, s. Cauis. Aguarapope, s. Procyoii. Aguta, s. Solenodon. Aguti, s. Dasyproeta. Agyrtria albicollis, weisshalsiger Kolibri. Aliaetulla Gray. Gattung der Baumschlangen (Dendrophidae). Hierher: A. smaragdin a Günther, aus Westafrika. Ahornpfeilmotte — Acronycta aceris, s. Enlen. AI, Faulthier, s. Bradypus. Ai = Caiiis silvestris ('?), indianischer Wildhund. Aigrefin, franz. Volksname für den gem. Schellfisch. Ailaiitluisspiiiner, Attacus Cynthia, Denr. = SaturniaCynthia Guerin. Art der Spinner. Grosser Nachtschmetterling Ostindiens (Assam), zur Seiden- p-ewinnung gezüchtet. Raupe grünlichgelb mit Fleischzapfen , lebt von den Blät- tern der Ricinusstaude und des Götterbaumes. Der dunkelbraune Cocon wird in ein Blatt dieser Pflanzen gewickelt. Konnte bisher nicht eingebürgert werden, da er keinen Winterschlaf hält; auch haspelt sich die Seide nur schwer ab, so dass der Cocon nur Floretseide liefert. Ailui'opoda 6'rfl?/, Katzenfüssige. Unterabtheilung der Schleichkatzen. Ailurus F. Guv., Katzenbären. Gattung der bärenartigen Raubthiere (ürsidae). Von den Gattungen Ar ctitis und Cercoleptes durch den buschigen Schlafi'schwanz und die behaarten Sohlen unterschieden. Die Schnauze sehr kurz und breit. 4 Zitzenpaare. Einzige Art: A. fulgens F. Cuv., Panda. 55 cm lang, Schwanz 32 cm. Oben dunkelroth, goldig angeflogen, unten glänzend schwarz, Schwanz fuchsroth. Im Süden des Himalaya. Wegen des Pelzes sehr geschätzt. Ai-l'ereca, s. Bradypus. Aitel = Döbel. Aix sponsa, Brautente, Carolinenente, s. Enten. Akabahund, s. Beduinenhund. Akalaispanner, s. Boarinia Tr. Akalephen, s. Acalephen. Akainba = Molirenmaki. Akatschi, s. Dasyproeta. Akbek = Gröiilaudswal. Akbilik = Grrönlandswal. Akwir = Strauss. Ala calcarata, gespornter Flügel, s. Vögel (Gefieder). Alactaga = Scircetes Cuv.f Sandspringer. Gattung der Springmäuse. An den verwachsenen Mittelfussknochen legt sich jederseits noch eine Zehe an . so dass er dreitheilig erscheint. Arten: 1) Pferdespringer oder Alactaga (A. jaculus Brandt), 20cm, Schwanz 28cm, graugelb; springt rascher als ein Pferd läuft. Krim, in den Steppen zwischen Don und Donau, am südlichen Ural , in der grossen Tartarei, in Sibirien. 2) A. acontion Brdt., 12cm, Schwanz 14cm, fahl- gelb mit Schwarz gemischt. Kirgisische Steppe, Alae (Flügel), s. Muschelthiere. * Alae (Flügel), s. Rankenfüsser. * Alae anticae (Vorderflügel), s. Insekten.* Alae postieae (Hinterflügel), s. Insekten.* Alaemon, Stelzenlerchen. Arten: A. Dupontii, Bogenschnabellerche, A. desertorum; Wüstenläuferlerche. S. Bogenschnabellerche. 20 Alalonga— Alciopidae. Alalouga, ital. Volksname für den grossflossigen Tliun. Alalus nennt Hückel den Menschen auf der Stufe, da ihm noch die articu- lirte Sprache mangelt. Aland = Grängling. Alandblecke, s. Alburnus u. Aspius. Alaiider = Stint. Alap = Muti, Falco coerulescens, südasiatische Falkenart. Alasmodonta (aus: An-elasm-odonta, ohne Lamellenzahn). Gattung der Flussmuscheln (Unionidae). Steht zwischen Unio und Anodonta. Vor- wiegend Muscheln des nordamerikanischen Süssgewässers. Alat = Döbel. Alata s. Fliigelschneckeii.* Alath = Moschusthier. Alauda, s. Lerchen. Alandidae, s. Lerchen. Alausa, s. Alosa. Albatros, s. Diomedea. Albe = Uckelei. Albele = Uckelei. Albinos heissen Thiere, bei welchen sich kein Farbstoff entwickelt, auch nicht das schwarze Pigment im Auge. Albula = reichen. Albumen heisst das „Weisse" im Vogel- und Reptilien-Ei (Ei weiss). Albunea symnista Fahr. Aus der Familie der Landkrebse (Hippidae), Mittelmeer. Alburnus Bondelet, Lauben. Gattung der Karpfenfische. Gestreckte Fische mit zusammengedrücktem Bauche, massig grossen Schuppen, kurzer Rücken- flosse ohne starken Stachel, verlängerter Afterflosse, vorstreckbarem Oberkiefer, vorspringender Unterlippe. Hierher: 1. A. lucidus Heck., Uckelei, Laube. 10 — 20 cm lang. Oben meist bläulichgrün , unten und an den Seiten silberig. Die Rücken- und die Schwanzflosse grau, Mundspalte sehr schief. Li ganz Europa nördlich von den Alpen , besonders in Seen und langsam fliessendem Gewässer. Hauptnahrung der Hechte , Barsche , Forellen. Aus seinen Schuppen wird die Perlessenz zur Bereitung der künstlichen Perlen hergestellt. 2. A. mento Ag.^ Mai- renke. 15 — 30 cm, Mundspalte schief. Oben blaugrün, unten silberweiss ; Brust-, Bauch- und Afterflosse blassröthlich. Im Gebiete der Donau, besonders in den bairischen Seen. 3. A. bipunctatus L., Alandblecke, Schneider. 10 — 15 cm, Mundspalte etwas schief. Rücken bräunlichgrün oder blau, Seiten hellgrünlich, über der Seitenlinie eine schwarze breite Binde vom Auge bis zur Schwanzflosse: Brust- und Afterflosse grau, die anderen Flossen gelblich. Albvieh, kleine, milchreiche Rinderrace der schwäbischen Alb. Aica, s. Alken. Alce capensis = Buselaphus oreas, Elenantilo'pe. Alceas s. Alseas. Alcediuidae, s. Eisrögel. Alcedo, s. EisYÖ^cl. Alcelaphus = Bubalis (s. d.). Alcenierops = Nyctiornis Athertoni, Nachtspint oder Sangrok. Indischer Bienen fr esse r. Alces Sm. Elcbe, Gattung der Hirsche. Grosse Zweihufer mit breiter be- haarter Schnauze, kurzem Dickhals^ bemähnter Kehle, breitem, bis 25 kg schwerem, langsprossigem Geweih mit einer grösseren, aufrechten zerschlitzten Endschaufel und einer nach vorne gerichteten 3 — 4 zackigen Basalschaufel. Art: Elch, Elen (A. palmatus Klein). S. d. Alcidae, s. Alken. Alcinoe papulosa Delle Cli. = neapolitana Less. = Chiaja papu- losa M. Edw. Eine Rippenqualle aus der Familie der Lobatae. Mittelmeer. Alciopidae, Familie der Polychaetae errantia. Körper mit 2 grossen halbkugeligen, hochentwickelten Augen; Girren blattförmig; Rüssel vorstülpbar Alcippidae— Alinda. 21 mit Röhre und Speiseröhre mit Papillen; Larven parasitisch. Gattungen: Alciope A. Edw., Vanadis Clapr., Aster ope Clapr. u. s. w.* Alcijjpidae , Familie der (Cirripeda) Abdomin alia: Vier Beinpaare, das erste tastenförmig. Gattungen: Alcippe Hanc* Alcyonaria Edw. (griech. alkyonion Thierpflanze) , Korkpolypen, s. Octactinia Ehrenherg.* Aleyone, Honiggrasfalter (Satyrus Alcyone), Tagfalter aus der Sippe der Aeugler. Alcyonella f u n g o s a Fall. Festsitzende Moosthierchen (Familie PI u m a- tellidae). Alcyonidae, s. Eisvögel. Alcyoiiidae, Familie der Octactinia. Festsitzende Polypenstöcke ohnp Achsenskelet mit fleischigem oder lederigem Polypar und spärlichen Kalkeinlage- rungen. Vermehrung durch seitliche oder grundständige Knospen. Gattungen: Alcyonium L., Cornularia Lam.* Alcyoiiidiidae, Familie der Ctenostomata. Stückchen gelatinös, un- regelmässig. Ausschliesslich Meeresbewohner. Gattungen : A 1 c y o n i d i u ra Lam., = Halodactylus Earre, Cyclo um Hass. u. s. w.* Alderiiay-Race (Jersey-Race). Kleine milchreiche buntgefleckte Rinder- race der normannischen Inseln. Alecto, s. Comatiila. Alectops, s. Vampyrina. Alectorides (griech. alekton , Hahn), Hühnerstelzen. Abtheilung der Stelz Vögel. Bilden die Vei-mittlung zwischen den Scharr- und den Sumpfvögeln. Gattungen: Otis, Palamedea, Psophia, Grus. Aleetornis petrosa = Caccabis petrosa, Klippenhuhn. Alectoweber, s. Textor. Alectroenidae, s. Hühnertauben. Alectrorura = Alectiira. Alectura = Talegallus Lathami, Buschhuhn, aus der Familie der G r o s s f u s s h ü h n e r. Aledon capensis = Orthagoriscus mola, Mondfisch. Aleochara, s. Aleocharlni. Aleocliariiii Erichs. Unterfamilie der K u r z f 1 üge 1 k äf e r (S t a p h y 1 i n i d a). Die Stigmen der Vorderbrust sichtbar. Meist ganz kleine, im Mist, Mulm lebende Käfer . Hierher die Gattungen :Aleochara Gray, H o m a 1 o t a Mann., L o m e c h u s a Grav., Bolitochara Mann., Myrmedonia Er. Alepocephalidae, Familie der Edelfische. Kopf nackt, Körper mit oder ohne Schuppen, ohne Bartfäden, ohne Fettflosse, ohne Schwimmblase, die Rücken- flosse weit rückwärts. Fische der Tiefsee. Hierher u. a. die Gattung: Alepo- cephalus Risso. Schuppen dünn, cycloid. Oberkiefer zahnlos. Art: A. rostra- tus Bisso. Schwärzlichbraun. Augen gross. Lebt 650m und tiefer in der See. Alepocephalus, s. Alepocephalidae. Alestes M. Tr. Gattung der Characinidae. (S. d.) Alet = Döbel. Aleiirodes, Gattung der Schildläuse. (S. d.) Alewife, engl. Name für Clupea mattowocca Mitschill, dem Pilchard ähnliche Häringsart. Alexia, s. Auriculideu. Alexis = Lycaena Icarus Bofh., s. Bläuliuge. Alt'redhirsch = Cervus Alfredi Gray. Seit Kurzem bekannt. Auf den Philippinen. Alg'äuer Race. Einfarbige Rinder vom bairischen Algäii. nüttelgross. AJgarde = Elster. Algeuflsch, s. Phyllopterix. Algazel = Antilope gazella Pallas. Alimalarve, Alima (griech. halimos gesalzen), jetzt als Jugendpliase ge- wisser Stomatopoden erkannt. Alimosch = Sclimutzgeier. Alinda tJ. Vest. Gruppe d. Gattung: Schliessmundschnecken (Clausilia). 22 Alitropus — Alligator. Alitropns, s. Aegideu. Alken, Alcidae. Familie der Taucher. Schwimmvögel mit seitlich zu- sammengedrücktem Schnabel, der meist kürzer als der Kopf, oft quer gefurcht, hakig oder zuges^oitzt, kurzen, säbelig gebogenen Flügeln, kurzem, meist zwölf- fedrigem Schwanz, durch Schwimmhäute verbundenen Vorderzehen, stummeiförmiger oder auch ganz fehlender Hinterzehe. Gesellig lebende Vögel des Nordens. Nisten in Gesellschaft auf den Klippen der Felsenufer, legen nur ein Ei, welches beide Eltern bebrüten. Gattungen: 1) Alca L., Alken. Schnabel quer gefurcht, Nasen- löcherbefiedert. Arten: A.impennis L. Riesenalk, grosser Alk; Geiervogel, Brillenalk, nordischer Pinguin, 90cm lang, Hals und Oberseite schwarz, weisser Augenfleck, unten weiss. Der Geirfugl der Nordländer. War noch zu Anfang des Jahrhunderts auf Island und Grönland sehr häufig, scheint jetzt aus- gerottet. A. torda L. Tor d- Alk, 44 cm lang, oben schwarz bis schwarzbraun, mit weissem Zügelstreif, unten weiss. Im Norden bis zum 72. Grad. — 2) Hor- mon Illig, Larventaucher. Schnabel quer gefurcht, Nasenlöcher frei. Arten: M. arctica Illig = fratercula Temm., Gemeiner Larventaucher, Papagei- taucher, Lund, Seepapagei, 31 cm lang. Oben schwarz, Wangen, Kehle aschgrau, unten weiss, Schnabel hellroth, Füsse roth. Im mittleren und nördlichen Atlantischen Ocean, brütet auf Helgoland, gräbt in die Felsenerde Brutröhren von Ellenlänge. M. cirrhata Bonap. Oben schwarz, Gesicht weiss. Auf Kamtschatka. — 3) Uria Lath.^ Lummen. Schnabel ohne Querfurchen, die länglichen Nasenlöcher befiedert. Arten: U. grylle Lath., Grill-Lumme, 34 cm lang. Im Sommer ganz schwarz, nur an den Flügeldeckfedern weiss, im Winter weiss, schwarzgefleckt, Schnabel schwarz, Füsse roth. Selten an der deutschen Küste, ü. lomvia Brunn. (U. troile aut.) = Dumme Lumme, Trottellumme, Troil-Lumme, 40 cm lang. Im Sommer Kopf, Hals und Oberseite schwarzbraun, die Spitzen der hinteren Schwingen und die Unterseite weiss, Schnabel schwarz, Füsse schwarz- grau. Kommt aus dem Norden häufiger an die deutschen Küsten. — 4) Phaleris Temm., Staryktaucher. Schnabel nicht quergefurcht, Nasenlöcher frei. Art: Ph. psittacula Fall., Brillen-Staryktaucher, 34cm lang, schwarzbraun, unten hellgrau, weisser Augenfleck. Schnabel roth. Auf Kamtschatka. — 5) Mer- gulus Vieül., Krabbentaucher. Schnabel nicht quergefurcht, die rundlichen Nasenlöcher befiedert. Art: M. alle Vieill., Kleiner Krabbentaucher. Kleinste Alkenart , fliegt besser als andere Alken. Sein Fleisch sehr geschätzt. An den nordischen Küsten häufig. Alkonues = Kermesschildlaus, Lecanium ilicis. Allaiitoidica M. Edir. heissen die Reptilien, Vögel und Säugethiere, bei welchen Vertebraten die Entwicklung mit Amnion und Allantois erfolgt. Allaiitoin, ein stickstoff"haltiges Zersetzungsprodukt der Eiweisskörper im fötalen Harn, im Harn saugender Kälber, im Harn der Hunde und Katzen immer vorhanden, in Harnstoff" überführbar, aus Harnsäure darstellbar. Allantois, Harnsack. Sackartiges, bei den Embryonen aller Wirbelthiere. ausgenommen die Fische, als Aussackung der Bauchseite des Hinterdarmendes sich entwickelndes Organ (s. Säugethiere). Allantus Jur. Gattung der Blattwespen (s. d.). Alleghanische Subregion, s. Thiergreographie. Allfarl)lori = TrichoglossusNovaeHollandiae, Pflaumenkopf Sittich. Allgrazelle. s. Gazelle. Alligator Cuv. = Champsa Wagler. Gattung der Allig atoridae. Ge- drungen gebaute Krokodile mit platter, abgerundeter Schnauze, jederseits 20 Zähnen, von welchen die Eckzähne und das untere vordere Paar in eigene Gruben des Ober- und Zwischenkiefers passen. Art: A. mississipiensis Gray, Hechtkaiman. 4,5 m lang, mit langer breiter Hechtschnauze, knöcherner Nasenscheidewand, zwischen den Augen eine Stirnlängsleiste, sohmutzig-olivengrün dunkelgefleckt oben, unten hellgelb. Im Südosten von Nordamerika. Andere Gattungen der Alli- gatoridae: Caiman Spix , Rücken- und Bauchschilder stehen je in Gelenkver- bindung. Ohne Augen-Querleiste. Arten: C. palpebrosus öra«/ u. C. trigonatus Gray, im tropischen Amerika. — Jacare Gray, zwischen den Augen eine Quer- leiste (Brille). Arten: J. sclerops Gray, Brillenkaiman, 2— 2,5 m lang. J. Alligatoridae — Alpenkrähe. 23 nigra Gray, schwarzer Brillenkaimau , Mohrenkaiman, über 6 m lang. Beide in Südamerika. Allig'atoridae, s. Alligator. Alligatorschildkröte, s. Chelydra. AUodactylus, Lataste et Rochebr., Verschiedenzeher. Gattung der Sand- ■echsen. Alloeog'enesis (griech. alloios anders beschaffen, genesis Entstehung), s. Hydroiden.* Allopola, allopole Heterostauren (bilateral symmetrisch), nach Haeckel jene organischen Grundformen, die nur durch eine Ebene, die Hauptebene, in zwei symmetrische gleiche Hälften getheilt werden können. Allopolygoiia, nach Haeckel eine nur bei den Radiolarien sich findende Grundform (ei,n mit allen Ecken in einer Kugeloberfläche liegendes Vieleck mit ungleichartigen Flächen). Sind die Flächen des Polygons alle gleichartig, so heisst die Form: Isopolygona. Allosauridae. Fossile Gruppe der Dinosaurier. Fleischfresser; bewegten sich auf den Hinterfüssen. Art: A. fragilis Marsh., 8m lang. Allostaura Haeckel. Grundform, stereometrisch ansgedrückt durch die am- phitekte Doppelpyramide, während die reguläre Doppelpyramide die Isostaura ■stereometrisch versinnlicht. Allotria Westw., Schmarotzergallwespen. Gattung der Gallwespen. AUotriogonie, s. Hydroiden. Almiqni, s. Soleuodon. Alinizilero = Bisamspitzmaus. Ahnt = Uckelei. Aloiuya tanz. Gattung der Ichneumonidae (s. d.). Alopecias, Alopias Raf. Gattung der Lamnidae. Haifische mit sehr langem oberen Schwanzlappen, sehr kleiner zweiter Rückenflosse und Afterflosse, kurzer Kegelschnauze, dreieckigen, massig grossen Zähnen. Einzige Art: A. vul- pes L., Fuchshai, über 4 m lang, oben blau, unten hellfleischfarbig. Mehr als ■die Hälfte der Leibeslänge kommt auf den Schwanz. Stellt den Häringszügen eifrig nach. Atlantischer Ocean, Mittelmeer. Alopeeion Dum. Bibr. Gattung der Wolfszähner (Lycodontidae). Art: A. annullifer Dum. Bibr. Alopias, s. Alopecias. Aloponotus Dum. Bibr. Gattung der Leguane. Echsen mit schuppenloser Eückenhaut, niederem Rückenkamm, doppelreihigen Schenkelsporen. Art: A. Ri- cordii Dum. Bibr. Auf St. Domingo. Aloponotus Dum. Bibr. Gattung der Baumagamen. Alosa Cui\, Alsen. Gattung der Häringe (Clupeiden). Von der Gat- tung Clupea durch den zahnlosen Gaumen unterschieden. Hierher u.a.: A. finta Cur. Finte; A. communis Yarr., Maifisch, Alse; A. pilchardus, Sardine, Pilchard. Siehe bei den einzelnen Arten. Alose, engl. Volksname für die Alse oder den Mai fisch, Alpaca, s. Auchenia. Alpenamsel, s. Pyrrhocorax. Alpenbock, Rosalia alpina L., s. Bockkäfer. Alpenbraunelle, s. Flüevogel. Alpendohle, s. Pyrrhocorax. Alpenente, Bergente, Fuligula marila. Alpenf'alter = Augenspiegel (Doritis). Alpenfauna, s. Fauna. Alpenflederniaus = Vespertilio maurus Blasius. Alpenfloh, s. Oletscherftoh. Alpenüüevogel, s. Accentor. Alpenforelle, s. Forelle. Alpengeier = Gänsegeier. Alpenhäkler = Cypselus melba, Felsensegler. Alpeuhase, s. Hasen. Alpenhuhu, s. Schneehuhn. Alpenhund = Alpenwolf. Alpenkrähe, s. Pyrrhocorax. < 24 Alpenkröte— Amaclina. Alpenkiöte, s. Kröte. Alpenlans, s. OletscherlloJi. Alpenlerche, s. Lerchen. Alpenmauerläufer, s. Tichodronia. Alpenniaus, s. Mäuse. Alpenmeise = Bergmeise, Pariis borealis. Alpenninrmelthler, s. Arctomys. Alpenpfeifhase, s. Lagomys. Alpenratte, s. Arvicola. Alpenreg-enpfeifer, s. Charadrius. Alpenregionen, s. Thierg-eographie. Alpensalamander, s. Salamaudra. Alpenschneehuhn, s. Schneehuhn. Alpenschwalbe, s. Cypselus. Alpensegler, s. Cypselus. Alpenspecht, s. Tichodronia. Alpenspitzmaus, s. Sorex. Alpensteinbock, s. Steinbock. Alpenstraudläufer, s. Strandläufer. Alpentriton, s. Triton. Alpenwolf, s. Canis alpinus. AlpenwUhlmaus, s. Arvicola. Alpsteiiie = Belemiiiteii. Alsaecus leiicopogon = Sylvia subalpina, Bartgrasmücke. Alse, s. Maiflsch. Alsodes Bell. Gattung der Bombinatorina (s. d.). Froschlurche mit convexem Kopfe, hinten freier Zunge, auch an den kurzen Fingern Schwimmhäute (aber nur an der Basis) , ohne Trommelfell , Gehörtuben und Trommelhöhle , mit Gaumenzähnen in zwei kurzen rundlichen Gruppen zwischen den inneren Nasen- öffnungen. Eine Art vom Chonos- Archipel. Alsophis, s. Dromicus. Alster = Elster. Altica = Haltica, Erdflöhe. Altin = Faust- oder Steppen huhu. Altl, s. Döbl. Altthier, weiblicher Hirsch nach der ersten Brunst. Aluate, s. Mycetes. Alucita hexadactyla L. Art der Federmotten. Aus der Familie der Feder geistchen (Pterophoridae). Mit Nebenaugen. Jeder Flügel spaltet sich bis zur Wurzel in sechs linienförmige Federn. Alula, Afterflügel, s. Yögel (Gefieder). Alula (Flügelanhang), s. Zweiflügler.* Alve = Uckelei. Alveolen, s. Seeigel.* Alveolen, extracapsuläre, s. Eadiolaria Müll.* Alveolen, intracapsuläre, s. ßadiolaria Müll.* Alveolineukalk, s. Forammiferen. * Alveoliniden Max Schnitze. Familie der Würze Ifüsser. Alydus calcar atus L. Aus der Familie der Randwanzen (Coreidae), s.d.. Alysia Latr. Gattung der Braconidae. Alytes Wagler. Fesslerkröten. Gattung der Alytina (s. d.). Frosch- lurche mit kleiner Ohrdrüse, vier freien Fingern, schwachen Zehen-Schwimmhäuten, deutlichem Trommelfell, runder dicker, festgewachsener, hinten vollständiger Zunge^ Vomerzähnen, Männchen ohne Kehlsack, Haut mit Knötchen und Höckern bedeckt. Art: Fesslerkröte, Hebammenkröte (A. obstetricans Laurenti), s. d. Alytida. Unterfamilie der Kanida (s. d.). Mit Ohrdrüsen. Querfortsätze- des Sacralwirbels verbreitert. Zehen mit Schwimmhäuten. Gattungen: Scaphiopus,. Alytes, Hellioporus. Amadia, s. Ecpleopus. Amadiua = Spermestes. Dickschnäbelige Prachtfinken. Stark gebaute^ etwa zeisiggrosse Finken mit kurzen Flügeln und kurzem Schwanz. Bewohnen Amalia— Amblyrhynchus. 25 gesellig die Grasebeuen und Steppen Afrikas, Australiens, Südasiens, nähren sich von Sämereien, Knospen^ Insekten. Anmuthige Zimmervögel. Hierher u. a. : A. cantans Gray, Silberschnabel; A. nitens Sivoinson, Stahlfink, Atlas- vogel; A. cucullata Gray, kleines Elsterchen, Kappenfink; A fasciata, Halsbandfink; A. punctularia, Muskatvogel; A. maja und A. rubinigra, weiss- und schwarzköpfige Nonne; A. oryzivora, Reisvogel. Amalia Jfog'M, Tand. Gattung der nackten Landschnecken (Lim acidae) s. Limax. Aiiialtheidae. Familie der Ammonshörner (Amnionitina). Mit meist abgeplatteter und gekielter Schale; die letzte Windung ist breit; die Sättel meist schmal, eng. Hierher u. a. Gattiing Amaltheus Montf. mit A. margaritatus Brug. Im oberen Lias. Anialthens, s. Amaltlieid«ie. Aiiiara Bon. Artenreiche Gattung der Gruppe: Feronini, einer Unterfamilie der Carabidae, Laufkäfer. Von Mittelgrösse. Amaraiithvoa:el, s. Astrilden. Amaroeeiiini M. Echv. Gattung der Polyclinidae (s. d.). Amasta Haeckel, Zitzenlose = Monotremata. Amaiil, süddeutscher Volksname für den Sander. Amazonen, Grünpapageien, Chrysotis. Gattung der Kurzschwänze (Psittaci). Tauben- bis rabengrosse Papageien, mit massig gewölbtem, sehr kräftigem Schnabel, meist nackter Wachshaut und nacktem Augenkreis, freien Nasen- löchern, vorherrschend grünem Gefieder. Sehr gesellige, gelehrige Vögel, gute Sprecher. Süd- und Mittelamerika. Hierher u. a. : Chr. amazonica Gray, Amazonen- papagei, dunkelgrasgrün, Kopf und Backen hochgelb, Stirne violett, Schwanz oben grün und roth, unten zinnoberroth. Nach dem Jacko der gelehrigste Sprech- papagei ; Chr. ochrocephales ßr)waji?., Gelbscheitel-Amazone; Chr. farinosa Frisch.. Surinampapagei; Chr. collaria, weissköpfige Amazone; Chr. ochroptera, Gelbflü gel- Amazone. Amazonenameise, Polyergus rufescens, Südeuropa. Hält Sklaven. Siehe Ameisen. Amazonenpapag^ei, s. Amazonen. Ambassis Cnder. Gattung der Barsche (s. d.). Kleine, stark zusammen- gedrückte , grossschuppige Fische mit endständigem , sehr vorstülpbarem Munde, zwei hohen getrennten Rückenflossen (die erste mit sieben Stacheln), dreistachliger Afterflosse, dornlosem Hauptdeckel, unten mit doppelter Sägekante versehenem Vor- deckel. Vor der ersten Rückenflosse steht ein kleiner nach vorn gerichteter Stachel. Art: A. Commersonii Ctwier, 4 — 8 cm: mit silberglänzendem Längsband. Ostindien. Aniber, s. Ambra. Amblodipsas Pet. Gattung der Zwergschlangen (Calamariidae). Amblycephalus KtibJ. = Aspidocerus Fitz. Gattung der Nachtbaum- schlangen (Dipsadidae). Asien. Amblymetopon Günther. Gattung der Zwergschlangen (Calamaridae). Amblyomma americanum, amerikanische Waldlaus, eine der ge- meinsten Zecken Amerikas. Amblyopinen. Unterfamilie der Go bilden. Aalförmige Fische mit nacktem oder kleinbeschupptem Körper, einer Rückenflosse, vorragendem Unterkiefer, sehr kleinen Augen. Einzige Gattung: Amblyopus, Blindgrundeln; tropische Fische. A. caeculus Bloch. Bengalen und China. Amblyopsis Dekay. Blindfisch (griech. amblys stumpf, opsis Gesicht). Gattung der Häringe. Einzige Art: A. spelaeus Dekay, Höhlenblindfisch. Kleiner farbloser Fisch mit unter der Haut verborgenen Augen, nur in den unter- irdichen Gewässern der Mammuthhöhlen von Kentucky. Amblyopus, s. Amblyopinen. Amplypterus Agass. Fossile Gattung der Schmelzschupper, mit kurzen Rückenflossen, grossen Flossen. Von der Kohlenformation bis zur Trias. Amblyrhynchus 7?e//. Gattung der Leguane. Schnauze abgestutzt,^ der Kopf oben mit konischen Höckerchen, am Rücken ein Schuppenkamm, die Kehle ausdehnbar. Hierher: A. cristatus Beil. von den Galopagosinseln. 26 Amblystouia — Ameisen. Amblystoma Tschudi. Gattung der L e c h r i o d o n t a (s. d.). Glatthäutige Molche mit grosser, ovaler, mit der ganzen Unterseite angewachsener Zunge, verti- kalen Hautfalten, vierzehigen Vorder-, fünfzehigen Hinterfüssen , dickem, an der Basis fast drehrundem, später comprimirtem, am Ende spitz abgerundeten Schwänze. Die Gaumenzähne stehen in zwei geraden oder schwach bogig gekrümmten Quer- reihen. 21 Arten bekannt. Bei mehreren Arten tritt die Verwandlung nur unter anormalen Verhältnissen ein, bei anderen pflanzen sich die Larven regelmässig fort; dies lässt die Auffassung dieser Larven als eigene Gattung: Siredon. be- rechtigt erscheinen. S. Axolotl. Ambly teles Wesm. Gattung der I c h n e u m o n i d a e. Ambos, eines der drei Gehörknöchelchen der Säugethiere. S. Wirbeltliiere ( Ohr). Ambra, Am her. Früher als Arznei, jetzt nur mehr als Räuchermittel in Gebrauch stehende, wachsartige, leicht zerdrückbare Masse, die an den Meeres- küsten aufgelesen oder im Meere aufgefischt wird und vom Pottwal stammt, ohne dass man jedoch bestimmt wüsste, wo sie sich im Thiere bildet. Ambulacralanhäiig-e, s. Seewalzen.* Ambiilacralfelder, s. Seeigel.* Ambulacralfüsschen, s. Stachelhäuter.* Ambulacralfurche, s. Haarsterne und Seesterne.* Abulacralgehirn, s. Seeigel mid Stachelhäuter.* Ambulacralplatteu (Wirbel), s. Seesterne.* Ambulacralseite, s. Seesterne.* Ambulacralsystem (ambulacrum, Platz zum Spazierengehen), s. Stachelhäuter.* Ambulacralwirbel, s. Schlaugensterne. * Ambiilatoria Münc Eei welcher aus dem vom Mutterthier gelegten Ei vorerst kein den El- tern ähnliches Individuum, sondern eine von diesen verschiedene Thierform (Amme) hervorgeht , welche auf dem Wege ungeschlechtlicher Zeugung Nachkommen er- zexigt, die erst wieder die anfängliche elterliche Form besitzen. S. Quallen, Mollusken, Würmer, Fortpflanzung (Generationswechsel). Ammenzooid (Scolex) s. Bandwürmer.* o Ammer— Ammothea. 29 Ammer, s. Emberiza. Ammerfiiiken, Passerellinae. Unterfamilie der Finken. Den Ammern auch in ihrer Lebensweise sehr nahestehende amerikanische Finken. Hierher u. a. der Schnee vogel oder Winter ammerfink (Junco hiemalis i'r?/a<^/'); der im Norden bis in die Polargreuze vorgeht, der Weisshalssperling oder B äff che n- ammerfink (Zonotrichia albicoUis), der im ganzen östlichen Nordamerika gemein ist. Ammerlerchen, s. Alauda. Ammenveber, s. Webervög-el. Ammicola, s. Hydrobia. Aiiimocoetes Qiterder, die Larvenform der Neunaugen (s. d.). Ammodytes Art. Sandaale. Gattungder Schlangenfische (Ophidiidae). Lange, walzige, kleinbeschuppte Fische mit vielen schrägen Feldern am Bauche, ohne Bauchflossen, mit sehr langer, von der Schwanzflosse getrennter Rücken- und Afterflosse. Der spitze Unterkiefer ragt über die obere Kinnlade weit vor und ist gleich dieser zahnlos. Die Stellung dieser Ordnung ist eine sehr zweifelhafte. Leben an flachen, sandigen Stellen der Küste, schwimmen nach Art der Aale, graben sich mit dem vorragenden Unterkiefer beim Rücktreten der Flut ausser- ordentlich rasch in den Sand ein. Der erstaunlich weit aufreissbare Mund dient als trefflicher Fangapparat. Im Frühjahre ziehen sie in Menge nach dem Brake- gewässer, u.m zu laichen. Arten: 1) A. lanceolatus Lesauvage^ grosser Sandaal. Tobiasfisch, 20 — 40 cm lang. Am Pflugscharbein vorne zwei spitze Zähne, mit 170 schrägen Feldern an den Seiten. Nord- und Ostsee. 2) A. tobianus L., kleiner Sandaal, 15 — 20 cm. Pflugscharbein zahnlos, mit 130 schrägen Feldern. An allen Küsten Europas. Ammomaues cinctura, Sandlerche. Amiiiouitidae, Familie der Tetrabranchiata. Sipho randständig; Septen vielfach gebogen, mit Sattel und Lappen, in der Mitte meist nach vorn convex. Nur fossile Formen bekannt; eingeschlossen finden sich Aptychen und Anaptychen, räthselhafte Bildungen der verschiedensten Form. M. Nenmayr nimmt 38 Gat- tungen an und ordnet diese in 4 — 5 genetische Reihen, welche von den älteren zu den jüngeren Schichten aufsteigen. 1) Arcestiden mit glatter oder quer- gefalteter, gerippter oder längsgestreifter Schale. Eindruck der Mantelfläche auf dem Steinkern der Wohnkammer oft sehr deutlich. Diese Reihe geht von den Goniatiden aus und umfasst : G 1 o b o s i Qnenstedt, T r o p i t e s Mojsls., A o n e s Latihe, Trachycerus Laube, Plicosi Beijrich — sämmtlich aus der Trias, Amalthei, Buch im Jura und Cristati Quenstedt in der Kreide. 2) Tropitiden, die Schale mehr weniger reichlich ornamentirt, die Radialrippe oft geknotet oder bedornt; Runzeln und Manteleindrücke gar nicht vorhanden. Diese Reihe beginnt von Ceratites und umfasst Tropites MoJsi. Wollbienen, Kugelbienen. Gattung der Blumenwespen. Errichten mittelst abgeschabter Pflanzenwolle fingerhutartige Zellen in Baum- und Mauerlöchern. Von anderen Bienen insbesonders durch ihren fast kugeligen kahlen, gelbfleckigen oder gelbgeränderten Hinterleib unterscheidbar. Aiithobiuiu Leach. Käfergattung der Kurzflügler (Staphylinidae). Unter- familie: Omaliini. Aiithoblast, s. Anthogenesis. Anthobrauchiata Aä., s. Afterkiemer.* Antliocephalus Rwl. (griech. Blumenkopf). Bandwürmerlarven, vor- herrschend in Cysticercusform, auf und in den Eingeweiden (besonders Leber) von Knochenfischen des Meeres incystirt, gelangen mit ihren Wirthen in den Darm vonEochen und Haien und entwickeln sich hier zu geschlechtsreifen Tetrarhynchus- Bandwürmern. Aiitliocliaris cardamines, Aurorafalter, aus der Familie der Tagfalter. Authocomns Er., s. Weichüüg-ler. Anthocoris Fall., Bluineiiwauzen, s. Saug-wauzeu. Anthocotyle v. Ben. (griech. Blumenbecher). Gattung der Saugwürmer. Charakteristische Würmer mit zwei kleinen Saugnäpfen nahe dem Munde, sechs gestielten Saugnäpfchen am Hinterende, zwei breiten Sauglappen mit Haken nahe dem Hinterende und je einem kurzen gestielten Saugnäpfchen am Rande. A. Mer- lucii r. BoK, schmarotzt auf Stockfischen. Aiithorton Owen. Fossile Gattung der Dinosaurier. Li der afrika- nischen Trias. Anthogeiiesis, Blüthenbildung bei den Medusen (s. d.). Autliomyia Meifi. Blumenfliegen, Tanzfliegen. Gattung, der Fliegen. S. Muscidae. Ueberaus artenreiche Gattung. Von der Stubenfliege , mit der sie der Laie leicht verwechselt, durch den Mangel der Spitzenquerader unterschieden. Fallen durch ihr nimmermüdes geselliges Tanzen unter den Laubdächern der Bäume und im Zimmer, auf. Von den vielen Arten seien erwähnt: A. canicu- laris L., Stubentanzfliege, deren stachlige, asselähnliche Larve in faulenden Küchenabfällen, an den Wänden der Aborte lebt, während die Fliege unter der Decke des Zimmers hin- und herschwebt; A. ceparum Hojfm., Zwiebelfliege, bohrt Gänge in den Zwiebelboden und vernichtet so viele Zwiebeln; A. brassicae, Kohl fliege, minirt in den Kohlstrunken, vernichtet den jungen Kohl; A. radi- cum L., Radieschenfliege, zerstört die Rettige; A. conformis Fab., Runkel- rübenfliege, fressen die Blätter der Runkelrübe an; A. latucae. Lattichfliege, fressen im Spätsommer die Samen der Salatarten aus; A. meteorica L. , Ge- wittertanzfliege, bei nahendem Gewitter Menschen und Thiere umtanzend. Die angeführte schädliche Thätigkeit bezieht sich 'natürlich auf die Larven. Anthonomus Germ, (griech. blüthenabweidend),Blüthenstecher, Blüthen- nager. Gattung der Rüsselkäfer. Kleine Käferchen mit dünnem geraden Rüssel, kleinen runden Augen, schwachen Fühlern mit siebengliedriger Geissei, ver- dickten Schenkeln. Die Weibchen stechen im Vorfrühling ihre Eier in die Trag- knospen auf den Blüthenboden ein, die Maden fressen die Staubfäden ab, die äusseren Schuppen der Knospen bräunen sich; die Landleute sprechen dann vom „Brenner" (Brennerkrankheit). Die Käfer selbst fressen Blattgrün. Hierher u. a.: A. pomorum L., Apfelblüthenstecher, den Apfelbäumen sehr schädlich; A. pyri Seh., Birnknospens techer, weniger schädlich, frisst die ganze Knospe. Anthophagus— Antlius. 41 aus; A. rubi Herbst, Himbeersteclier in den Blüthen von Prunus und Rubus. A. druparum L., Steinfruchtbohrer, vorherrschend in der Traubenkirsche, in deren Kern die Larve lebt. Alle diese und die Verwandten stellen sich bei Be- rührung todt und fallen mit eingezogenem Rüssel und vorgestreckten Beinen auf den Boden. S. Rüsselküfer. Anthophagus Grar. Käfergattung der Kurzflügler (Staphylinidae). Unter- familie: Omaliini. Aiithopliila Latr. (griech. blumenliebend), s. Blnmenwespen. Anthoi)hora Latr. (griech. blumentragend), Schnauzenbienen, Pelzbienen. Gattung der Blumenwespen. Mit ihrem gedrungenen Leibe, ihrem dichten Haar, und auch in der Färbung an die Hummeln erinnernd. Bauen an Mauern, in der Erde, in Baumlöchern, Röhren, welche sie mittelst Zwischenwänden in Zellen theilen. Summen ausserordentl. schnell von Blume zu Blume. Hierher u.a.: A.pilipes Fahr., rauhhaarige Pelzbiene, am ganzen Körper dicht behaart, Brustkasten und Hinterleibswurzel roth oder gelbbraun , Sammelapparat gelb , sonst schwarz ; A. parietina Fahr., Wandpelzbiene, bewohnt die Löcher alter Lehmwände lind bringt zum Schutze des Einganges ein nach unten gekrümmtes Ansatzrohr an. Aiithosomadeii Baird. (griech. anthos Blume , soma Leib). Krebsfamilie der Pachycephala , fällt mit den Scheer enlauskrebsen zusammen. Authozöa Ehrenh. (griech. anthos Blüthe, zoon Thier), s. Koralleupolj'peii.* Aiithozooiden (griech. anthos Blüthe, zoon Thier, eidos Gestalt), die durch Knospung gebildeten Individuen (Polypen) eines Korallenstockes.* Anthraeosaurus Uuxley. Fossile Gattung der Froschsaurier (Labyrintho- dontia vera, Mastodonsauria). Aus dem Blackbord Tronstone von Lanarkshire. Anthracotherium Cur. Fossile Gattung der Borstenthiere. Aus dem Miocen. Aiithracothorax = Lampomis Mango, der Mango, grosse Kolibris aus der Gruppe der Waldnymphen. Anthrax üco]?., Trauerschweber. Gattung der Schwebfliegen. Die Larven schmarotzen in den Brutbauen der Erd- und Mauerbienen. Anthrenus Latr., Blüthenkäfer. Gattung der Speckkäfer (Dermestidae). Mittelbrust breiter als lang, mit einer Längsfurche; Fühlerfurchen tief. Arten: 1) A. verbasci L., bunter Blüthenkäfer; 2) A. scrophulariae L., gemeiner Blüthenkäfer; 3) A. pimpinellae /V//;r.; 4) A. museorum L., Kabinetkäfer; 5) A. fuscus Latr. Bei 5) sind die Fühler fünfgliedrig , bei 4) achtgliedrig , bei 1—3) elfgliedrig. Authreptcs, s. SoiiueisTÖg'el. Anthribini, s. Rüsselkäfer. AiithribBS Geoffr.. s. Rüsselkäfer. Anthrohia niaiunintiea, höhlenbewohnende Spinnen art ohne Augen. Anthrojiogenesis. Entwicklungsgeschichte des Menschen. Autliropolden, s. Menschenaffen. Anthropoides := Balearica pavonina, Pfauenkranich. Anthropologie, die Lehre von der Entwicklung, dem Bau des menschlichen Organismus, dessen Erhaltung und Pflege, sowie von den Rassen des Menschen. Authropomorphn«', s. Menschenaffen. Anthropopithecus, Po ngo 's. Mittelafrikanische Affen gattung mit Gorilla und Schimpanse. Anthuridae, s. Flossenasseln. Antlius Bechst., Pieper. Gattung der Bachstelzen (Motacillidae). Der massig lange Schwanz ist gabelig ausgeschnitten; die erste Schwinge ist so lang wie die zweite und dritte. Die Kralle der Hinterzehe ist lang, nicht selten spornartig. Sämmtliche Arten sind Zugvögel. Hier seien erwähnt: 1) A. pra- tensis Bec/ist., Wiesenpieper, Wiesenlerche, 15 cm lang, Schwanz 6 cm. Oben olivengrünbraun , unten röthlichgelb, oben und unten dunkelbraun gefleckt. Der Hinternagel länger als die Hinterzehe. Australien und Südamerika ausgenommen auf der ganzen Welt. Brütet zweimal; nistet in einer flachen Vertiefung des Bo- dens. Liebt sumpfige Wiesen und Weiden. 2) A. arhoreus Bec/ist., Baumpieper, Heidelerche, Holzlerche, 17 cm lang, Schwanz 6,5 cm. Oben grün erdbraun- grau mit schwärzlichen Flecken, unten rostgelb, schwarzgefleckt, an Kehle und ^2 Antibrachium— Antilopen. After weisslich. Bei dieser Art allein von allen einheimischen die Hinterzehe länger als der Hinternagel. 3) A. aquati cus Bechst., Wasserpieper, 18 cm lang, Schwanz 7 cm. Oben braungrau mit spärlicher schwarzgrauer Fleckenzeichnung, unten im Sommer ungefleckt. An Kehle und Brust röthlich, im Winter gelblich, an Brust und Hals dunkelgefleckt. Im Sommer in unseren Hochgebirgen. 4) A. ludovicianus Gw. Von dem vorigen durch kürzeren Hinternagel und kürzere Hinterzehe und die grüngelben Kanten der Schwingen und Steuerfedern (dort rostfahle Kanten) unterschieden. Nordamerika. 5) A. campester ßpchst., Brachpieper, 18 cm lang , Schwanz 6,6 cm. Oben gelblichgrau mit undeutlicher dunkler Zeichnung, unten gelblichweiss , Flügel braun, der schwach gebogene Hinternagel länger als die Hinterzehe. Im südlichen Europa. 6) A. Richardii VieilL, Sporenpieper, 20 cm lang, Schwanz 8 cm. Oben gelbgrau, Scheitel und Rücken braunschwarz gefleckt, unten gelblichweiss, Brust mit braunen Schaftflecken. Hinternagel be- deutend länger als die Hinterzehe. Nordeuropa. Antibrachium, s. Antebrachium. Antidorcas, Untergattung von Antilope (s. d.). Antigoiie-Kraiiich = Grus Antigone. Daurien. Antillenfrosch, s. Hylodes. Antillen-Reg'iou, s. Thiergeographie. Aiitilocapra = Dicraiioceros (s. d.). Antilopae nasiitae, s. Colns. Antilope Wagner. Gattung der Antilopen. Kleine zierliche Antilopen mit zugespitzter Nase, langen leierförmigen Hörnern, Leistendrüsen. Thränen- gruben fehlen oft. Arten der Untergattung: Gazella Blainville (sehr zierliche lebhafte Antilopen mit geringelten kreisförmigen Hörnern , langen Spitzohren, kleinen Afterklauen, zwei Zitzen): 1) Gazelle (A. dorcas Lichtensteui). Fast reh- gross. Oben hellbraun , unten weisslich. Liebt die Mimosenhaine , deren Blätter ihre Hauptnahrung. Meist in kleinen Gesellschaften, doch auch in Rudeln bis zu 50 Stücken. Nordafrika und Arabien. 2) A. dama Lichfensteiii, von der Grösse des weiblichen Damhirsches. Reinweiss, Hals und Rücken blassrothbraun. Herden- weise in den Steppen von Nubien, Kordofan, Sennaar. — Die Untergattung: Tra- gops Hodgson, ohne Thränengruben, mit Klauendrüsen.. 3) Benett's Antilope (A. Benetti 6'//fe6'), Indien. — Die Untergattung: Antidorcas SundevUle, Spring- böcke (mit Thränengruben, mit kurzen leierförmigen Hörneim). 4) Treckbock, Proukbock (A. euchore Forster), 130 cm lang, 86 cm hoch, zimmtbraun. Beim Springen entfaltet sich längs des Rückens eine schneeweisse Hautfalte. Vom Cap mehr in das Innere Afrikas gedrängt, wo es die Einöden in Hunderttausenden bewohnt. Beginnen sie zu wandern , so reissen sie andere Antilopen , Strausse und andere Thiere mit sich fort , während Löwen , Leoparden , Geier hinter ihnen herziehen und ganze Heerzüge der Eingeborenen gegen sie ausziehen , um viele Hunderte zu erbeuten. Ihre Sprungbewegungen sollen ausserordentlich schöne sein. Ihre Wanderungen wiederholen sich alle 4—5 Jahre während der Trocken- zeit; in der Regenzeit kehren sie wieder zurück. — Die Untergattung Leptoceros Wagner (mit langen, parallelen, etwas nach hinten gekrümmten Hörnern): 5) A. leptoceros Cuv., von der Grösse der Gazelle, mit Büscheln an den Knieen. In Sennaar. — Die Untergattung Antilope Blainville (die Weibchen hörnerlos): 6) Kropfantilope (A. gutturosa Pallas), 95 cm, vorne 80, hinten 83 cm hoch, mit stark entwickeltem kropfartigen Kehlkopf. Der Bock hat einen dem des Mo- schusthieres ähnlichen Beutel. Graulichbrauu , unten weiss. Das Weibchen ohne Kropf. Meidet den Wald, liebt die echte Steppe. Gegen den Herbst ziehen sie, mit Dschiggetais und Argalis gemischt, nach Süden. In dieser Zeit werden ihrer Tausende erlegt. 7) Sassi (A. cervicapra Pallas), 130 cm, 80 cm hoch. Die schwarzen Hörner mit 30 Ringeln. Mit grossen Thränengruben, Kniebüscheln. Färbung sehr variabel. Alte Böcke oben fast ganz schwarz, Weibchen mehr grau, junge Böcke braun. In Herden von 50 Stück unter Anführung eines alten Bockes. Gilt den Indiern als heilig. Vorderindien. Antilopen (Antilopina). Unterfamilie der Hornthiere (s. d.). Meist schlanke Zweihufer , mit hohen dünnen Beinen , kurzem , knappanliegendem Haar, am Ende gequastetem Schwanz, häufig mit Thränengruben und Afterklauen. Antilopenljüflfel— Apella. 43 Gattungen: Colus, Antilope, Pantliolops, Calotvagus, Tetracerus, Na- notragus, Cephalolophus, Hippotragus, Cervicapra, Oreas, Tragelaphus, Bubalis, Catoblepas, Portax, Budorcas, Capricornis, Haplocerus, Ru- picapra, Dicranoceros. Aiitilopenbüffel = Bos depressicomis Smith, Anoa, Wildkuh der Malayen. Antilopenkäiigriiruh, s. Macropus. Aiitilopeii-Lehmwespe = Odynerus antilope aus dei- Familie der Palten- wespen. Antilopina, s. Antilopen. Aiitimereii , Gegenstücke. Nach HaeckeJ lieissen so einander symmetrisch gegenüberliegende Körperabschnitte. S. Bilateral-symmetrisch. Aiitipathidae, Familie der Staudenkorallen. Polypenstöcke mit weichem, nicht verkalktem Körper und einfachem oder verästeltem Achsenskelet ; sechs Fang- armen. Gattungen: Antipathes PaJI. u. s. w. * Antistomium heisst die dem Munde gegenüberliegende Fläche des Thier- körpers (in der Regel mit dem After). Die Fläche mit dem Munde heisst Peri- stomium. Antliata Fabr. (antlion Schöpfeimer), s. Diptera L. Antrobraiicliia Learh, Netzkieme r. Aiitrostomus vociferus = Caprimulgus vociferus, Klagenacht- schatten, Whip-poor-will. Antrozous Allen. Gattung der Ziernasen (Megadermata). Der Gattung Nyctophilus nahestehende Fledermäuse. Anumblus, s. Anabatldae. Annra, s. Froschlurche. Anura Gray. Gattung der Phyllostomata. Schwanzlose Fledermäuse mit schmaler, saumartiger Zwischenschenkelhaut, sechs obere und sechs untere Backen- zähne. Hierher: A. ec au data Satiss. Oben dunkelschwarzbraun, unten heller, 5,5 cm lang, 22 cm spannend. Brasilien. Anus, s. After. Aiizoletto, Italien. Name für Trigla. Knurrhähne. Aones Laube., s. Ammonitidae. Aonyx, s. Lutra. Aorta, s. Säug-ethiere. Aorta abdominalis, s. Bauchfüsser. Aorta asceudeus, s. TVirbelthiere (Herz). Aorta cephalica, s. Bauchfüsser. Aorta desceudeus, s. Wirbelthiere (Herz). Aortenklappe, s. Säugethiere. Aortenzwiebel, bulbus aortae, s. Fische. Aotiis = Nyctipithecus, Nachtaffen. Apaloderma = Trogon narina, die Narina. Aus der Familie der Nage- schnäbler. Apar, Gürtelthier, s. Dasypus. Apate B'abr., s. Holzfresser. Apateoii. Fossile Lurche. Steinkohlenzeit. Apathus rupester Fahr., Felsenschmarotz er hummel, aus der Familie der Blumenwespen. Apatosaurus Marsh. Fossile Gattung der Dinosauria (Unterordnung Sauropoda). Mit überaus weitem Rückenmarkcanal; die Wirbelmittelpunkte und deren Portsätze etwas erweitert. Arten: A. laticollis Marsh. Wirbel über einen Meter weit, Nacken 160—190 Meter; A. Ajax Marsh, über 16 Meter lang. Apatura Fab., Schillerfalter. Gattung der Tagfalter. Den Eisvögeln (Limenitis) ähnlich mit breitgedrückter Fühlerkeule, spitzauslaufenden einander anliegenden Tastern. Die Männchen schillern auf der Oberseite der Flügel prächtig gelb, blau oder violett. Die Raupen dornlos, grün, leben auf Weiden und Zitter- pappeln. Hierher u.a. die deutschen Arten: A. Iris Z/., Blauschiller, Iris und A. IliaL., Gelbschiller. Apella, Oebus Apella, brauner Rollaffe. ^4- Aper— Aphrothoraca. Aper = Phacochoerus aethyopicus, Hartläufer. Aus der Gruppe der Warzenschweine. Aperea, s. Cavia. Apei'tura, Oeffnung, die vordere Mündung gewundener Schneckenschalen (früher hiess auch der Mündungsrand so). Apertura (Mündung), s. Bauchfilsser. Apertura caualifera, s. Bauchfüsser. * Apex, s. Bauchfüsser.* Apex (Scheitel), s. Miischclthiere.* Apfelbaum-Blattlaus, grüne — Aphis mali. Apfelbaum-Blattlaus, röthliche = Aphis sorbi. Apfelbaum-Gespiimstmotte, Hyponomeuta malinella. Apfelbaum-Glasflügler, Sesia myopiformis, aus der Familie der Holz- bohrer. Apfelbaum-Sclmauzeiimotte = Hyponomenta malinella. Apfelblüthenstecher, s. Anthonomus. Apfelblutlaus, s. Schizoneura. Apfelsauger, s. Psylla. Apfelwickler, s. Carpocapsa. Apfelwurm, s. Carpocapsa. Apliaenogaster, Gattung der Knotenameisen (Myrmicidae). • Aphaniotis, s. Octocryptis. Aphaulptera Khij. (aphanes unsichtbar, pteron Flügel), s. Flöhe.* Apharlug'eae Schmurda. Familie der Strudelwürmer. Mit nicht vorstülp- barem Schlundkopf. Aplielosaurus Gen-. = Proterosaurus //. v. M. Fossile Gattung der Baumag amen. Aus dem Kupferschiefer. Aphidae, s. Blattläuse. Aphidius Nees., s. Braconidac. Aphihellia Edw., s. Aug'eukorallen. Apliilotrix, Gattung der Gallwespen. Aplilebia Br. Gattung der Schaben (s. d.). Aphodius ///. Dungkäfer. Gattung der Blatthornkäfer (Lamelli- cornia). Unterfamilie: Mistkäfer (Coprophaga). Mit fünf Bauchringen, am Ende zweidornigen Hinterschienen. Die hinten gerundeten Flügeldecken lassen das Leibesende nicht frei. Beide ünterkieferladen häutig. In mehreren hundert Arten vertreten. Umschwärmen bei Sonnenschein und an schwülen Sommerabenden die Misthaufen zu Tausenden , legen ihre Eier unmittelbar in den Mist. S. Blatt- hornkäfer. Apliolidemys Pomel. Fossile Gattung der Lurchschildk röten. Aus dem Eocen. Aphritis Lafr. Gattung der Schwebefliegen oder Seh wirrf liegen (Syrrphidae). Hierher u. a.: A. apiformis de Geer, deren Larve als Gast der Stock am eise (Formica fuliginosa) lebt und ihrer vollständigen Kriechsohle und ihrer trägen Bewegung wegen sogar von Zoologen für eine Nacktschnecke ge- halten wurde. Aphroditiälae, Familie der Polychaetae errantia: Fussstummel des Rückens mit breiten Schuppen, welche meist abwechselnd oft nur am Vorderkörper den Segmenten aufsitzen; Kopflappen mit Augen, mit einem unpaaren und meist zwei seitlichen Stirnfühlern und zwei stärkeren unteren Fühlern ; Rüssel cylindrisch, vorstülpbar mit zwei oberen und zwei unteren Kiefern. Gattungen: Aphrodite L., Hermione Bio., Polynoe Sac, Acoetes And., Sigalion And. u. s. w.* Aphrophora Genn. (griech. schaumtragend), Schaumcikaden. Gattung der Kleinzirpen (s. d.). Die Larven sitzen auf Pflanzenstengeln und lassen aus dem After schaumigen Saft, der sie ganz einhüllt (Kukuksspeichel). Hierher u. a. : A. spumaria L., verursacht den Kukuksspeichel am Bocksbart, Schaumkraut und der Kukukslichtnelke und die „Weidenthr änen" der Weiden, indem ihre Schaum* bläschen zu Tropfen zusammenfliessen und herabträufeln. Aphrothoraca (griech. aphros Schaum, tliorax Rumpf) s. Actinophryidae Duj.* Apia— Apolemiadae. 45 Apia = Laiiiantiii. Apiilae Latr., s. Bliimeinvespcn. Apiocrinus. Fossile Gattung der Haarsterne (Crinoidea). Familie: Pentacrinidae. Apiocystites. Fossile Gattung der Stachelhäuter, den Haarsternen sich anschliessend. Im Uebergangsgebirge und Kohlenkalk. Apioii Berbsf, Spitzmäuschen. Gattung der Rüsselkäfer. Kleine, zierliche Käfer mit birnförmigem Körper, der hinten am dicksten ist^ nach vorne in einen dicken walzigen Rüssel verläuft, mit keulenförmigen, nicht gebrochenen Fühlern. Sie sind durchwegs ohne alle Zeichnung, schwarz, blau, grün oder mennigroth. Sind in etwa 400 Arten über die ganze Erde verbreitet. Zeitlich im Frühjahr findet man sie schon auf den Zweigen und spät im Herbstj3 sind sie noch da. Hierher u. a.: A. apricans Gi/ll., A. flavipes Genn. den Ivleesamen, A. pomonae F., Obststecher, den Trieben der Obstbäume schädlich. Apis, s. Hoiiig-biene. Aplacentalia — Implaceiitalia, Säugethiere, bei welchen die Entwicklung ohne Mutterkuchenbildung erfolgt. Es sind die Beutelthiere und Kloaken- thiere. Aplax //. r. M. Fossile Gattung der Seeschildkröten. Aplexa, s. Physa. Aplidium Savigny. Gattung der Polycliniden. Festsitzende, unregel- mässig convexe Ascidien-Colonien auf Meerpflanzen und Steinen , deren Einzel- thierchen jedes eine eigene sechslappige Eingangsöfi"nung besitzt, während die Aus- fuhröffnung für eine ganze Gruppe gemeinschaftlich ist. Schon l^ge bekannt: A. ficus L., Meer feige (als Alcyonium) an den englischen Küsten. Aplocerus = Capra moiitaua, Schneeziege. Apiodoutia Richards, s. Hapiodou. Aplysia, s. Aplysiidae. Aplysiidae, Familie der Stegonobranchia. Schale von zwei Fusslappen überdeckt. Gattungen: Aplysia L., Dolabella Lam.* Apneumona, Unterordnung der fusslosen Seewalzen. Lungen fehlend; Gekröse mit Wimpertrichter. Familie: Synaptidae.* Apneiista aut. (griech. apneustos athemlos), s. Asselspinuen u. Bärenthierchen.* Apiienstisch, s. lusekteii * Apnoe heisst der Zustand eines Thieres, in welchem es in Folge künstlicher Uebersättigung des Blutes mit Sauerstoff die Athmungsbewegungen einstellt. Apoda, s. Blindwüiiler. Apoda, s. Kahlbänche und Fische. Apoda (griech. a-pous Fuss), s. Seewalzen, fusslose.* Apoda, s. SteruAvürmer u. Blutegel.* Apoda, Familie der Rankenfüsser. Körper mantel- und fusslos; Mund zum Saugen; leben in Rankenfüsserschalen. Einzige Familie: Protolepadidae.* Apoderus Oliv. Gattung der Rüsselkäfer. Fühler zwölfgliedrig, Hinter- rand des Halsschildes wulstig aufgeworfen. In zahlreichen Arten vertreten Die Weibchen machen an den Blättern knopfartige Rollen, in die sie die Eier ablegen. Hierher u.a.: A. coryli L., Haseldickkopfkäfer, glänzend schwarz, Brust und Decken roth. Seine Wickel findet man auf Haseln, Buchen, Hainbuchen; A. longi- collis. langhalsiger Dickkopfrüssler mit auffallend langem Halse, auf Java. S. Rüsselkäfer. Apodidae, s. Kiefeufiisse. Apogon Cwr. Gattung der Barsche (s. d.). Grossäugige und grossschuppige Fische, der Gattung Ambassis sehr nahe stehend, mit bestacheltem Hauptdeckel. Ueber 50 Arten. Art: Barbenkönig (A. imberbis Linm) 10 cm. Orange- farben oder roth mit kleinen schwarzblauen Flecken; an der Schwanzflosse steht ein grösserer schwarzer Fleck; die Flossen sind roth. Sein Name rührt von der Aehnlichkeit seiner Färbung mit der der Barben und seinem wohlschmeckenden Fleische her. Mittelmeer. Apolemiadae Haxle;/. Familie der Röhrenquallen. Physophoren mit langem, fadenförmigem Stamm. Die Schwimmglocken sind zu einer zweizeiligen Schwimmsäule vereinigt. Hierher: Apolemia uvaria Less. mit keulenförmigen 4(3 Apollofalter — Aquaspirantia. Deckstücken, wenigen Fresspolypen, zahlreichen Tastern, unverästelten Fangfäden. 2 mm lanff. Im Mittelmeer. Apollofalter, Parnassius Apollo L., rother Augenspiel. Schöner Tagfalter. Die Raupe , nur bei grosser Hitze zu sehen , lebt auf Sedum album. Gebirgsfalter. Apophyse heisst: 1) der aus einem eigenen Knochenkern entstandene Fort- satz eines Röhrenknochens; 2) der untere Schenkelring zwischen Hüfte und Schenkel der wespenartigen Hautfiügler. Aporosa. Unterabtheilung der Madreporarien, die Mützenkorallen (Turbinolidae), Sternkorallen (Astraeidae), Augenkorallen (Oculinidae) und Pilzkorallen (Pungidae) umfassend. Aporrhaidae. Familie der Vorderkiemer. Schnecken mit gewundener Schale, ausgebreiteter Aussenlippe, hornigem kleinen Deckel, langer Schnauze, am Grunde der langen Fühler auf kleinen Stielen liegenden Augen. Hierher die Gattungen: 1) Aporrhais Costa (Ctenopus Phil.), die kegelförmige Schale mit hohem Gewinde. Art: A. pes-pelecani Gray, Pelikansfuss, kommt in Triest als Zamarhgola auf den Markt. 2) Struthiolaria L. Die eiförmige Schale mit kurzem Gewinde. Art: Str. straminea 6^m. = nodulosa Low. Neuseeland. Aporrhais, s. Aporrhaidae. Apostolepis Cape. Gattung der Wülsten sohl an gen. Apothekerassel, s. Armadilliden. Appariitus npicalis (Scheitelschild), s. Seeigrel.* Apparatus masticatorius ) T„„„|,t„„ * suctorius S ^"s®'^'^®"- Appendices anales (Analanhänge) } ^ Insekten * „ grenitales (Genitalanhänge) ) ^' Appendices pyloricae, Pförtneranhänge, s. Fische. Appell (licnlaria CJiamisso. Gattung der Mantelthiere. Den Ascidien- Larven ähnliche, im offenen Meere freischwimmende, nicht zusammengesetzte Thiere mit bleibendem Ruderschwanz. Ihnen nahestehend die Gattung: Friti Ilaria Q'ioj/ und Gaipnurd mit kurzem .Schwanz, gebogenem Endostyl, hutförmiger Kopffalte. Appendiciilaridae Gronc, einzige Familie der Schwanzascidien mit den Gattungen: Appendicularia Cham., Fritillaria Fol, Kowalevskia i^o^ u. s. w. Appeiidieiilata polychaeta (griech. vielborstige). Nach ör/(^e erste Ord- nung der Ringel Würmer, zu welcher alle Würmer, die neben seitlichen Borsten- bündeln am Rücken oder Kopf weiche Anhänge (Appendices)(Blätter, Läppchen, Fäden u. s. w.) tragen. Zerfallen in: Raubanneliden (Rapacia) und Schlamm- fresser (Limnivora). Aprasia mit Aprasia octolineata Peters, Gattung der Sandechsen. Aprilkäfer, Rhizotrogus assimilis Herbst, s. Blatthornkäfer. Aprocta Dies (non M. Schnitze), s. FadenwUrmer. * Aproeta M. Schnitze (griech. aproktos After), s. Strudelwürmer.* Apron, Barschart, s. Aspro. Aptenodytes, s. Flossentaucher. Aptera, s. Flügellose.* Apteria, Raine, s. Vögel (Gefieder). Apterichtliys = Ophichthys. Apternus, s. Picidae. Apterura, s. Kahlschwänze. Apterygidae, s. Schnepfenstrausse. Apteryx, s. Schnepfenstrausse. Aptychus, s. Kopffüsser. Apus Schä/f'er, s. Kiefenfüsse. Apus melba = Alpensegler. Apusiden, s. Apodideu. Apuya =: NabelscliAvein. Apygia, s. Testicardines.* Aquarien, s. Zoologische Gärten. Aquaspirautia (lat. wasserathmend) Bäte und Westwoocl. Unterabtheilung der Asseln, alle Asseln, mit Ausnahme der Landasseln, umfassend. Aquatilis cinclus — Archaeopteryx. 47 Aquatilis cinclus = Cinclus aquaticus, Wasserschwätzer. Aquila marina = Mylliobatis aquila, Adlerrochen, Meeradler. Aus der Familie der Stachelrochen. Aquilastur Bonelli = Nisaetus fasciatus, Habichtsadler. Aquiliuae, s. Adler. Ära aracaiiga = Sittace macao, die Arakanga. Aus der Gruppe der Langschwanzpapageien. Arabische Fauna, s. Fauna. Arabisches Pferd, s. Pferd. Arachnidium (Spinnapparat), s. Spinnen.* Arachuocebus = Stenops gracilus, Schlanklori. Arachnoidea Geist, (griech. arachnoeides spinnenartig), s. Spinnenthiere. * Araja = A'V arzenschwein. Arakanga = Ära. Aranius = Rallus aquaticus, Wasserralle. Aräneae (aranea Spinne), s. Spinnen. Araneida Ldtr. (aranea Spinne), s. Spinnen. Arapaima, s. Osteoglossidae. Arara, s. Sittace. Ararakakadu = Microglossus aterrimus. Ararauna = Sittace ararauna. Arassari = Pteroglo'ssus Aracari. Aus der Familie der Pfefferfresser. Aratinga acutirostris = Brotogerys tirica, blauflügeliger Schmal- schnabelfittich. Südamerika. Arl)ä = Elephant. Arbavik = Grönlandswal. Arbeiter heissen bei den staatenbildenden Ameisen, Wespen, Bienen, Termiten (s. d.) weibliche Individuen mit verkümmerten Geschlechtswerkzeugen, denen die Jungenpflege, Errichtung und Instandhaltung des Baues, Zutragen der Nahrung, überhaupt alle arbeitlichen Verrichtungen obliegen. Oft finden sich neben kleinköpfigen Arbeitern mit schwachen Kiefern grossköpfige männliche Arbeiter mit starken Kiefern (Soldaten). Arbeitsbiene, s. Honig'sbiene. Arbeitstheilung-, s. Thierstöcke und Thierstaaten. Arbek = Grönlandswal. Arbelorhina ^ Caereba cyanea, Sai. Aus der Familie der Zucker- vögel (Caerebidae). Area, s. Archenniuscheln. Arcadae, s. Archenniuscheln." Arcella Ehrenb., s. Arcellidae. Arcellidae. Familie der Foraminifera lobosa. Körper mit zahlreichen Kernen, Vacuolen, lappigen Pseudopodien und fester napf förmiger Schale mit Oeffnung in der Mitte: Arcella Ehrenh., Arcellina Dup., Pseudochlamys CJap und Lachm. u. s. w.* Arcellina Dup.^ s. Arcellidae. Arcestiden, s. Ammoniten. Arceuthornis = Turdus pilaris, Wachholderdrossel. Archaeoniys Jonrd. Fossile Gattung der Nager, den Octodontina Wester h. angehörig. Aus der Miocän- und Tertiärzeit. Archaeoniscus. Fossile Gattung der Ringelkrebse aus dem Oolith. Archaeopteryx (griech. Urflügel) H. v. M. = Gryphosaurus, Rätheiei- dechsen, A. Wag)i. Fossile Gattung der Vögel. Von allen anderen Vögeln durch den körperlangen Schwanz, dessen einzelne AVix-bel jederseits eine Steuerfeder tragen, und durch die getrennten Knochen der Mittelhand unterschieden. Die Kiefer sind bezahnt. Diese Gattung bildet mit den Gattungen: Ichthyornis (mit gekieltem Brustbein, den Fischwirbeln ähnlichen biconcaven Wirbeln, gutentwickelten Flügeln, in eigenen Alveolen sitzenden Zähnen) und Hesperornis (mit vorne concaven, hinten con- vexen Wirbeln, ungekieltem Brustbein, verkümmerten Flügeln und in einer Längs- rinne des Kieferrandes steckenden Zähnen) die Gruppe der Zahn vögel (Odontor- nithes). Da man in Archaeopteryx das Bindeglied zwischen Vögeln und Rep- 48 Archaeozonites— Arctiina. tilien gefunden zu haben glaubt, so hat man daraufhin die Vogelordnung: Saururae (Eidechsenschwänze) mit der Familie: Archornithidae' (Urvögel) ge- gründet. Das erste Exemplar der Archaeopteryx ist um 14,000 Mark nach England verkauft worden. Jüngst hat man ein weiteres Exemplar gefunden, das sich im Berliner Museum befindet. Archaeozonites Sanilberyer. Fossile Gruppe der Landschnecken. Vor- läufer der Gattung Zonites. Schon im Oligocen. Archar, Wildschaf. Archare, Wildschaf. Archaster, M. n. Tr., s. Astropectinidae. Arcliegosauria Huxley (griech. Eidechsen -Stammvater). Ganocephala. Glanzküpfe. Fossile Gruppe der Lurche. Unterabtheilung der Wickelzähner (Labyrinthodonten). Mit gepanzertem Schädel, wenig ausgebildeten Zahnfalten. Durchwegs aus der Steinkohlenformation. Gattungen: Dendrerpeton Owen, Archegosaurus Goldfuss, Loxonia Huxley u. a. Archegosaiiriis, s. Archegosauria. Archeiiiiiusehelii (Arcadae). Familie der Homomyaria. Schalen gleich- klappig, dickwandig; Band äusserlich, Epidermis oft behaart; Schloss mit Zähnen, Kiemen fadenartig; Fuss gross. Gattungen: Area L., Pectunculus La»i., Cucul- laea Lam u. s. w. Archibiiteo, s. Bussarde. Archicorax = Corvultur crassirostris, Erzrabe, Archig-astriila, s. (xastriiia. Archigetes Sielioldii Leuckart. Von Leuckart als geschlechtsreifes Cestod erkannter Parasit mit zwei schwachen Sauggruben und Schwaazanhang Archig'Oiiie Haeckel, Urzeugung. Zum Unterschiede von Tocogonie, elter- licher Zeugung. Areliipterygium Gegenhaner (griech. Urflosse). Urform der Pischflosse. Ein stark gegliederter medialer Knorpelstab mit einer Reihe dünner gegliederter Flossen- strahlen jederseits. Findet sich heute nur mehr bei der Gattung Ceratodus. Arcliiteuthis Steetistrup, Riesentintenfische. Gattung der Oigopsidae. Der fabelhafte Seemönch, Fischmensch, Seebischof alter Werke. Von Zeit zu Zeit an den Küsten strandend. Das grösste bis jetzt gesehene Exemplar war sechs Meter lang, während die Arme elf Meter Länge hatten. Arcliitrocli (griech. Urrad) Rai/. Gemeinsame Bezeichnu'ig für das ringsum bewimperte Segel der Mollusken-Embryonen, den Wimperapparat der Räderthiere und den Fühlerkranz der Moosthierchen. Archizoa Lmn. (griech. arche Anfang, zoon Thier). s. Urthiere. Archornithidae, s. Archaeopteryx. Arcidae, s. Area. Areiferi Co/;e (griech. Bogen tragend). Unterabtheilung der Froschlurche. Cope basirt diese Gruppe auf die Gestalt des Schultergürtels und zählt hierher die Familien: Discoglossida, Asterophrynida, Pelodytida, Scaphipodida, Hylida, Cystignatida, Rhinophrynida, Bufonida, Hemiphractida. Arctea Liuuour. Gattung der Kreiswirbier (Gymnolaemata = Stel- matopoda). Arctia Sehr. Schmetterlingsgattung der Bärenspinner (Arctiina) mit A. caja, brauner Bär; A. purpurea, Purpurbär. S. Arctiiclae. Arctiidae. Familie der Schmetterlinge. Mit breiten, in der Ruhe dach- förmigen oder um den Körper sich wickelnden Flügeln ; Hinterflügel mit Haftborste ; Leib dicht behaart. Ziehen bei der Berührung Fühler und Beine ein und sondern aus den Fühler- und Kniegelenken einen gelben Saft ab. Zerfallen in: 1) Flechten- spinner (Lithosiina). Gattungen: Setina Sehr., Calligenia Dup., Gnophria Steph., mit Gn. quadra L., Vierpimkt, Lithosia Fabr. 2) Arctiina, Bären- spinner. Deren Raiipen mit langbehaarten Warzen die sogen. BärenrauiDen. Gattungen: Callimorpha Latr., Emydia Boise/., Arctia Sehr. = Euprepia Ochs, mit A. russula L., Strohband (Nemeophila Steph.); A. caja L., brauner Bär, gemeiner Bärenspinner; A. villica L., schwarzer Bär; A. purpurea L., A. menthastri Esj). (Spilosoma Steph.). Arctiina, Bärenspinner, s. Arctiidae. Arctisca— Ardeosaurus. 49 Arctisca, s. Tardigrada. Arctiscon, s. Arctisconidae. Arctisconidae. Einzige Familie der Bärenthierchen mit den Gattungen: Arctiscon Schrk., Macrobiotus 6chultze, Echiniscus . Nord. Meere. Axishirsch, s. Ceryns. Axolotl heisst die Larve der Molchgattung Amblystoma (s. d.), die man aber auch als eigene Gattung Siredon (s. d.) angesehen hat. Sie hat in fort- pflanzungsfähigem Zustande äussere Kiemen und nach Art unserer Wassermolche einen seitlich plattgedrückten Ruderschwanz. Unter gewissen Umständen wandeln sich diese Larvenformen in kiemenlose, unseren Landmolchen ähnliche Ambly- stomen mit drehrundem Schwänze um, und muss man annehmen, dass in Folge eingetretener Umstände das Landleben dieser Thiere einst unmöglich gemacht worden und so die Fertigentwicklung in kiemenlose Molche mit walzigem Schwänze untei'bleiben musste. Schwerer ist die Entscheidung, ob der eine oder der andere Fall als Rückbildung anzusehen ist. Von Siredon mexicanum Baird. z. B. kennt man wohl durch künstliche Zucht erhaltene Amblystomen, während sich im Freien solche nicht und nur die mit äusseren Kiemen besetzten Axolotl vorfinden. Man vergesse aber einerseits nicht, wie versteckt viele Molche leben, findet man doch bei uns eben aus dem Wasser gekommene Junge, und dann Männchen von Feuer- salamander sehr selten, andererseits wie solche Hemmbildungen auch bei unseren heimischen Lurchen sich finden. Ref. hat schon vor Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass man Kaulquappen von Batrachiern Jahre lang im Larvenzustande zurückhalten kann, und dass man ganz ausgewachsene vierfüssige Tritonen in tiefen Cisternen mit grossen Kiemenbüscheln findet, die sich geschlechtlich fort- pflanzen. Zunächst gilt der Name Axolotl für die in dem Salzsee bei der Stadt Mexico lebende, spannegrosse, grossköpfige , schwarze und dunkelgefleckte Form, deren Fleisch dort gerne gegessen wird. Heute bezeichnet man damit wohl alle die zu uns kommenden Amblystomen-Larven, die sich ja in unseren grossen Aquarien eingebürgert haben und jetzt ganz allgemein gezüchtet werden. Axonia, axenfeste Grundformen, bei denen sich (ein Punkt, eine gerade Linie, eine Ebene) ein Centrum bezeichnen lässt. Axungia, ausgeschmolzenes Thierfett. Aye-Aye, s. Chiromys. Ayer = Schabrakentapir. Aythya = Fuligula nyroca, Moorente. . Azecsi Leach. Gattung der Landschnecken. Kleine, der Gattung Cion eil a nahestehende Schnecken, mit Zähnchen in der Mündung. Hierher u. a. A. Menkeana C. Pfeiff. Nordwesteuropa. Azoisch, thierlos, z. B. Gesteinschichten, in denen bis nun keine Spüren von Thierresten sich fanden. Baars — Bachstelzen. 71 B. Baars, Baarsch = Barsch. Baas nennen die Hottentotten das Gnu. Babacoto, Indri, Lichanotus indri Illig., s. Leiiiuridae. Babaghän = Halsbandfittich. Babelau = Kabeljau. Babi-Alu, heimatlicher Name des Schabrakentapirs. Babolnaer, Pferde aus dem ungarischen Gestüte Babolna. Babuiu, Pavian, s. Cynocephalus. Babyrussa, s. Porcns. Bacalao, ursprüngliche Benennung des Kabeljaus bei den Spaniern. Baccala, aus dem neufundländi sehen Bakkala, italienische Benennung des Kabeljau. Baccalare nannten die Italiener den Kabeljau. Bacclia Meig., Gattung der Schwebfliegen (s. d.). Bachamsel, Cinclus aquaticus Beckstein, s. Turdidae. Bachbummel = Schneiderfisch, Alburnus bipunctatus. Bachdrossel = Bachamsel. Bache, Weibchen des Wildschweines. Bachfauna, Thierwelt des kühlen, nicht stagnirenden, rasch bewegten Bach- wassers, s. Fauna. Bachflohkrebs, s. Gammarus. Bachforelle, Salmo fario L., s. Lachse. Bachgeize, s. Gammarus. Bachgrundel, schmale Bartgrundel, Nemachilus barbatula L., siehe Weissflsche. Bachjungfer,Callypteryx virgo und Callypteryxsplendens,s. "Wasser- jungfern. Bachläufer, Velia currens Fabr., s. Wasserläufer. Bachmücke, Tipula L., Gattung der Tipulidae (s. d.). Bachneunauge, Petromyzon Plane ri Block, s. Neunaugen. Bachstelzen, Motacillidae. Familie der Sperlingsvögel. Der schlanke Schnabel, etwas kürzer als der Kopf, hat eine sanft gebogene Firste, an der Spitze einen Einschnitt. Die langen zugespitzten Flügel mit bloss 9 Handschwingen. Der Schwanz ausgerandet. Die Hinterkralle sehr oft in einen Sporn verlängert. Insektenfressende schlanke Vögel, die sich gerne in der Nähe des Wassers aufhalten. Eigenthümlich ist ihr beständiges Auf- und Niederbewegen des Schwanzes. Gattungen: 1) Motacilla L., Bachstelzen. Schwanz lang, bis auf die 2 mittleren Federn, die etwas länger sind, gerade abgestutzt; 1. Schwinge etwas kleiner als die 2. und 3. Arten: M. alba L., Bachstelze, bläulich aschgrau, unten weiss, Stirn weiss, ge- meiner Zugvogel Deutschlands; M. flava = boarula L., Schafstelze, gelbe Bachstelze, Viehstelze, olivengrün, unten gelb, Kopf grau; M. citreola Fall., Sporenstelze, aschgrau, unten gelb, in Asien, selten in Deutschland; M. sul- phurea Bechst. = boarula Penn., Gebirgstelze, graue Bachstelze, dunkel- aschgrau, unten gelb. 2) Anthus Bechst., Pieper. Schwanz massig lang, gabelig, 1. Schwinge so lange wie die 2. und 3, Arten: A. pratensis BecJtst., Wiesenpieper, Wiesenlerche, olivengrünbraun , unten röthlichgelb , dunkel- braun gefleckt; auf der ganzen Erde, mit Ausnahme Südamerikas und Australiens; A. campestris Bechst., Brachpieper, gelblichgrau, undeutlich dunkel gefleckt, unten gelblich weiss ; A. arboreus Rechst., Baumpieper, Heidelerche, Holzlerche, grünlichbraungrau, unten rostgelb, schwarzgefleckt; A. aquaticus Bechst., Wasser- pieper, braungrau, spärlich schwarzgrau gefleckt, unten röthlich, im Winter gelb- 7 2 Bachwasserläuf er — Bärenstummelaffe. lieh; A. ßichardii VieilL, Sporenpieper, gelbgrau, braunschwarz gefleckt, unten gelblichweiss ; A. ludovicianus Gmelin. Nordamerika, in Deutschland selten. Bachwasserläufer, Totanus, s. Schnepfenvögel. Bachweideneule, roth. Weidenordensband, Frau, C at o c al a n u p t a X., s. Eulen. Bacilli (Stäbchen), s. Korallenpolypen.* Bacilli = „Stäbchen" der Netzhaut. Bacillus Latr., Gattung der Gespenstheuschrecken (s. d.). Backe, bucca, Wange. Backendrüsclien, glandulae buccales, zahlreiche enge, nebeneinander gelegene, traubige Schleimdrüsen unter der Backenschleimhaut. Backenhörnchen, s. Tamius. Backenmaus, s. Saccostoniys. Backentaschen, dienen als Nahrungsbehälter. Die äusseren Backentaschen (z. B. bei der Taschenmaus) haben den Eingang ausserhalb der Mundhöhle, während die inneren Backentaschen, wie sie u. A. der Hamster, das Murmel- thier, der Prairiehund, der Bobak, die Meerkatzen, Paviane besitzen, von der äusseren Körperbedeckung überkleidet sind. S. Säugethiere. Backenzähne, dentes molares, s. Säug^ethiere. Backöfelchen = Fitislaubsänger, s. Sänger. Bacteria LatreiUe, Gattung der Gespenstheuschrecken (s. d.). Bacterien (bacterion, Stab), s. Schizomycetes Fr* Baculina Orbigny, s. Ammonitidae. Baculites, s. Ammonitidae. Badak, Sumatra-Nashorn, s. Nashörner. Bader, Chirurg, Acanthurus chirurgus Bloch, s. Stachelschwänze. Badeschwämme. Als solche kommen verschiedene Euspongia- Arten in Ver- wendung. Siehe unter Schwämme und Hornschwämme. Badjarkit = kurzschwänziges Schupp enthier. Badister Clairvllle, Gattung der Laufkäfer (s. d). Bälfehen-Ammerflnk, s. Ammerflnken. Bälkchen, trabeculae, s. Korallenpolypen. Bänder, ligamenta, stellen die Verbindung von Knochen oder beweglichen Körpertheilen mit weniger beweglichen her. Bär, brauner, s. Ursus. Bär, brauner, ein Spinner, s. Arctiidae. Bär, gemeiner, s. Ursus. Bär, gemeiner, ein Spinner, s. Arctiidae. Bär, grauer, s. Ursus. Bär, fruchtfressender, s. Ursus. Bär, malayischer, s. Ursus. Bär, schwarzer, ein Spinner, s. Arctiidae. Bären, s. Ursus. Bärenfänger, Bluthund, Bullenbeisser, Canis ursuritius, grosse Hunderasse, musculös und massig, mit sehr entwickelten Speicheldrüsen (Speichel hängt oft in langen Fäden herab). S. Haushund. Bärenkrebse, Scullarus, Gattung der Krustenkrebse (Astaciden). Alle Brustbeine ohne Scheeren mit einfachen Klauen ; die blattförmigen äusseren Antennen ohne Schuppe, der Körper kurz, flach. Arten: SAatusLatr., S. arctus L. Mittelmeer. Bärenkusu, Phalangista ursina Tenwiinck, insektenfressendes Beutel- thier in den Wäldern von Südcelebes, s. Phalangista. Bärenmaki, Arctocebus, s. Lenmridae und Arctocebus. Bärenmarder, Arctitis, s. härenartige Raubthiere u. Arctitis. Bärenpavian, Cynocephalusursinus Wagner, s. Schmalnasen und Cyno- cephalus. Bärenraupen, Raupen der Bärenspinner. Bärenrobbe, s. Arctocephalina. Bärenspinner, Ar ctiina,Euprepid ae. UnterabtheilungderArctiidae(s.d.). Bärenstummelaffe, Colobus ursinus, von C. guereza Rüpp (s. Schmal- nasen) durch den Mangel des weissen Mähnengürtels, die längeren Haare und den fast weissen Schwanz unterschieden. In den Wäldern Westafrikas. Bärenthierchen — ßaicalia, 73 Bäreiitliierclieii, Tardigrada Du.j. Ordnung der Spinnenthiere, die be- reits von ihrem Entdecker F. 0. Müller im Jahre 1785 als Acarus ursellus den Milben beigezählt worden sind, während sie später von Dujardin den Käderthieren, von M. Schnitze den Krebsen (Lernaea) eingeordnet wurden. Sie sind meist mikroskopisch klein und besitzen einen wurmförmig gestreckten Körper, der un- deutlich aus 4 Segmenten zusammengesetzt erscheint; am Vorderende befindet sich eine fleischige Saugröhre mit 2 aus den verwachsenen Kieferfühlern und Unter- kiefern gebildeten, aus Kalk- und Chitinstäben bestehenden Stileten; manchmal fehlt sie indes. Die 4 Beinpaare sind kurz, stummeiförmig und enden mit mehreren Klauen; das hinterste Paar befindet sich am Ende des Körpers. Sie schwimmen und kriechen sehr langsam und träge. Das Nervensystem besteht aus 4 durch lange Fäden verbundenen Ganglienknoten, von denen der erste das Gehirn vor- stellt und 2 Nerven zu den vor den Brustbeinen stehenden Punktaugen und den beiden Sinneswarzen absendet. An das Saugrohr schliesst sich ein Schlund mit musculösen Wandungen an, dem ein blindsackreicher Magendarm mit kurzem Enddarm folgt; die AfteröfFnung liegt zwischen den Hinterbeinen. Die Speichel- drüsen sind sehr gross und münden in die Saugröhre; der Magen hat einen Drüsen- belag von Leberzellen; die Nahrung besteht in Thiersäften. Kreislauf- und Ath- mungsorgane fehlen (daher Apneusta aut). Die Bärenthierchen sind Zwitter und besitzen paarige Hoden und einen Eierstock; die Drüsen münden mit Kloake in den After. Sie legen während der Häutung grosse, aber wenige Eier und bedecken sie mit den Häuten, bis die Jungen ausschlüpfen; diese besitzen bereits alle Bein- paare und entwickeln sich ohne Metamorphose. Sie leben in Moos, feuchtem Sand, Algen u. s. w. der Dachrinnen , seltener im Wasser der Quellen und an Meeres- ufern und sollen sehr grosse Resistenzfähigkeit besitzen , indem sie nach langem Eintrocknen wieder weiter zu leben vermögen. Man unterscheidet eine Familie Arctisconidae. Hierher Macrobiotus Hufelandii S. Seh., Echiniscus Beller- manni S. Seh., Milnesium tardigradum Doy. Literatur: Doyere in Ann. sc. nat. (2) XIV. Dujardin, ibid. (3) XV. Kaufmami, T., in Zeitschr. für wissensch. Zool. III. 1851. Greeif, H., in Arch. für mikrosk. Anat. I. u. IL* Barsch, Volksname des gemeinen Flussbarsches. Bärschling, Volksname des gemeinen Flussbarsches. Bärstel = Fliissbarscli. Bärster = Flussbarsch. Bärstliiig = Flussbarsch. Bärtliuge, Megalaeminae, eine ünterfamilie der Bartvögel (nach Marshall), s. Megalaema unter BartvögeL Bärzeit, weidmännischer Ausdruck für die Brunstzeit des Bären. Bäuerliiig, Rothdrossel, T. iliacus L., s. Turdidae. Baflfinsbaihuud, Haushund der Bewohner der Baffinsbai. Bagdette, Columba tuberculosa, vielgehaltene Warzentaube. Die englischeBagdette, Carrier, gross, kräftig, von schöner Haltung, rasche Fliegerin, galt einmal als guter Brief böte, welche Verwendung jetzt durch die zu stark ge- wordene Schnabelwarze, die ihr Sehvermögen beeinträchtigt, unmöglich gemacht ist ; ist aber zur Zeit in England eine der theuersten Ziertauben. Zwei andere geschätzte Bagdetten sind die deutsche (Nürnberger) und französische Bag- dette. S. Felstaube. Bagous Germar, Gattung der Rüsselkäfer (s. d.). Bagriiiae, Brack weise, s. Welse. Bagrus Blecker, Brackwelse. Gattung der Welse (s. d.). Bahamaschwamin, ein grober, lockerer, dunkler Badeschwamm, aus West- indien kommend. Bahila caliiiyga, Leiothrix lutea, Sonnenvogel, Pekingnachtigall, Gold- drosselmeise. Ein schöner Vertreter der Drossel- oder Hügel meisen (Liotri- chidae) mit angenehmem Gesänge. Südwestasien. Baicalia v. Martens = Limnorea Di/bowsky = Tryonia Stimpson, Gattung der Rissoiden. Kleine Süsswasserschnecken im Baikalsee. 74 Baikia — Balantidium coli. Baikia, s. Anopina. Baizfalk = Wanderfalk. Bajad = Bagrus bayad, s. Welse. Bajjerkeit = kurzschwänziges Scliuijpenthier. Bakewehia King. Fossile Muschelgattung aus der Zeclisteinformation, den Vogelmusclieln angehörig. Balaena Linne = Eubalaena Gray, Glattung der Glattwale (s. Barten- wale). Mit zahlreichen, kammartig gestellten, langen, schmalen, hornigen Platten, (Bartas, sog. Fischbein), mit breiten abgestutzten Brustflossen, ohne Rückenflosse, unbeweglich miteinander verbundenen Halswirbeln, glattem Bauche. Arten: 1) Grönländischer Walfisch (B. mysticetus L. 16 — 24 m lang; über 100 000 kg schwer; Maul 5 — 6m lang, 3 — 4m breit, mit 300 — 360 Barten, deren mittelste 5 m lang. Das grösste lebende Thier. Unter der Haut eine 20 — 40 cm dicke Speck- schichte. Lebt in kleineren oder grösseren Gesellschaften. Muss etwa alle Viertel- stunden an die Oberfläche , um zu athmen , wobei er mit Wasserdämpfen ge- schwängerte Luft mehrere Meter hoch aufstösst. Nährt sich von kleinen Mollusken. Ein erwachsenes Thier liefert etwa 1600 kg Fischbein und 24 000 kg Thran. 2) Süd- licher Wal (B. australis Desmoulins). Kleiner als der grönländische. Mit 15 Rippen. Der Kopf beträgt nur ein Viertel der Körperlänge. Mit kürzeren Barten, spitzeren und grösseren Brustflossen , weniger tief eingeschnittenem Schwanz. Mit Ausnahme eines weissen Bauchfleckes ganz schwarz. An den Küsten der süd- lichen Meere. Wird ebenso wie der grönländische Wal gejagt. Balaeniceps Gould, Schuhschnäbel, Gattung der Reihervögel (s. d.). Balaeuida, Glattwale, Familie der Bartenwale (s. d.). Balaenodea = eigentliche Wale. Balaeiiodon Owen, fossile Gattung der Wale aus der Unterordnung der Zeuglodontia. Balaenoptera Lacep. (griech. Walfischflügler). Gattung der Furchenwale. Die Rückenflosse hoch , seitlich zusammengedrückt , schon an der hinteren Grenze des zweiten Drittels der Körperlänge beginnend. Die Halswirbel verwachsen zu- weilen. Art: B. rostrata Gray, Zwergwal 9,5 m lang. Schiefergrau, unten röthlichweiss. Wiederholt als junger Finnwal gehalten. In den nordischen Meeren, von wo er zuweilen in die Flussmündungen geräth. Balaenopterida, Furchenwale, s. Barteiiwale. Balaenopterina Gray = Pterobalaena Esrhrichf. EsrJiricJit unterscheidet die Furchen wale in 2 Unterfamilien: Herobalaena mit hoher, zusammengedrückter Rückenflosse, umfassend: Balaenoptera, Physalus, Benedenia, Sibbalius und Cyphobalaena mit niedriger, breiter Buckel-Rückenflosse mit der Gattung Megaptera. Balanidae, s. Seepocken.* Balaniims Ger mar (griech. eichelartig), Nussbohrer, Nussrüssler, siehe Rüsselkäfer. Balanoglossus Delle Chiaje, Gattung der Enteropneusti (Binnen- Athmer). Sehr charakteristische im Sande lebende Meerwürmer, welche beim Athmen das Wasser durch den Mund aufnehmen und dann tlieils durch die Athemöflfnungen, theils durch die Afteröffnung ausströmen lassen. Der lange, flache, schwach ge- ringelte Leib hat zwei blattartige Seitentheile und einen Schwanztheil ; am vorderen Ende befindet sich ein schlauchartiger, zusammenziehbarer , hinten blind endender Rüssel (Sipho), der als Fortbewegungsorgan dient; hinter diesem Rüssel am Bauch liegt der grosse Mund, am Ende des Körpers der After. Als Athemoi-gane fungix*en bogenförmig über den vorderen Darmtheil gelagerte Kiemen; zwischen je zwei Bogen befindet sich eine flimmernde Athemöfi'nung (Stigma); sind getrennten Ge- schlechtes. Den tonnenartigen, flimmernden Embryo, der sich bald in den Be- wegungsrüssel und den Rumpf abschnüi-t, hat man als Tornaria beschrieben. Arten: B. clavigerus Delle Chiaje, bei Neapel; B. tricollaris Schmarda, indischer Ocean; B. minutus Kowalewsky, bei Neapel; B. Kupfferi TU. Suhm , Nordsee. Balantidium coli Malmst., Schmarotzer im Colon des Menschen. Infusorium aus der Familie der Bussaridae, Unterordnung: Heterotricha. Baianus— Bandasseln. 75 Baianus, Eichel. Das Endstück des männlichen Gliedes mit der Harn- röhrenöffnung. Baibussard = Fischadler. Baldachinspiniie, Berg-Webspinne, Linyphia montana, aus der Fa- milie der Webespinnen (s. d.). Balea Prideaux, Gattung der Schni rkelschnecken (s. d.). Balearica Briss, Kronenkraniche, s. Krauiclie. Baleoclausilieii Rossmässler, Gattung der Landschnecken. Mit gar nicht oder nur wenig entwickeltem Schliessplättchen. Nur in Siebenbürgen auf Jurakalkfelsen. Stehen zwischen Balea und Clausilia. Balgdrüsen, als eingesenkte Taschen erscheinende Drüsen (Fettbalgdrüsen der Haut). Balisnur, s. Midaiis. Balister Cnv., Fischgattung der Haftkiefer (s. d.). Balkanvieli, kleines einfarbiges Rindvieh der podolischen Rasse. Balken (Platten, tabulae), s. Korallenpolypen.* Balken, corpus callotum, s. Crehirn. Balkenmuskeln, trabeculae carneae, heissen die brückenartigen Muskel- züge, welche die Herzhöhle frei durchziehen. Balkennatter, Zamenis, s. Nattern. Balkenschröter, Dorcus parallelopipedus L., s. Blatthornkäfer. Ballan wrasse, englische Benennung für den gefleckten Li pp fisch (Labrus macu latus Bloch). Ballenbienen, s. Andrenetae. Baltinioretroupial = Baltimorevogel, s. Troupiale. Baltimorevogel, Icterus baltimore Gmelin, s. Troupiale. Bamhelen, Volksname für die Ell ritze. Bamheli, Volksname für die Alandblecke. Bamherger Schaf, fränkisches Landschaf. Bamhet, Volksname für die gemeine Flussbarbe. Bananenfresser, Musophagidae. Familie der Kukuksvögel. Afrikanische Vögel mit kurzem, breitem Schnabel, abgerundeten Flügeln von mittlerer Länge (4. und 5. Schwinge am längsten), langem abgerundeten Schwänze mit 10 Steuer- federn, 3 Zehen nach vorne, die erste nach hinten. Gattungen: 1) Turacus Cuv. = Corythaix Illig., Helmvögel. Die 5. Schwinge am längsten, Kopf mit beweglichem Federkamm. Mit G. leucotis Rupp. Abyssinien. 2) Musophaga Isert. Die 4. Schwinge die länofste. Ohne Federkamm. Mit M. violacea Isert. Westafrika. Banchus Fabr., Sense nwespen, Gattung der echten Schlupfwespen (s. d.). Band, s. Salpen." Bandaale, Glas aale, s. Leptocephalidae. BandargttS,Mauerfuchs,Mauerargus,Pararge megaeraL.,s. Tagfalter. Baudassein, Chilopoda Latr. Ordnung der Tausendfüsser. Der lange, aus 16 — 100 Segmenten bestehende Körper, welcher eine deutliche Rücken- und Bauchfläche, sowie reiche Zwischenhäute erkennen lässt, wogegen sich die Schilder mitunter selbst dachziegelartig decken können, trägt vorne 14 — 20gliedrige Fühler unter dem Stirnrande des horizontalen Kopfes, dann meist einfache oder gehäufte Punktaugen und 2 Paare von Unterkiefern, von denen das erste kurze, das zweite unterlippenähnliche lange Taster besitzt (daher Syngnatha Latr.). Das erste Körpersegment (Basilar Segment) trägt die nahe an die Mundtheile gerückten Kieferfüsse , deren Hüfttheile zu einer unpaaren Platte verwachsen , während die Endglieder kräftige Raubfüsse mit Endklaue und Giftdrüse bilden. Die übrigen Segmente haben an jeder Seite je ein Bein; das letzte Paar überragt den Körper auffällig. Die Geschlechtsöffnung befindet sich am Ende des Körpers ; die Geschlechts- oi'gane besitzen oft grosse Anhangdrüsen. Begattungsorgane fehlen; das Männchen zieht am Boden einzelne Fäden hin, und setzt an diesen die Samenkapseln ab, welche von dem darüber hinkriechenden Weibchen in die Scheide aiifgenommen werden. Die Jungen sind ziemlich entwickelt und besitzen 7 oder alle Gliedmassen- paare. — Die Bandasseln sind über der ganzen Erde verbreitet, enthalten jedoch 76 Bandfasan— Bandwürmer. in der gemässigten Zone nur kleine, in den Tropen dagegen sehr grosse, kräftige, ihres Bisses wegen sehr gefürchtete Arten. Sie sind lichtscheu, leben im Dunkeln, bewegen sich aufgescheucht schlangenförmig windend, schiessend; ihre Nahrung be- steht in anderen Thieren, die sie erst mittelst der giftigen Secrete tödten. Man unterscheidet die Familien: Geophilidae, Scolopendridae , Lithobiidae und Scutigeridae. Literatur: Lafzel, Die Myriapoden d. österr. - ungar. Monarchie. Wien 1880.* Baiidfasan, eine Spielart des Edelfasans. Baiidf'eld, s. Muschelthiere. * Baiidfink heissen im Vogelhandel der Karmingimpel, Carpodacus erythrina Gr«?/, und der Bandvogel oder Halsbandfink, Amadina fasciata Grat/. Siehe unter Finken und Webervögel. Bandflsche, Taeniiformes. Unterordnung der Stachelflosser. Band- förmige Fische ohne Afterflossen, mit verkümmerter (oder auch ganz fehlender) Schwanzflosse. Die Rückenflosse so lang als wie der Körper. Einzige Familie: Trachypteridae. Nackte Meeresfische mit enger Mundspalte und schwacher Be- zahnung. Die brustständige Bauchflosse besteht oft aus einem einzigen Faden. Der Vordertheil der Rückenflosse steht separirt in Form langer Stacheln auf dem Kopfe. Leben in der Tiefe, kommen selten nach oben. Gattungen: Trachypterus Gouan , mit gut entwickelter Bauchflosse; Regalecus Bräun, Bauchflosse auf einen langen Faden reducirt. Art: R. Banksii Gw«/A,, falscher Häringskönig, R. gladius Günth. Bandgrube (fovea ligamenti), s. Muschelthiere.* Biiudikut, s. Perameles. Bandiltisse, s. Rhabdogale. Baudleiste, s. Muschelthiere.* Bandquallen, Taeniatae Äff., Ordnung der Rippenquallen. Körper bandförmig, mit zwei Senkfäden und zwei Nebensenkfäden; letztere mit in einer Rinne fransenartig herabhängenden Seitenzweigen. Einzige Familie: Cestidae. * Bandseeadler, weissköpfiger Seeadler, Haliaetus leucocephalus L., s. falkenartige Raubvögel (Falconidae). Bandspecht = Buntspecht. Bandvogel, Halsbandfink, Amadina fasciata Gray, s. Finken. Bandweih, Wiesenweihe, s. falkenartige Raubvögel. Bandwürmer, Cestodes Rnd., Cestoidea Riul. Ordnung der Platt- würmer. Die Bandwürmer, deren vollendetste Form der allbekannte Band- wurm im Darmcanal des Menschen ist , wurden bis vor kurzem als Lidividuen gehalten , deren Körper aus Gliedern besteht. Für diese Ansicht sprechen der Umstand, dass das Wassergefäss durch alle Glieder hindurchlaufend, im letzten mit einem Ausflussporus endet; dann der Befund, dass die einzelnen Hautschichten direct von Glied zu Glied ohne Unterbrechung vorwärts gehen , und endlich die Beobachtung , dass einige sicher hierher zu zählende Formen keine Spur einer Gliederung nachweisen lassen (Caryophyllidae) oder höchstens feine Fältchen zeigen (Ligula), dass aber nie eine Trennung in Stücke eintritt. Dieser Ansicht muss jene als richtig entgegengestellt werden, nach welcher die Glieder (Pro- glottis) je ein Geschlechtsthier darstellen, das mit dem endständigen Kopfe (Scolex) eng verbunden ist, und dass somit der Bandwurmkörper als ein aus zweierlei Zooidien gebildeter Thierstock (Strobila) aufzufassen ist; die einzelnen Glieder sind somit die Individuen. Für letztere insbesondere durch die Entwicklungsge- schichte strengstens als richtig bewiesene Ansicht spricht insbesonders die That- sache, dass jedes reife Glied Geschlechtsorgane entwickelt, Contractilität und individuelle Lebensfähigkeit zeigt, und dass bei einer Form (Echeneibothrium) die Proglottiden im Darm sich lostrennen , und erst losgetrennt " die Geschlechtsreife erlangen , wobei oft ein Glied die Grösse des ganzen Thierstockes vielfach über- treffen kann. Der Körper eines Bandwurms besteht somit aus mehreren wohl unterscheidbaren Theilen: zuvorderst liegt das als Kopf bezeichnete „Ammen"-Zooid, der Scolex, von dem die folgenden Theile durch intercellulares Wachsthum sprossen; es ist sehr klein, meist kugelförmig, und trägt am Endpole oft einen Hakenkranz (Rostellum, Cupula), oft einen vorstülpbaren Rüssel mit Haken zum Anklammern Bandwürmer. 7 7 und oft Saugnäpfe zum Anhalten , Anhangsorgane, die im übrigen die mannig- faltigste Form zeigen können ; darauf folgt der als Hals bezeichnete verengte Theil , nichts anderes als die jüngsten, noch nicht differenzirten Geschlechts- zooide oder Proglottiden, die von da aus nach hinten zu immer grösser werden und dem kaum gegliederten Halse gegenüber deutliche Geschlechtsorgane und die Fähigkeit besitzen, zur Zeit der Reife sich loszulösen, abzufallen und selbstständig weiter zu leben; es sind somit die Endglieder auch die ältesten Glieder des Thier- stockes. Der ganze Körper ist mit einer drüsigen Matrix umschlossen, auf welcher die derbe, wimperlose Cuticula aufliegt; unter ihr liegt der Hautmuskelschlauch, der an der Grenze zweier Glieder stets bis zur Hälfte eingeschnitten erscheint ; auf ihn folgt dichtes mit Längs- und Ringmuskeln reich durchspicktes Bindegewebe, das eine energische Verkürzung und Verlängerung der Leibesglieder gestattet. Ueberdies ist die Haut sehr reich an kleinen, verschieden gestalteten Kalkkörperchen. Das Nervensystem besteht aus einem sehr zarten Kopfganglion, von dessen beiden durch eine Querbrücke verbundenen Ganglienknoten Nervenstränge ausgehen, die sich seitlich am Körper hinabziehen ; von Sinnesorganen dürfte wohl nur ein Tast- vermögen vorhanden sein, das in der ganzen Körperhaut, insbesondere aber in den Saugnäpfen seinen Sitz hat. Die Ernährung ei-folgt beim gänzlichen Mangel eines Verdauungscan als endosmotisch , indem die bereits assimilii-ten Nahrungssäfte von den ausschliesslich nur im Nahrungscanal von Wirbelthieren wohnenden Parasiten durch die gesammte Körperhaut aufgenommen werden. Das Wasser- gefässsystem ist ziemlich vollkommen entwickelt und führt eine wasserhelle Flüssigkeit im Innern des Röhrensystems. Dasselbe beginnt im ganzen Körper- parenchym mit abschliessbaren Trichteröffnungen, welche zu unter sich anastomo- sirenden Gefässen führen, die schliesslich je zwei Seitenstämme bilden, einen dorsal und einen ventral gelegenen ; letztere ziehen den ganzen Körper entlang von Glied zu Glied und schliessen je am letzten mit einer Blase ab , die nach dem Abfallen desselben eine OefFnung erhält; auch hinter den Sauggruben wurden Oeffnungen beobachtet. Die Geschlechtsorgane sind in jeder Proglottide zwitterig vereint und münden entweder mit gemeinschaftlicher Geschlechtsöffnung (Porus genitalis) in einer besonderen umwallten Vertiefung (Randpapille) oder getrennt; die Oeff- nung erscheint weiters bauchständig oder randständig, im letzten Falle altei*nierend bald rechts bald links; doch kann auch die weibliche bauchständig, die männ- liche randständig sein. Sehr häufig veröden die Geschlechtsorgane nach Ent- bindung der Geschlechtsproducte. Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen in den in grosser Menge im Körperparenchym eingebetteten Hodenbläschen, welche die Samenelemente durch die sehr feinen Samengänge in die Samenleiter ergiessen, dessen Ende nebst dem vorstülpbaren Cirrus im Cirrusbeutel ein- geschlossen ist, von welchem die Geschlechtskloake (Sinus genitalis), liegt, die in die Geschlechtsöffnung ausmündet; der Cirrus ist manchmal mit Spitzen besetzt. Die weiblichen Geschlechtsorgane liegen nahe am Hinterrande und bestehen aus dem Eierstock (Ovarium), und dem Dottersack (Ei- weissdrüse); die befruchteten Eier erhalten dann aus der Schalendrüse die Schale (Mehlis' Körper chen) und gelangen dann in den Uterus, der sehr mannigfache Form zeigen kann; am Ausgange desselben liegt die Samen- blase, die in die Scheide mündet , welche wieder am Ende die Geschlechts- kloake bildet , die somit beiden Geschlechtsorganen gemeinschaftlich ist. Die Befruchtung erfolgt vermuthlich durch Eintreiben von Samen in die Samen- blase bei geschlossenem Genitalporus, somit durch Selbstbefruchtung ; bei manchen Formen mag wohl auch Wechselbefruchtung vorkommen. Alle Bandwürmer sind, ovipar , doch entwickelt sich der Embryo manchmal noch in der Pro- glottide , manchmal ausserhalb derselben. Die Entwicklung des Embryo zum Geschlechtsthiere beruht meist auf einem complicirten Vorgange durch Gene- rationswechsel, seltener bei Ausfall von Zwischenstadien auf Metamorphose (Caryophyllaeus). Im Allgemeinen mag der Entwicklungsgang etwa in folgender Weise erfolgen: Die Embryonen bilden kugelige Körper in einer dicken Schale und besitzen vorne 4 oder 6 Haken. Zur Zeit, wo sie sich bereits entwickelt haben, lösen sich die sie im Innern der Eier bergenden Proglottiden von der Colonie los und kriechen entweder aus dem Darm ihrer Wirthe oder gelangen mit den Ex- 78 • Bandzüngler— Bantams. crementen nacli aussen. Sie sind sehr widerstandsfähig und werden nun direct oder mittels der Nahrun gsstoife , dem Wasser u. s. w. von einem neuen Wirthe aufgenommen, in dessen Innerem die Eischale zerfällt; somit wird der mit Haken bewaffnete Embryo frei und stellt nun eine Larve (Proscolex) dar, die selbstständig oder von der Blutwelle geführt im neuen Wirthe bis zu einer der weitern Entwicklung zusagenden Stelle gelangt. Daselbst angekommen , werden die Haken verloren und die Larve verursacht eine örtliche Reizung, in Folge dei'en eine sie umhüllende Blase entsteht; es ist die Finne, die namentlich unter der Zunge des Schweins gar häufig angetroffen wird. Der weitei-e Verlauf der Entwicklung erfolgt auf ungeschlechtlichem Wege durch Knospung und die Producte derselben wurden früher als selbstständige Würmer angeführt und mit dem Namen Blasenwürmer (Cystica) belegt. Man unterscheidet 3 Typen: den Cysticercus, Coenurus und Echinococcus. Bei ersterem, der Finne (Cysti- cercus), entwickelt sich in der Blase im Laufe von etwa 2 bis 3 Wochen ein nach einwärts ragender knospenartiger Vorsprung, der rasch an Grösse zu- nimmt und endlich nach etwa 6 Wochen sich nach aussen zu umstülpt; das Innere der Blase ist meist mit Flüssigkeit gefüllt, seltener leer (Cysticercoide); der ausgestülpte Körper bildet den Scolex und Hals des Bandwurms , indem ersterer mit den Saugnäpfen sich an der Magenwandung des neuen Wirthes festhält und die Blase daselbst abfällt. Die zweite Form, der Drehwurm oder die Quese (Coenurus) entsteht wie vorige Bildung; doch treibt die Blase mehrere Knospen ins Innere; aus jeder entsteht ein Bandwurm-Individuum, wenn die Blase in den neuen Wirth gelangt. Der Igelkopf oder Hülsenwurm (Echinococcus) ähnelt in allem der Finne , doch entstehen innerhalb des Blasenkörpers zuerst Tochterblasen an der Innenwand; in jeder derselben bilden sich dann neue Knospen, so dass sein Wachsthum wie seine Grösse unbegrenzt sind; manchmal entstehen nur unfruchtbare Tochterblasen, in denen keine Bandwürmer sprossen (Acephalo- cysten). Auch hier entstehen durch Uebertragung in einen anderen Wirth nach Resorption der Blasen die Geschlechtsthiere, wobei allerdings für jede einzelne Art der Aufenthaltsort nicht gleichgiltig ist, und anderseits selbst die unscheinbarsten Thiere, wie z. B. eine Hundslaus, als Zwischenträger im Entwicklungskreis auftreten können. Es erscheinen somit der Reihe nach: 1) der Embryo, in einem neuen Wirthe zum Blasenwurm sich entwickelnd; 2) der Blasenwurm (Finne, Quese, Igelkopf) , als Grossamme die Geschlechtszooide und die Schwanzblase bildend. 3) Die Scolie, als Amme, die Strobila knospend; 4) der Thierstock (Strobila), von dem sich 5) die Proglottis als Geschlechtsthier ablöst, um neue Eier, somit neue Embryonen zu produciren. Der Complicirtheit im Entwicklungsgange steht Lebenszähigkeit und Fruchtbarkeit gegenüber. Alle Bandwürmer sind Entopara- siten; man kennt deren bei 350 Arten und unterscheidet die Familien: Taeniadae, Bothriocephalidae, Ligulidae,Tetrarhynchidae, Tetraphyllidae, Diphyl- lidae, Caryophyllidae und Amphilinidae. Literatur: Leuckart, jR., Die menschlichen Parasiten. 1878.* (Siehe Abbildungen im Anhange). Bandzüngler, T ae niogl oss a Trosr/*. Gruppe der Kamm kiemer. Gebiss täniogloss, d. i. 3 Mittelplatten und jederseits 3 Zwischenplatten, von denen die beiden seitlichen ein- und auszuklappende Randplatten sind. Man unterscheidet Chiastoneura und Orthoneura.* Bangur, Innuus erythraeus Wagner, s. Sclimalnasen. Bankivalinlin , Gallus bankiva Temm., Stammart unseres Haushuhns, s. FasanvögeL Bankokil oderKokil, heimischer Name für Phoenicophaes tristis, einen bengalischen Buschkukuk, s. Kuknke. Banrao, heimischer Name des Doppelhornvogels. Bantams, Zwerghühner. Man trennt sie nach Baldamus in Kampf- Bantams (Game-Bantams) , zu unseren schönsten Ziervögeln gehörend, und eigentliche Bantams, zu denen die weissen Bantams (White Bantams), die weissen federfüssigen Bantams (White Booted Bantams), die ge- säumten Bantams (Laced- oder Sebright-Bantams), die man wieder in Gold- Bantams und Silber-Bantams untei-scheidet, die schwarzen Bantams (Black- Bantams), die Kukuks-Bantams (Cukoo-Bantams), die seltenen nanking Bantangan — Barteln. 79 fax'bigen Bantams(Nanking-Bantams) , dieCochin- oder Peking-Bantams, Japan-Bant ams (Japanese-Bantams), die indischen oder Java-Bantams gehören. S. illustrirtes Handbuch der Federviehzucht v. Dr. J. C. E. Baldamus, Dresden 1878. Biiiitaiig^aii, Nasenaffe, Kahau, s. Seiiinopitlieciis. Baiiteiig, Sunda- oder Dschungelrind, javanisches Rind, B. Ban- teng Raffl, Wildrind in den Waldungen von Java, Borneo, Sumatra. Die Hörner an der Wurzel verdickt und unregelmässig gewulstet, erst nach aussen und oben, dann nach vorn und innen gebogen; jung eingefangen leicht zähmbar. S. Bos. Baplietes Onen, fossile Gattung der Froschsaurier (Labyrinthodontia Vera) mit B. planiceps Ouen. Steinkohle von Neuschottland. Bar, französischer Name des Seebarsches. Barasiiigahirsch, s. Cervus. Barbariiischaf, grobwolliges französisches Mast- und Milchschaf, aus Algier eingeführt. Barbastellus = Synotus barbastellus Keys. u. Blas., Mopsfleder- maus, s. Vespertilionina. Barbe, Barbus Güntlier, Gattung der Karpfen (s. d.). Barbeiikönig', s. Apog'on. Barbet, französische Benennung des Pudels. Barbier, Sägebarschart, s. Serranus. Barbiiie, Volksname für die gemeine Flussbarbe. ■ Barbinissa = Babyrussa, Hirscheber, Porcus babyrussa Wagler, s. Borsteiithiere. Barbitistes Charp., Gattung der Laubheuschrecken (s. d.j. Barbiis, Barbe, s. Weissfische. Baris German = Baridius, Gattung der Rüsselkäfer. Barm, Volksname der gemeinen Flussbarbe. Barraeiula, Pfeilhecht, s. Sphyraenidae. Barramunda, vaterl. Name für Ceratodus Forsteri Krafft, s. Lurchfisclie. Barrierriffe, s. Korallenpolypen. * Barrigado, AVoUaffe, Lagotlirix. Barris = Maiidrill. Bars, Volksname für den Flussbarsch (s. d.). Barsch, s. Flussbarsch. Barsche, echte, s. Perca. Barsche, Percidae. Familie der Physoclysti (s. d.). Massig grosse, längliche, seitlich zusammengedrückte Knochenfische mit mittelgrossen kammförmig gezähnten Schuppen, brustständigen Bauchflossen mit einem Stachel und 5 ge- gliederten Strahlen, aus einem vorderen stachligen und einem hinteren weich-' strahligen Theile bestehender Rücken- und Afterflosse. Die den oberen Mundrand bildenden Zwischenkiefer, der Unterkiefer, die Gaumen- und Schlundknochen, das Pflugscharbein sind mit kleinen Zähnchen dicht besetzt. Die Kiemenhaut hat 6 bis 7 Strahlen. Die Schwimmblase ist einfach. Sehr gefrässige Raubfische. Gat- tungen: Perca Art., Lates Cur., Labrax Cur., Ambassis Cur., Aspro Cuv., Apogon Lacep., Acerina Cuv., PoljJ-prion Cur., Priacanthus V. C, Lucio- perca Cur., Serranus Cur., Mesoprion Cur., Centropomus I/^rt^/;., Centro- pristis Cur., Anthi£iS Schneid., Genyoroge Clentor, Dules C. V., Pomotis C. V. Barscliiiig, Volksname für den Flussbarsch. Barschlaus, s. Achtheres. Barsich, Volksname für den Flussbarsch. Bartadler, Gypaetus barbatus Cuv., s. Gypaetidae. Bartaffe, s. Macacus. Bartaiiimer, Zippammer, Emberiza cia L., s. Finken. Bartborsten, vibrissae, s. A^ögel (Gefieder). Barteln, Bartfäden, eigenthümliche lange, dünne Hauterweiterungen in der Nähe des Mundes bei vielen Fischen^ welche die Rolle von Tastorgauen oder Lockorganen spielen. Wir finden sie u. a. bei Welsen, Barben, Gründ- lingen, Schellfischen, beim Stör, bei Myxiniden. S. Fisclie. 30 Bartenwale— Basilartheil. Bartenwale, Mysticete. Gruppe der fleischfressenden oder echten Wale (s. d.). Wale mit getrennten Spritzlöchern, engem Schlund, sehr grossem Kopf, zahnlosen Kiefern, mit Barten. Familien: 1) Glattwale, Balaenida, ohne Rückenflosse , mit breiter abgestutzter Brustflosse , langen schmalen Barten ; die Haut der Unterseite nicht gefurcht. Mit der Gattung Balaena L. (s. d.). 2) Furchenwale, Balaenopterida, mit Rückenflosse, schmalen Brustflossen, kürzeren und breiteren Barten, zahlreichen Bauchfurchen. Gattungen: Balae- noptera Gray, Physalus Gray, Benedenia Gray, Megaptera Gray (s. d.). Barteule, Syrnium cinereum i?/j., s. Eulen. Bartfalk = Bartgeier, Bartadler. Bartüedermans, s. Vespertilio. Bartgeier, Bartadler, Gypaetus barbatus Cuv., s. Gypaetidae. Bartgrasmücke, Sylvia hortensis Bechst., s. Sänger. Bartgrundel = Schmerle. Bartholini'sclieDrüsen, Du verney 'seh e,Tiede mann 'sehe Drüsen, glan- dulae Bartholini, bei den Weibchen mancher Säugethiere in den Scheidengang sich öffnende Drüsen, deren Zweck es sein dürfte, die Scheide vor der Begattung schlüpferig zu machen. Bartkauz = Barteule. Bartkukuke, Faulvögel, Bucconidae. Familie der Kukuksvögel. Von den Bartvögeln durch den Besitz von 12 Steuerfedern und die schwachge- bauten Beine unterschieden. Zweite und dritte Zehe nach vorne gebogen, letztere immer länger als die zweite. Der kräftige Schnabel an der Spitze gebogen. Träge Bewohner der Wälder Central- und Südamerikas. Lauern, bewegungslos sitzend, auf Insekten. Gattungen: Bucco L. ; Schnabel stark hakig, mit B. macro- rhynchus Gm., Südamex'ika ; Malacoptila Gray, Schnabel wenig, nicht hakig gebogen, mit M. fusca Gray, nördl. Südamerika. Bartmännchen, ein Schlangenfisch, s. Aalsclil.augenftsclie. Bartmeise, Panurus biarmicus Koch, s. Meisen. Bartmücken, Ceratopogon Meig., s. Zuckmücken (Chironomidae). Bartramia = Arctitis Bartrami Wils, Hochlandwasserläufer, siehe Schnepfenvögel. Bartrobbe, s. Phoca und Seehunde. Bartschwein, Sus barbatus, Vertreter unseres Wildschweines auf Borneo. Bartseeschwalbe, Hydrochelidon fissipes Gray, s. Möven. Bartvögel, Capitonidae, Familie der Kukuksvögel. Haben ihren Namen von den langen Borsten, welche die an der Schnabelwurzel gelegenen Nasenlöcher bedecken. Der kräftige Schnabel von mittlerer Länge ist an den Seitenrändern gewöhnlich ausgeschweift. 10 Steuerfedern. Ziemlich kleine , glänzend befiederte Frucht- und Insektenfresser der heissen Zone (mit Ausnahme Australiens). Gattungen : Capito VieilL, mit C. erythrocephalus Gray, Guiana; Trachyphonus Ranz mit Tr. margaritatus Rüpp , Perlvogel, Ostafrika; Megalaema Gray mit M. grandis v. d. Hoev., China; Pogonorhynchus v. d. Hoev. mit P. dubius V. d. Hop.v., Südafrika. Barutschel = Karauschen. Baryphonus = Momotus brasiliensis Latr., Motmot, s. Sägeracken. Basalsrlied (scapus), s. Hautftiigler. Basalia (basis, Grund), s. Haarsterne.* Basalmembran, s. Strudelwürmer.* Basalpolster nennt man bei den Ci'aspedoten (Medusen) die Bodenaus- füllung in den Gehörbläschen, welche von Sinneszellen und Nerven gebildet wird. Basalstücke, s. Knospenstrahler.* Baschkirenpferde, leistungsfähige, kräftige, plumpköpfige und dickhalsige, unschöne Pferde mit struppigem Haar und sehr grossen Hufen. In den russischen Gouvernements Perm und Orenburg. Basement memhrane = intermediäre Haut, heisst eine glashelle Schichte, die sich bei Thieren unter der Zellschichte der Schleimhaut und anderer Häute findet. Basilarsegment, s. Bandasseln.* Basilartheil, Körper, s. Säugethiere (Skelet). Basiliscus — Bathybius. 81 Basilisciis Laur., Basilisken, Gattung der Baumleguane, Hinterkopf mit dreieckigem Hautkamm ; an der Kehle eine Querfalte mit Andeutung eines Kehl- sackes. Von den Arten sei erwähnt: B. mitratus D. B. = americanus Laur, Das Männchen hat einen über Rücken und Schwanz sich hinziehenden Kamm. Fahlbraun. Lebt in Guiana, in der Nähe von Flüssen, S. Leguane. Basiphenoid = os sphenoidale basilare, Keilbein, Basipodit, Grundglied, s. Schalenkrebse.* Baskiiig-shark (sich sonnender Hai), englischer Name für den nordischen Riesenhai (Selache maxima Ghimer). Basocerit, s. Schalenkrebse.* Basommatophora (Branchiopneusta, Limnaeidea). Unterordnung der Lungenschnecken. Schale napfförmig oder spiralig, 2 nicht zurückziehbare Tentakel, an deren Grund die Augen liegen ; Geschlechtsöffnungen getrennt ; Lunge aus der Kiemenhöhle bestehend, Familien: Auriculidae, Limnaeidae.* Basquaise-Vieh, gutes Zug- und Mastrindvieh der Pyrenäen. Bassaris Lichtenstein, Katzenfrette. Gattung der Schleichkatzen. An die Waschbären erinnernde spitzköpfige, langohrige Schleichkatzen mit fünfzehigen Füssen, behaarten Sohlen, nackten , dicken Zehenballen , halbeinziehbaren Krallen, langem buschigem Schwanz, Art: Katzenfrett (Bassaris astuta Lichtenstein), 45cm, Schwanz 40. Gelblichgrau, schwarz untermengt; Schwanz schwarz und weiss geringelt. Lebt nach Art unseres Steinmarders in hohlen Bäumen, Felsklüften, verlassenen Wohnungen. Mexico. Basse, englischer Name des Seebarsches, Bassus Grav., Gattung der echten Schlupfwespen (s. d.). Bast, s. Greweih. Bastard, Bastardirung. Unter letzterer versteht man die fruchtbare Ver- bindung zwischen Thieren verschiedener Art; die Nachkommen sind dann Bastarde. Die Bastarde sind häufig unfruchtbar. Bastardirungen im Freien kommen u. a. vor zwischen Wolf und Hund, Haus- und Wildkatze, Gemse und Ziege, Auer- und Birkhuhn, verschiedenen Fasanen, Karpfen und Karausche; anzuzweifeln ist die wiederholt behauptete Fortpflanzung zwischen Kuh und Hirsch, Katze und Marder, in welchem Falle auch die Gattungsgrenze überschritten ei'schiene. Auch bei den Froschlurchen sind Bastardverbindungen beobachtet worden. Bastardeiiscliaf, Abkürzung für Merino-, Deutsch-, Bastardschaf. Im Allgemeinen jedes aus der Mischung zweier Schafrassen hervorgegangene Schaf. Bastardgemsbock = Blaubock. Bastardkarpfen = Karpfenkarausche, Cyprinus Kollari Hekel. Bastardmakrelen, Caranx, s. Carangidae. Bastardnachtigall, Spottvogel, Hypolais icterina Brehm, s. Sänger. Bastardsaurier, Nothosaurus mirabilis Münst., fossiles Reptil aus der Ordnung der Meerechsen (Hydrosauria), Unterabtheilung: Schlangensaurier (Plesiosaura). Mit besonders grossen Schläfengruben; die Vorderfüsse länger als die Hinterfüsse. 2,5 — 3 m. Im deutschen Muschelkalk. Bastardwildebeest, s. Catoblepas. Bastkäfer, Hylesinus Fabr., Gattung der Borkenkäfer (s. d.). Batassia, heimischer Name für den Zwergsegler, Cypselus parvus Lichtenstein, s. Mauerschwalben (Cypselidae). Bathybius Haeckelii Huxl. (griech. bathys tief, bioeinleben), in den Golf- stromtiefen, insbesondere auf dem sog. Telegraphentableau des atlantischen Oceans zwischen 4000 und 8000 m aufgefundene Schleimmassen , welche den Boden theils in Form von Netzen und Strängen , theils von unregelmässigen , grösseren und kleineren Klumpen überziehen und vom Autor als Ausgangspunkt aller Organismen {Oken's Urschleim!) angesehen wurden; später behauptete Thompson nach seinen Beobachtungen auf der Challenger-Expedition, dass es gelatineartiger Niederschlag aus schwefelsaurem Calciumoxyd ist; während Dr. Em. Bessels, der Begleiter der nordamerikanischen Nordpolexpedition, den Bathybius 1874 im Smithsunde bei 92 Faden Tiefe in grosser Menge lebend gefunden zu haben behauptet. Aehnlich verhält es sich auch mit dem Protobathybius Robesonii. Knauer, Handwörterbuch der Zoologie. 82 Bathycrinus— Bauchfüsser. Bathycrinus W. Th., Haarsterne aus der Familie der Pentacrinidae. In bedeutenden Meerestiefen. Batliycyathus Edtv. et Haime, Korallengattüng der Tiefsee bei Chile, zur Familie der Turbinoliden gehörig. Bathyergus Illiger, Sandgräber, Gattung der Wurfmäuse. Nager mit knorpeliger Nasenkuppe, sehr steifen und langen Schnurren, vier Backenzähnen in jedem Kiefer, oberen Schneidezähnen mit einer Furche, fünfzehigen Füssen, mit dem Zeigefinger als längstem, strahlig behaartem kurzen Schwanz. Art: B. suillus Wagner. 30 cm , Schwanz 6 cm. Oben gelblichweiss , an den Seiten und unten graulich. Lebt von Zwiebeln und Wurzeln und wirft grosse Haufen auf. Sein Fleisch wird gegessen. Auf den Küstendünen am Cap. Batides = Batoidei, s. Rochen. Batoidei, s. Rochen. Batrachia, s. Froschlurche. Batrachidae, s. Froschflsche. Batrachier, zungenlose, s. Ag'lossa. Batrachophrynus Peters, Gattung der Phryniscina (s. d.). Ganz zahn- lose, glatthäutige Froschlurche mit festgewachsener, nur mit dem mittleren Theile aus der Mundschleimhaut hervorragender Zunge, ohne Trommelfell, Trommelhöhle und Gehörtuben , ohne Ohrdrüsen , mit entwickelten Zehenschwimmhäuten , knopf- förmig abgestutzten Fingern und Zehen. Zwei Arten aus Peru bekannt. Batrachoseps Bonaparte, Gattung der Lechriodonta (s. d.). Sehr schlanke Molche mit rundlicher, auf ziemlich langem centralen Stile sitzender Zungenscheibe, nicht sichtbaren Ohrdrüsen, glatter Haut, verticalen Hautfalten, Vorder- und Hinterfüssen mit 4 Zehen, fast drehrundem, erst gegen das sehr spitze Ende comprimirtem Schwänze. Die Gaumenzähne stehen in zwei kurzen, leicht bogigen, nach hinten in sehr stumpfem Winkel convergirenden , mit den inneren Enden deutlich getrennten Reihen. Zwei Arten bekannt. Batracliostomus = Podargus auritus Stephens, Frosch- oder Horn- schwalm, s. Racken. Batrachuperus Bouhnger, Gattung der Molche (Salamandrida) mit ziemlich grosser , eiförmiger und an den Seiten freier Zunge. Die Gaumenzähne stehen in zwei gebogenen Gruppen zwischen den hinteren Nasenlöchern. 10 — 11 senkrechte Seitenfurchen jederseits. Batrachus, s. Froschflsche. Batrisus Aube, aus der Familie der Zwergkäfer (Pselaphidae). Ameisen- freunde. Mit Ameisen in morschem Holze lebend. Bauch, abdomen, s. Wirhelthiere. Bauchadergeflecht, Sonnengeflecht, Bauchgeflecht. Liegt um die Gekrösarterie in der Bauchhöhle , besteht aus zahlreichen Ganglien , die maschen- artig miteinander verbunden sind. Bauchdecke, die untere Bauchwand. Bauchdrüseii, s. Sterndriisen. * Bauchfalten, s. Bauchrinue. Bauchfell, peritonaeum (s. d.). Bauchflossen, pennae abdominales, s. Fische. Bauchflosser, Abdominales, s. Fische. Bauchfüsser, Gastropoda Cnvier , Schnecken. Klasse der Weich- thiere, von den Muscheln insbesondere verschieden durch den meist asymmetrischen Bau, den ganzen, nie zweitheiligen Mantel, die einfache Schale, den Kopf mit 1 — 3 Fühlerpaaren und den plattenförmigen , sohligen „Bauchfuss", woher sie den Namen erhielten. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts interessirte man sich ausschliesslich nur für die Schalen, die eine ganz erstaunliche Mannigfaltigkeit zeigen, erst durch Pallas und Poli wurde der Weg für anatomische Untersuchungen angebahnt, wobei sich ergab, dass auch hierin die Mannigfaltigkeit keineswegs geringer ist. Der Körper lässt im Allgemeinen einen vorderen als Kopf bezeich- neten Abschnitt (daher Cephalophora), mit 2 oder 4 Fühlern und den Augen, und einen Eumpf unterscheiden , an welchem sich ein bauchständiger musculöser Bauchfüsser. 83 FiTSS abliebt, der oft breit und sohlig (daher PI atypo da aut.), oft flach und senk- recht erscheint (Heteropoda); die Eingeweide bilden einen mehr oder weniger entwickelten Knäuel auf der Rückenseite, der selbst als Abdomen bezeichnet wurde. Er wird vom Mantel, der bekannten Hautduplicatur der Weichthiere umkleidet, besitzt meist einen verdickten Rand, oft auch lappenförmige Fortsätze, umschliesst die im Körper gelegenen Räume und gestattet dem Thiere , sich in ihn zurückzu- ziehen, wobei er sich über den übrigen Theil des Körpers einschnürt. Er enthält zahlreiche platte anastomosirende Muskelbündel und Längs- und Ringfasern und sondert ein Gehäuse ab, das stets einfach bleibt (Testa univalvis) oder aus vielen Stücken zusammengesetzt ist (Chiton). Nur in seltenen Fällen erscheinen die Bauchfüsser nackt und schalenlos, sei es, dass die Schale nur durch Kalk- krümelchen ersetzt ist (Agrion) oder dass sie so klein ist , dass sie in der Mantelhaut verborgen bleibt (Limax, Pleurobranchia) oder dass sie im späteren Alter abgeworfen wird. Die Schale ist oft zart, hornig, biegsam, oft gallertig (Tiedemannia), oft knorpelig (Cymbulia); meist aber besteht sie aus Kalk, der bei 80 — 99 Procent des Gesammtgewichtes betragen kann; histologisch besteht sie aus Prismen , welche Schichten bilden, und zeigt die mannigfaltigsten Structurverhält- nisse, insbesondere bei den Meeresformen. Bei den Landbewohnern ist sie meist glatt und zeigt nur die in Folge des Wachsens auftretenden „Anwachsstreifen", bei den Süsswasserformen ist sie papierdünn, bei den der Brandung ausgesetzten und auf Felsen sich auihaltenden Formen ist sie dick und massiv. Häufig bleichen übrigens die Schalen aus und blättern ab (calciniren). Der Gestalt nach er- scheint die Schale symmetrisch, schild-, napf-, kegelförmig, meist aber unsymmetrisch (subspiral), flach, scheibenförmig bislang ausgezogen, thurmförmig gewunden, kugelig, ei-, kreisel-, kegel-, thurm-, Wendeltreppen-, Spindel-, walzen- oder scheiben- förmig und zeigt hierbei die verschiedensten Grade der Steigung und die mannig- faltigste Art der Windungen (Anfractus.), deren Abstände relativ durch das sog. Helicometer bestimmt werden können; manchmal weichen sie von der Kegelform sehr weit ab, besitzen stark gebauchte Windungen und erscheinen dadurch unregei- mässig; oft beginnen die Windungen erst in grösserer Entfernung vom Grunde (cyclocentrische Conchospirale); oft berühren sich dieselben oder decken sich sogar, oft sind sie ganz frei (An. liberi); constant ist die Richtung derselben, weshalb man rechtsläufige (dextrorsae oder leiotropae) und linksläufige (sini- strorsae oder texiotropae) Formen unterscheidet; Ausnahmen gehören zu den Seltenheiten (Raritäten); das Gros der Arten gehört der ersten Gruppe an. Die Zahl der Windungen ist gleichfalls sehr verschieden und um so beständiger, je kleiner sie ist; das Maximum beträgt 20; im Alter nimmt die Zahl zu durch Ver- grösserung an der OeflFnung. Die Terminologie ist bei der grossen Mannigfaltig- keit der Formen und dem hohen Interesse der Laien bis ins Kleinlichste ausge- bildet; hier mögen nur einige Hauptbegriffe Platz finden. Man unterscheidet die Naht (Sutura, Commissura), die Linie, welche die einzelnen Windungen von- einander trennt, und unterscheidet bei sehr flachen Windungen eine obere und eine untere Naht. Die oberste Windung heisst Scheitel oder Spitze (Apex), von ihr aus werden die Windungen gezählt ; die erste derselben , welche bereits schon im Embryo vorhanden ist und oft abweichende Form zeigt, heisst Nucleus. In der untersten Windung liegt die Mündung (Apertura), deren Rand Mund säum (Peristom) heisst und sehr verschieden ist, indem er von der Kreis- bis zur Linien- form alle Uebergänge zeigt. Er ist ganzrandig (Holostom) oder durch eine Ausbuchtung unterbrochen, welche sich in einen canalartigen Fortsatz verlängert (Apertura canalifera, Siphostom); die Ränder werden als Spindel- (Labium) und Lippen- oder Aussenrand (Labrum) bezeichnet. Die Spindel (Columella) bildet den mittleren Theil der Schale, in welchem sich die Windungen berühren; stellt man sie aufrecht mit der Spitze nach oben, so erscheinen Rücken- (Dorsum) und Bauchseite (Venter) orientirt. Am unteren Ende der Spindel liegt eine Grube, der Nabel (Umbilicus), der oft von einem Walle, der Nabelschwiele (Callus umbilicalis) umgeben ist. Sehr viele Schalen können durch einen Deckel (Operculum) verschlossen werden, der oft an der MundöflTnung ist (0. terminale), oft weiter in der Mündung steckt (0. immer sum); er hat eine innere (Pagina interna, Fleischseite) und eine äussere Seite (P. externa) und 34 Bauchfüsser. ist der Consistenz nach sehr verschieden; auch vom Winterdeckel (Epiphragma) ist er wohl zu unterscheiden. Die Körperhaut besteht aus einer äusseren schleim- reichen, wimperhaarigen Schichte mit Cylinderepithel und einer darunter liegenden bindegewebigen Unterhaut , welche der Hautmusculatur aufliegt. In ihr sind Pigmentzellen der verschiedensten Färbung , Form und Grösse , dann Schleim- drüsen, sowie Kalkdrüsen eingebettet, welche verschieden gestaltete Kalknadeln ab- sondern (Rhodope, Doris) und eben die Bildung der Schale durch Beimengung einer organischen Grundsubstanz veranlassen; die oberste Schichte derselben bildet deren Epidermis; einzeln finden sich auch Nesselkapseln vor (Aeolididae), sowie massive oder hohle Hautauswüchse und Fortsätze, zu denen auch die Fühler (Tentacula) zählen. Als Bewegungsorgan ist der höchst verschieden gestaltete Fuss (Podium) von Wichtigkeit, dessen Muskelfasern wellenförmige Contractionen zeigen ; er trägt oft SaugnäjDfe (Heteropoda) oder er scheint gelappt; oft ist er durch Wasser schwellbar (Harpa) , oft dient er zum Springen (Strombus) ; der Gestalt nach ist er meist platt (daher Platypoda aut.). Der aus Längs- und Querfasern bestehende Muskelbalg der Haut ist sehr eng verwoben und contractu ; auch gestreifte Mus- keln wurden beobachtet (Acmaea). Ein besonderer Spindelmuskel (Musculus columellaris) vermittelt das Zurückziehen des Körpers in die Schale; auch die Fühler sind allermeist retractil. Das Nervensystem, das nur bei den Käferschnecken noch keine Scheidung der Ganglien erkennen lässt, weist alle typischen Ganglien- gruppen auf. Um die Speiseröhre liegt ein Ring , dessen Oberseite das Gehirn (Ganglion superius und inferius, zusammen als G. cerebrale) bildet, das Mund, Augen und Tentakel innervirt; das untere Schlundganglion (G. pedale) gibt Fussnerven ab; das hintere oder Visceralganglienpaar (G. parieto-splanch- nicum) liegt in dessen Nähe und versorgt Mantel, Kiemen, Herz, Darmcanal und Spindelmuskel. Alle Ganglien sind unter sich verbunden ; überdies sind noch neben den nach vorne ziehenden Buccalganglien zwei seitliche Ganglien vorhanden, die Commissural- oder Pleuralganglien, welche mit dem Eingeweidenervensystem in Vei'bindung stehen. Dieses versorgt gleichfalls die Eingeweide und zeigt oft das besondere Verhalten, dass die Viscerocommissuralschlinge der rechten Seite über dem Darm nach links verläuft und hier ein „Supraintestinalganglion" bildet, während das anderseitige unter dem Darm rechts das Subintestinalganglion mit Nervenfasern zeigt (Chiastoneura) , bei vielen Formen ist diese Kreuzung un- deutlich oder fehlt gänzlich (Ortho neura). Das Eingeweidenervensystem zeigt gleichfalls Ganglien, von denen eines (G. abdominale) besonders gross ist; die Zellen sind gelb oder roth gefäi-bt. Eine auf Gliederung hinweisende Strick- leiterbildung (Arthrocochla) ist einer freien Vertheilung gegenüber (Platy- cochla) nicht sichergestellt. Von Sinnesorganen treten alle auf mit Ausnahme eines nachweisbaren Geschmackorganes. Die Augen , welche bei den Heteropoden zur höchsten Entwicklung gelangen und selbst beweglich sind, sind meist in doppelter Zahl vorhanden und liegen oft auf besonderen Stielen, oft auf den Fühlern, oft ungestielt in der Körperhaut. Sie sind kugelig oder oval, selten kegelförmig und besitzen meist alle Theile in grosser Vollkommenheit und Mannigfaltigkeit; die Iris ist oft gefärbt, die Retina mehrschichtig; die Sehnerven sind oft ein Stück weit vereinigt. Das Gehörorgan besteht aus meist 2 runden Blasen , die selten dem Gehirn-, meist dem Fussganglion aufsitzen, obwohl sie von jenem innervii't werden. Sie enthalten oft einen grossen, oft viele kleine Otolithen, flimmerndes Epithel und oft einen freien Gehörgang. Als Tastorgane fungiren neben den Lappen und Fransen des Mantels , des Fusses und des Kopfes , sowie den Lippenrändern die oft gewulstet sind, insbesondere die Fühler, paarige Hautanhänge, die zu 2, 4 oder 6 vorhanden sind und als kegel- oder fadenförmige, hohle, mit Blut gefüllte retractile Ausstülpungen der Körperhöhle auftreten; die 2 grössern tragen oft auch Augen (Ommatophora). An ihnen werden besonders geformte Epithelzellen („Kölbchen mit Stiften") als Spürorgane gedeutet. Uebrigens sind auch besondere Haarzellen mit pinselförmigen Haarbüscheln über der ganzen Körperhaut zerstreut, doch an den der Tastempfindung besonders bedürftigen Stellen zahlreich gehäuft. Als Geruchorgan sind die unteren Tentakel , dann ein besonderes lappiges Oi-gan in der Mundhöhle und endlich die sog. Nebenkieme anzusehen, welche vom Supra- intestinalganglion aus innervirt wird. Der Geschmacksinn fehlt kaum, da Speichel- Bauchfüsser. 85 drüsen vorhanden sind. Der Verdauungscanal ist bald gerade, bald gewunden und beginnt mit einer Mundöffnung, welche oft mit einem vorstreckbaren Rüssel, oft mit einer verlängerungsfähigen Schnauze zusammenhängt und meist von wulstigen Lippen umgeben ist. Sie führt in die mit festen Kauwerkzeugen (daher Odonto- phora Hai) bewaffnete Mundhöhle, in welche meist 2 Speicheldrüsen einmünden. Die Bewaffnung besteht theils in Kiefern der oberen Schlundwandung, theils in der sog. Reibmembran oder Reibplatte (Radula) am Boden der Mundhöhle. Beide bestehen aus Conchyolin und erstere umgeben bogenförmig oder in mehrei-e Stücke zertheilt die Lippenränder; letztere liegt auf einem musculösen oder knorpeligen Wulst und besteht aus platten-, zahn- oder hakenförmigen Gebilden, welche in zahlreichen Querreihen (Gliedern) hintereinander liegen und als Mittel-, Zwischen- und Seitenplatten unterschieden werden. Ihre Zahl , Grösse und Form wechselt ausserordentlich und wurde von Troschel zur Aufstellung von Gruppen verwerthet, die er als Schmalzüngler (Rhachiglossa), Bandzüngler (Taenioglossa), Fächer- züngler (Rhipidoglossa), Federzüngler (Ptenoglossa), Pfeilzüngler (Toxoglossa) und Balkenzüngler (Docoglossa) bezeichnete (s. d.). Die Zähne sind spitziger und stehen weiter auseinander bei den Fleischfressern , während sie bei den Pflanzen- fressern kurz, plattenförmig und gedrängt sind; ihre Zahl wechselt zwischen nur 20 (Aeolididae) und 36 000 (Tritonia). Nach rückwärts steckt die Radula in einer cylindrischen Tasche, der Zungenscheide; sie bildet sich aus einer warzigen Masse und rückt allmählig vor, wenn die ersten Zähne verloren gehen. Die Speichel- drüse , welche vielfach Schwefelsäure , doch auch alkali- und kohlensäurehaltigen Speichel producirt, ist zweilappig ; der Speichel kann auch als Offensiv- oder Defensiv- mittel mit Gewalt ausgespritzt werden. Der Schlundkopf, der oft roth und gelb gefärbt ist , geht in die Speiseröhre über , die manchmal kropfartig erweitert erscheint, oft einen gallerthaltigen Blindsack vorstellt (Dolium, Triton). Der Magendarm ist dünn- oder dickwandig; im letzteren Falle enthält er Haken und Zähne. Manchmal sind mehrere Mägen oder doch Blindsäcke eines solchen vor- handen. Der Dünndarm ist sehr lang, meist vielfach gewunden und von der um- fangreichen Leber , mit der er selbst in die Kiemen eintreten kann (Phlebente- rata) vollständig bedeckt, dagegen ist der Enddarm weit und mündet mit der Afteröffnung meist rechtsseitig vorne , seltener auf der Rückenfiäche weit nach hinten aus. Die Nahrung besteht in Pflanzen- und Thierkost ; manche sind kühne Räuber, welche die Beute mittels der Radula ergreifen und festhalten. Das Ge- fässsystem zeigt grosse Verschiedenheit im Aufbaue. Das Herz fehlt nur wenigen, es wird von einem Pericardialsinus eingehüllt und liegt meist an der Seite nahe den Athmungsorganen, den Geschlechtsorganen entgegengesetzt, selten in der Mittel- linie des Körpers. Es besteht aus einer Kammer und einer einfachen oder paarigen Vorkammer; letztere sind den Athmungsorganen zugekehrt; ausnahmsweise wird das Herz vom Mastdarm durchbohrt (Haliotis, Turbo). Aus der Herzkammer entspringt die Aorta, welche sich gewöhnlich in 2 Hauptstämme spaltet; der eine (Aorta cephalica) geht nach vorne und sendet Zweige in den Kopf und Fuss, der andere (Aorta abdominalis) zieht nach rückwärts und verläuft in die Ein- geweide. Die Enden der Arterien öffnen sich in waudungslose Bluträume der Leibeshöhle, aus denen das Blut entweder direct, also ohne Dazwischentreten von Gefässen (Heteropoda, Nudibranchia) , oder dui-ch sog. Kiemen- (Lungen-) Arte- rien nach den Athmungsorganen geleitet wird , in deren Capillaren es Sauerstoff aufnimmt, um dann durch sog. Kiemen- (oder Lungen-) Venen in die Vorkammer zurückzukehren. Die Venen der Lungenschnecken bilden hierbei einen Gefässring (Circulus venosus) um die Lungen und haben grosse Oeffnungen zur Aufnahme des Blutes; oft ist auch ein Nieren-Pfortadersystem entwickelt (Vorderkiemei-). Das Blut ist farblos, bläulich oder roth (Planorbis) und enthält Kupfer. Die Athmungsorgane sind neben der Hautoberfläche vorwiegend Kiemen, seltener Lungen oder beides zugleich. Die Kiemen sind blatt- oder federförmige Hautanhänge, welche nur selten frei auf dem Rücken liegen , meist werden sie vom Mantel be- deckt und liegen zwischen diesem und dem Fuss, so dass die Mantelhöhle zugleich auch die Kiemenhöhle , also Athemhöhle ist. Sie sind selten paarig vorhanden (Zeugobr anchia); meist verkümmert eine Seitenhälfte fast gänzlich; ihrer Lage nach unterscheidet man solche Formen , deren Kiemen vor dem Herzen liegen 86 Bauchfüsser. (Vorderkiemer, Prosobranchiata), und solche, bei denen sie hinter demselben liegen, so dass das Herz verkehrte Lage zeigt (Hinterkiemer, Opisthobranchia); überdies geben die Lage und Form der Kiemen noch weitere systematische Eintheilungs- gründe ab. Die Zahl der Kiemenblätter und der Kiemen selbst wächst mit zu- nehmendem Alter. Die Lunge, welche bei allen sog. Lungenschnecken, dann aber auch bei einigen Prosobranchiaten getroffen wird, besteht in einem Hohli-aume, dessen Wandung ein Netzwerk von Bluträumen und Gefässen bildet ; sie liegt an der rechten Seite des Kopfes und steht gleich der Kiemenhöhle mit dem äusseren Medium durch einen engen, mittels Muskeln verschliessbaren G-ang in Ver- bindung, welcher am Mantelrande als Spalte erscheint (Holostom); oft jedoch bildet dieser Gang eine Röhre, welche als Atheniröhre (Sipho) bezeichnet wird und dann im Mantelrande und in der Schale einen Ausschnitt oder Canal bildet (Siphostom). Blutwässernde Gefässe, die namentlich im Fuss sehr zahlreiche Netze bilden und daselbst ausmünden , durchziehen zum Theil den ganzen Körper. Die Absonderungsorgane sind sehr zahlreich; als das wichtigste und grösste ei'scheint die Niere. Sie ist blättrig, schmutzig gelb oder röthlich und liegt meist nahe am Herzen, wo sie einen länglichen Sack bildet. Sie öffnet sich entweder unmittelbar neben dem Mastdarm , oder doch in dessen Nähe mittels eines besonderen Aus- führungsganges in die Mantelhöhle und scheidet feste Concretionen von Harnsäure, Kalk und Ammoniak aus, die in Zellen ihren Ui'sprung nehmen; man vergleicht sie der Bojanusdrüse der Muscheln. Ausser den Schleimdrüsen der Haut kommt namentlich bei den Lungenschnecken eine grosse Schleimdrüse in der Decke der Athemhöhle vor, welche eine grosse Menge von Schleim durch das Athemloch zu ergiessen vermag. Als modificirte Schleimdrüse wird die Purpurdrüse einiger Arten (Purpurea, Mui'ex) angesehen, eine längliche, weisslichgelbe Drüse, deren Secret milchig ist, unter dem Einflüsse des Lichtes gelblichgrünlich, blauviolett und endlich purpurroth wird (Tyri scher Purpur). Ein ähnliches wie Anilinroth reagirendes Secret von rother Farbe besitzt Asalysia, ein violettes die Amethyst- schnecken (Dauthnia), ein weisses die Aeolididae, ein gelbes die BuUiden; das Secret von Limax noctilucus leuchtet; das von Helix alliaria riecht nach Knoblauch, jenes von H. pomatia nach Schierling; andere Arten haben specifische Gerüche (Aplysia, Tethys). Weiters sind bemerkenswerth die Fussdrüsen der Weg- schnecken , deren einzelne Schläuche in einen bandförmiger, Mittelgang führen, der zwischen Kopf und Fuss liegt, sowie die Schwanzdrüsen (Arion), an der Spitze des Schwanzes plötzlich viel Schleim absondernd; ihre Function ist unbe- stimmt. Die Bauchfüsser sind theils getrennten Geschlechtes (Prosobranchia), theils Wechselzwitter (Pulmonata, Opisthobranchia); letzterer Form entsprechen die höher organisirten Arten. Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus einem Hoden, einem Samenleiter mit Samenblase, einem Ausführungsgange und dem Be- gattungsgliede, das sich oft in einen Geisseifortsatz (Flagellum) verlängert; die weiblichen Geschlechtsorgane sind ein Eierstock, Eileiter mit Eiweissdrüse, der am Grunde einen Uterus bildet, Samentasche und Scheide. Bei den Zwitterformen sind die Zeugungsdrüsen in der sog. Zwitterdrüse enge vereinigt; oft sind auch die Leitungscanäle dieser wie der Anhangdrüsen eng verbunden und münden gemein- sam ; die Geschlechtsproducte entstehen dann häufig in nächster Nähe , indem in den gelappten Drüsen die Eifollikel peripherisch den Hodenbläschen aufsitzen (Aeolis) oder das Epithel desselben Follikels erst Samenkörperchen, dann Eier erzeugt (Sal- monata); die Zwitterthiere sind somit proterandrisch. Die Samenfäden sind faden- oder stabförmig und werden durch Eiweissdrüsen meist in Spermatophoren verpackt. Manchmal (Helicidae) trägt die Scheide 2 Büschel von quastenförmigen Drüsen, sog. Schleimdrüsen und den sog. Pfeilsack , welcher ein eigenthümliches kalkiges Gebilde, den sog. Liebespfeil (Spicula amoris) trägt, der im Grunde der Tasche auf einem Wulst aufsitzt, bei der Begattung wohl als Reizorgan benützt wird und während derselben häufig abbricht; er wird später durch einen neuen ersetzt und, wenn keine Begattung mehr eintritt, resorbirt. Die Geschlechtsöffnungen münden rechts , hoch oben nahe am After aus ; bei den Zwitterformen bilden sie eine Kloake. Die Befruchtung erfolgt in der Regel wechselweise, doch wurde auch Selbstbefruchtung bei Zwittern und Wechselbegattung verschiedener Arten (von Helix, Clausilia mit Pupa) beobachtet. Einige wenige Arten, deren Junge sich Bauchganglienkette — Bauchkiemen. 87 aus dem befruchteten Eie im Uterus entwickelt haben, sind lebendig gebärend (Paludina vivipara, Pupa u. s. w.); die meisten legen Eier, die nur selten einzeln, kalkschalig, meist aber weichhäutig sind; der Laich wird dann in Klumpen, Bän- dern oder Schnüren als gallertartige Masse abgelegt oder von gemeinschaftlichen harten, verschieden gestalteten und ziex-lich gruppirten Eikapseln eingeschlossen; diese werden dann an feste Körper angeklebt. Jede Kapsel trägt eine nach aussen mündende Oeffnung; die in der Entwicklung zurückgebliebenen Embryonen werden von den vorgeschritteneren aufgezehrt. Die Entwicklung des Embryo erfolgt mittels Blastula und Gastrula, durch Bildung eines Segels und einer Schale, die manchmal resorbirt wird; manche entwickeln sich dann durch Metamorphose, andere (Pul- monata) direct. Von besonderen Lebenserscheinungen sei hervorgehoben, dass einige leuchten; das Reproductionsvermögen ist sehr gross, indem nicht nur Stücke von Schale, Mantel und Fuss, sondern auch Tentakel und Kopf nachgebildet wer- den; manche Körpertheile fallen periodisch ab und werden ebenso erneut. Die meisten Bauchfüsser der gemässigten und kalten Zonen und Regionen machen bei Abnahme der Wärme und Nahrungsmittel einen Winterschlaf durch und ver- kriechen sich entweder in Schlamm (Wasserschnecken) oder Erdlöcher und ver- schliessen ihr Gehäuse mittels eines Deckels, den sie bei anbrechender Wärme wieder loslösen; manche vertragen übrigens Kälte von 2 — 4° C. und kriechen auch im Winter umher. Die Bewohner der Tropen halten einen Sommerschlaf bei ein- brechender Dürre , auch einige einheimische Formen ruhen im Hochsommer. Die Gastropoden sind zum Theil Wasserbewohner, zum Theil Bewohner des Fest- landes (Cyclostomen , Stylommatophora) und dann phytophag. Die Mehrzahl der Wasserbewohner ist auf das Meer angewiesen und erscheint zoophag; viel weniger leben von PflanzenstofFen. Sie sind zahlreicher in grossen Meeren und an felsigen Küsten, als in kleineren, ausgesüssten, stärker gesalzenen oder am Strande; doch gibt es auch viele Brackwasserformen (Littorina, Cerithium, Melania u. s. w.) und Bewohner des Süsswassers (Paludina , Valvata , Neritnia u. s. w.) ; einige vei-mögen auf dem Lande und im Wasser zu leben, indem sie sich auf ersterem bedeckein. Die tropischen Meere beherbergen grössere und schönere Formen als die des Nordens; die tiefer lebenden sind weiter verbreitet als die Bewohner der Küsten und Untiefen. Die meisten kriechen ; einige schwimmen, wenige springen ; Liotopa lebt auf Seetangen, und befestigt sich mittels eines Fadens, den sie am Fusse ausspinnt; die Napfschnecken sitzen fest oder verwachsen selbst mit dem Standorte (Hipponyx, Magilus u. s. w.); Stylifer lebt parasitisch auf Seesternen und Seeigeln , Rutoconcha in Schläuchen von Holothurien u. s. w. Ihr Nutzen besteht in der Production des Purpurs (Murex , Purpurea) und der Perlmutter (Haliotis, Trochus); von einigen benützt man die Schalen als Münze (Cypraea, Kauri) , zum Tempel- und Frauenschmuck (Voluta , Tschang) , zu Galanterie- ■und Kunstgegenständen , Cameen (Strombus , Cassis) , zum Schmuck und zu Blas- instrumenten; die Pflanzenfressenden schaden, wenn sie in grösserer Zahl auftreten. (Helix, Limax, Achatina). Versteinert finden sich Bauchfüsser von den ältesten bis in die neuesten Schichtenbildungen. Sie erscheinen anfangs in spärlicher Zahl und treten im Tertiär im Cerithien- und Litorinenkalk schichtenbildend auf. Man kennt bei 16 000 lebende und 6500 fossile Arten und theilt sie in 4 Ordnungen : 1) Vor- derkiemer, Prosobranchia Elw.; 2) Kielfüsser, Heteropoda; 3) Lungen- schnecken, Pulmonata; 4) Hinterkiemer, Opisthobranchia. Literatur: Martini und Chemnitz, Conchylien-Cabinet, 12 Bde. Nürnberg 1837—65. Sowerby, Thesaurus conchyliorum. London 1832 — 62. Reeve, Conchologia iconica. London 1842—62. Adams, The Genera of the recent Mollusca. 3 Bde. London 1858. Troschel, Das Gebiss der Schnecken. Berlin 1856—58. Woodtvard, Manual of the Mollusca. London 1868. (Siehe Abbildungen im Anhange).* Bauchganglienkette, Bauchmark, Bauchstrang, s. Gliederfüsser. Bauchgefäss und Rückengefäss heissen die zwei Hauptgefässstämme bei den höher organisirten Würmern, in welchen sich die Blutflüssigkeit umherbewegt, je nachdem bald das Bauchgefäss, bald das entgegengesetzte Rückengefäss, bald die Verbindungsgefässe beider sich zusammenziehen. Bauchgefleclit = Baucliadergeflecht. Bauchkiemen, cirrhi ventrales, s. Borstenwürmer.* gg Bauchkiemer — Baumeister. Bauclikiemer = Myxine glutinosa L. Bauchklappe, Ventralklappe, s. Armfüsser.* Bauchmark, Bauchganglienkette, Bauchstrang, s. Gliederfüsser. Bauchplatte (sternum), s. Insekten. Bauchplatten heissen die seitl. Theile des Mesoderms am Wirbelthierembryo. Bauchplatten, Abdominalplatten, s. Schildkröten. Bauchpresse heisst der Mechanismus des Säugethierleibes, mit Hilfe dessen das Thier die unverdauten Nahrungsreste des Darmes (und beim Gebären die Leibesfrucht) durch Verkleinerung der Bauchhöhle und Pressung des Bauchinhaltes aus dem Körper entfernt. Bauchrankenfüsser, s. Ahdominalia. Bauchrinne, Endostyl, Hypobranchialrinne heisst die auf der Bauch- fläche des Athemraumes liegende und mit letzterer durch einen von den sog. Bauchfalten begrenzten Spalt in Verbindung stehende Rinne, wie sie sich bei den Larven der Neunaugen , beim Lanzetfisch , bei den Mantelthieren und bei den Enteropneusten findet und welche bei den Mantelthieren derart als Ernährungsorgan fungirt, dass der von den Längsfalten der Einnenwand abgesonderte Schleim die Nahrungsstoffe des Wassers aufnimmt und durch die sog. Wimper st reifen der Speiseröhre zuleitet. Bauchsäcke, cellae abdominales, s. Tögel (Athmung). Bauchsamniler, s. Blumenwespen.* Bauchsauger, Cyclopterus lumpus L., Seehase, s. Scheibenbäuche» Bauchschild, testa ventralis, sternum, g. Schildkröten. Bauchschilder, scuta ventralia, s. Schlangen. Bauchseite, Unterseite, s. bilateral-symmetrisch. Bauchseite, venter, s. Bauchfüsser. Bauchspeichel, flüssige, klare, farblose, stark klebende, salzig schmeckende Absonderung der Bauchspeicheldrüse, welches Secret bei der Verdauung eine sehr wichtige Rolle spielt (bei der Umwandlung der Stärke in Zucker, der Um- führung der fettsauren und neutralen Fette in Fettsäuren, bei der Bildung von Peptonen aus den Eiweiss- und Leimstoffen). Bauchspeicheldrüse, pankreas, s. Ernährungsorgane. Bauchständige^ Bauchflosser, s. Fische. Bauchsternum, sternum abdominale, s. Reptilien. Bauchstrang, s. Fadenwürmer.* Bauchstummel, Neuropodien, s. Borstenwürmer.* Bauchthiere, Gastrozoa. Darunter verstand man früher alle Weichthiere, Strahlthiere und Urthiere. Bauernkarpfen = Karauschen. Bauernmusik, Musikschnecken, Conus hebraeus L.;S. Kegelsclmecken. BauernschAvalbe, Rauchschwalbe, s. Schwalben. Bauhin's Klappe, Dickdarmklappe, Blinddarmklappe. Verhindert den Rückgang des Darminhaltes aus dem Dickdarm in den Dünndarm, erscheint als klappenartiger Vorsprung am Dünndarmende. Baumagamen, Dendrobatae. Unterabtheilung der Agamen (s. d.). Auf Bäumen lebende Agamen mit seitlich zusammengedrücktem Körper, sehr langem Schwänze. Gattungen: Draco L., Drachen. Mit f allschirm artig verbreiteter Hautfalte an den Körperseiten; Kehlsack lang, zugespitzt, mit D. volans L. (=: viridis L'audhi), 12 — 15cm, grün, Fallschirm braun. Auf Java. Lophura Gray, Bürzelechsen. Mit Kehlsack und Rückenlängskamm. L. amboinensis Gray. Auf den Philippinen. Soll verfolgt ins Wasser flüchten. Calotes Cnr. Galeoten, Schönechsen. Mit Kehlsack. Der Kamm läuft über Nacken, Rücken und Schwanz. Schenkelporen nicht vorhanden. C. versicolor Dum Bihr., Blut- sauger. Wechselt wie das Chamäleon die Farben. Indien. Chlamydosaurus Gray, Krausenechsen. Mit kragenartiger Hautverbreiterung beiderseits am Halse und kleinem Nackenkamm. Baunibären, s. Cercoleptes. Baumeidechsen = Baumagamen. Baumeister, Töpfervögel, s. Anabatidae. Baumelstern — Baumweissling. 89 Baumeistern, Dendrocitta Gonld, s. Raben. Baumenten, Dendrocygna Stvainso». Gattung dei* Enten. Schlanke, buntfarbige Enten mit kleinem Kopf, schmächtigem Schnabel, hohen Beinen, stumpfen Elügeln. Hierher u. a. D. viduata v. Tschudi , Wittwenente, Nonnenente. Oben Olivenfarben, Kopf und Hals schwarz, Gesicht weiss, Bauch schwarz. Süd- amerika, Afrika, Bei den Indianern Hausthier. Baumeule = Waldkauz, Syrnium Aluco Boie, s. Eulen. Baumfalk, Falco subbuteo L., s. Falconidae. Baumüuk = Bergfink, s. Finken. Banniüechtenspaiiner, s. Boarmia Tr. Baiimfrösche, s. Hylida. Baumgrille, Volksname für den gemeinen Baumläufer, s. Klettermeisen, Baumhacker, Kleiber, Sitta europaea L., s. Klettermeisen. Baumliäckel, Baumläufer, s. Klettermeisen. Baumliox)fe, Kletterhopfe, Irrisor Less., s. Wiedehopfe. Baiimhühner, s. Hühueryögel. Baumhuhn, Volksname für das Birkhuhn. Baumkäfer, Sinodendron cylindricum Fabr., s. Blatthornkäfer. Baunikängnruli, s. Dendrolagus. Baunikauz, s. Enleii. Baumkleher, Sitta europaea L., s. Klettermeisen. Baumkletten, Spechtmeisen, Sitta L., s. Klettermeisen, Baumkletterer = Baumläufer, gemeiner. Baumkrähen = Heher. Baumläufer, amerikanische, s. Anabatidae. Baumläufer, gemeiner, Certhia familiaris L., s. Klettermeisen. Baumläuse, Lachnus JIL, s. Blattläuse. Bauinleg-uane, s. Leguane. Baumlerche, AI au da arborea L., s. Lerchen. Baumlieste, Halcyon Swcdns., s. EisTÖgel. Baninmäuse, s. Dendroniys. BaTimiiiarder, s. Mustela. Baummedijse, s. Bucephalns. Baumnachtigall, s. Aedon. Baumnattern, Herpetodryas Boie, s. Nattern, Baumotter, Bothrops erythrurus Günther, s. Grubenottern. Baumpicker = Sitta europaea L., s. Klettermeisen. Baumpieper, s. Anthus. Baumreiter = Certhia familiaris L., s. Klettermeisen. Baumreuter = Baumreiter. Baumritter = Baumreiter. Baumrothsclnvänze, Euticilla Brehm, s. Turdidae. Baumrutscher, Volksname für den Kleiber und Baumläufer. Baumscharben, Gracula L., s. Staare. Baumschläfer, s. Eliomys. Baumschläfer, s. Myoxus. Baumschlange, Dryophis Boie, s. Peitschenbaumschlangen. Baumschnecke, Limax arborum Bouch., s. Limacidae. Baumschnüffler, Dryophis Boie, s. Peitschenbaumschlangen. Baumschwälbchen = Halsbandfliegenfänger. Baumsegler, Dendrochelidon Boie, s. Mauerschwalben. Baumspechte, Buntspechte, Dendrocopus KocJi, s. Spechte. Baumsperling, Spizella canadensis Bonap., ein nordamerik. Ammerfink. Baumstachelschweine, Kl ett er Stachelschweine, Borsten Stachel- schweine, s. Erethizon Cuv. Baumstachler, Grei f seh wanzst achler, s. Cercolabes. Baumsteiger, Volksname für den Baumläufer. BaumAvachtel, Colinhuhn, ein Baumhuhn, s. Hühnervögel. Baumwanze, Pentatoma Latr., Gattung der Schildwanzen (s. d.). Baumweissling, Pieris crataegi L., s. Tagfalter. 90 Baumwiedehopfe— Behaarung. Baumwiedehopfe = Baumhop fe, s. Wiedehopfe. Baunaehsgrunder Vieh, Itzgründer Vieh. Hell- und einfarbiges Rind des Mainschlages. Baut, Volksname für die Elritze. Bayrische Sehweine. Langohrige, vorne hell, hinten dunkel gefärbte, langgestreckte Schweinerasse. Bayrisches Schaf, s. Hausschaf. Bdellidae, s. Rüsselmilben. * Beariiaise-Yieh, s. Basquaise-Vieh. Beheseliwanz = Bachstelze. Becher, ectocyste, s. Moosthierchen.* Becher, s. Kelch.* Becher, theca, s. Korallenpolypen.* Becherförmige Organe nennt man eigenthümliche Sinnesorgane bei ver- schiedenen im Wasser oder im Feuchten lebenden Thieren (so beim Blutegel, Regen- wurm, in der Kopfhaut mehrex'er Kriechthiere, in der Haut von Lurchen, Knochen- fischen),' welche von langen, stachelartige Nervenendigungen umschliessenden Spindelzellen gebildet werden. Becherquallen (Calycozoa Leuck, Cylicozoa, Podactinaria Edw., Lu- cern ariae). Unterordnung der Acalephae. Der einer umgekehrten Glocke ähnliche Körper sitzt meist mit dem verdünnten Theile fest und zeigt am Um- fange 8 armförmige Fortsätze, welche mit Gruppen von geknöpften Tentakeln besetzt sind. Von jedem Fortsatze läuft im Innern je ein Strang von Längs- muskeln, sowie von bandförmig gefalteten Genitalwülsten gegen die am Grunde liegende, kreuzförmige Mundöifnung, welche trichterförmig eingezogen erscheint; letztere vereinigen sich daselbst zwischen den vorspringenden Mundlapjjen, so dass sie paarweise Hufeisenfomn annehmen; an der Vereinigungsstelle liegen die Gastral- filamente; nach abwärts setzen sie sich in 4 unpaare, nahezu die Fussdrüse er- reichende Genitalstränge fort; nach aufwärts entstehen dagegen 4 die Mundlappen und Gastralwülste einschliessende Gastrovasculartaschen. Aus den Eiern ent- wickeln sich bewimperte Larven; die weitere Entwicklung erfolgt wohl direct; die Tentakel werden oft im Alter abgeworfen. Die Reproductionskraft ist sehr gross. Alle Becherquallen sind Meeresbewohner und scheinen nur den nordischen Meeren in grösserer Zahl anzugehören. Man unterscheidet 1) Eleutherocarpidae und 2) Cleistocarpidae Clk* Becherzellen, walzige oder fiaschenartige , nach aussen geöffnete Epithel- zellen in der inneren Wandung des Darms und in der Haut von Lurchen, Fischen, wirbellosen Thieren und im Darmepithel der höheren Vertebraten. Becken, pelvis, heisst der vom Schambein, Darmbein, Sitzbein und Kreuzbein gebildete Theil des Skelets. S. Säugethiere (Skelet). Beckengürtel, jener Theil der Wirbel thierefextremitäten , welcher aus dem Darmbein, Sitzbein und Schambein gebildet wird. S. Säugethiere (Skelet). Bedecktkiemer ^ Tectibranchiata. Beden, Steinbockart, s. Capra. Beduinenhund, Akab ahund, nach Fltzmqer aus einer Mischung des Sehakal- wolfes mit dem ägyptischen Windhund entstanden. Beerenfresser, von Beeren sich nährende Vögel und Säugethiere. Sie spielen die Rolle von Samenverbreitern, wie der Wind und gewisse Insekten. Wie die Farbenpracht, der Duft vieler Blüthen, so erscheint bei den Beeren deren grelle Farbe als Lockmittel. Befiederung. Das Federkleid der Vögel ist gleich dem Haarkleid der Säuger, dem Schuppenkleide der Kriechthiere u. s. w. mannigfachem Wechsel unterworfen, anders in der Jugend, anders im Alter, anders bei Männchen und Weibchen, ver- schieden im Sommer, Winter, zur Minnezeit. Man spricht daher von einem Hoch- zeits-, Sommer- und Winter-, Daunen-, Jugend- und Greisenkleid. Befruchtung' s. Fortpflanzung. Begattung, s. Fortpflanzung. Begattungsorgane, Copulationsorgane, s. Fortpflanzung. Begattuugstasche, bursa copulatrix, s. Gliederfüsser und lusekten. "' Behaarung, s. Wirhelthiere und Säugethiere. Behosete Beine — Belonogaster. Q\ Behosete Beine, Pedes braccati, s. Yögel (Skelet). Beikiefer, s. Krustenthiere. Beiubrecher = Seeadler. Beiue, Gang-, pedes ambulatorii „ Grab-, , fossores „ hintere, „ posteriores " £^"f' " cursorii , Insekten = Raub-, „ raptatorii ( ^- ^»sekien. „ Schwimm-, „ natatorii „ Spring-, „ saltatorii „ vordere, „ anteriores Beine, präorale, s. Schwertschwänze. Beiiierv, nervus accessorius Willisii, der zweite Hii-nnerv. Beisa-Autilope, Hippotragus beisa Rupp, s. Hippotragus. Beizger, Schlammbeisser, Misgurnus fossilis Lacep., s. Karpfen. Bekassiueii, Sumpfschnepfen, Gallinago, s. Schnepfenvögel. Bela, Leach, Meerschneckengattung. Bela^zellen, s. Labzellen. Belebte Wesen, Organismen, s. Thiere. Belegen = Beschlagen. Belemnitella D'Orh., s. Belemnitidae. Belemniten, s. Belemnitidae. Belemnitidae, fossile Familie der Decapoda. Schale kalkig, gerade oder gebogen, am Hinterende in eine kalkige Scheide (Rostrum) auslaufend, vorn mit gut entwickeltem, gekammertem Scheidewandkegel(Phragmoconus)und bauch- ständigem Sipho, am ßücken der Vorderseite zu einer Schulpe (Proostracum) verlängert. Arme mit Haken. Von den 12 Gattungen seien erwähnt: I. Belem- nites Lister, Donnerkeile, Belemniten, Teufelsfinger, A.lpsteine. Schale gerade, Phragmoconus kurz, schwach gebogen, Rostrum lang, Schulpe lang. Nur 150 Arten bekannt , die man nach der Gestaltung der Scheide folgendermassen grup- pirt: 1) Acoeli, Scheide am Vorderende ohne Bauch- und Rückenfurche; 2) Gastro- coeli, Scheide mit deutlicher Bauchfurche am Vorderende; 3) Notocoeli, die Scheide mit tiefer Rückenfurche. Die Acoeli zerfallen wieder in Acuarii und Clavati, die Gastrocoeli in Canaliculati und Hastati; zu den Notocoeli gehören dieDilatati. Von den Arten seien als die bekanntesten erwähnt: B. ha- status Blaino., im obei-en Jura; B. canaliculatus Schloth, im mittleren Jura; B. elavatus Schlot/t, im Lias; B. giganteus Schloth, im braunen Jura. H. B e- lemnitella D'Orö., die Scheide an der Oberfläche mit Gefässeindrücken , Phragmo- conus mit einer Längsleiste an der Rückenseite und einem Fortsatze an der Bauch- seite. Hierher B. mucronata Sow., in der oberen Kreide. HI. Belemnoteu- this Pearce, die kurze Schale konisch, die Schulpe kurz, mit mittlerem Kiel. Hierher B. antiqua Cann. An den gefundenen Fossilien lassen sich deutlich Mantel, Flossen, Hinterbeutel, Augen erkennen. Belemnoteuthis Pearce, s. Belemnitidae. Belemnoziphius HuxL, fossile Gattung der Walthiere aus der Familie der Hyperoodontia. Aus dem Crag. Belgische Pferde, schwere plumpe Pferde, Flamländerrasse. Belideus, Unterordnung von Petaurus (s. d.). Bellerophon Montfort, s. Bellerophontidae. Bellerophontidae, fossile Familie der Prosobranchiata, wurde früher zu den Heteropoden gezählt. Wichtigste Gattung: Bellerophon Montfort. Mün- dung mit einem Einschnitt in der Aussenlippen-Mitte, an dem ein Schlitzband be- ginnt. Aus den paläozoischen Schichten. _ Bellophis LocMngton, Breitköpfe. Gattung der Nattern. Der Körper ist in seinem Vordertheil zusammengedrückt, sonst höher als breit; Kopf viel breiter als der Hals. Belodon, der bekannte Neckarsaurier, fossile Sauriergattung der Theco- dontia. Auch im amerikanischen Trias gefunden. Belone Cuv., Hornhechte, Gattung der Scombresoeidae (s. d.). Belonogaster, sandwespenartige Papierwespe Südafrikas, 92 Belostoma— ßergflatterer. Belostoma Lrttr., Gattung der Wasserskorpionwanzen (s. d.). Beluga = Delpliinapterus (s. d.). Bembecia Hübn., Schmetterlingsgattung der Holzbohrer (s. d.). Bembex Fabr., Gattung der Grabwespen (s. d.). Bembidium Latr., Gattung der Laufkäfer (s. d.). Benedenia Gray, Gattung der Furchenwale. Rückenflosse hoch, seitlich zu- sammengedrückt, Brustflosse beiläufig von ^/s Körperlänge; der zweite Halswirbel mit zwei getrennten Seitenfortsätzen. Art: B. Knoxii Gray, in den nordischen Meeren. 10 Meter lang. Benett's Antilope, s. Antilope. Benett's Känguruh, s. Macropus. Benett's Seidenmaus, Habrocomys Benetti Waierh., aus der Gattung Habrocomys Waterh., Seidenmäuse. Der weiche Pelz grau oder graubraun. In Chile. Bengalisten, s. Astrilden. Beni Israel, Ducker. Schopfantilope, s. Cephalolophus. Bentevi, Saurophagus sulphuratus, s. Tyrannen. Berardius Duvemoy, Gattung der Schnabelwale. Mit symmetrischerem Schädel als bei Hyperoodon , jederseits vorne 4 dreiseitig zusammengedrückten Zähnen. Art: B. Arnuxy Duvemoy, über 9m, mit grosser Rückenflosse, ein- farbig schwarz, nur am Unterleib einen graulichen Fleck. Um Neuseeland. Berberaffe, s. Inuus. Berberfalk, Falco barbarus, Vertreter des Wanderfalken in Nordafrika und Nordwestasien. Bedeutend kleiner, Unterseite spärlich gesperbert, im Nacken ein rostrother Fleck. Berberhirsch, s. Cervus. Berberlöwe, der in ganz Nordafrika, besonders in Algerien und Marokko vorkommende Löwe. Berbermaus, s. Mus. Berberpferd, die an der ganzen Nordküste Afrikas verbreitete Pferderasse, deren edlere Stämme dem arabischen Pferde gleichen. Die minder edlen an der Küste unterscheiden sich vom arabischen Pferde durch die langen Ohren, die ab- schüssige Croupe und den tiefen Schweifansatz. S. Pferd. IJerbertaube, Columba barbarica, Warzentaube mit weisser, längsge- spaltener Warze, aus der Berberei eingeführt. Berendo = Gabelbock. Berenicidae Esch. (Williadae L., Willsiadae i^or&.), Familie der Augen- fleckmedusen (Ocellatae). Beresofki, s. Birkenzobel. Bergadler = Steinadler. Bergalligator, Menopoma alleghaniense Harl., s. Menopoma. Bergamaskenschaf, grosses, derbknochiges, lang- und rauhwolliges Schaf, vorherrschend in Bergamo und Como gezüchtet. Bergamnier = Schneeammer. Bergamsel = Bingdrossel. Bergbraunelle, Accentor montanellus Temminck, etwas grösser als die Braunelle oder das Graukehlchen. Im Ural, Balkan und in den Gebirgen Asiens. Berg-Coati, Nasua montana Tschudi, Vertreter des Nasenbären in den hohen Cordilleren von Peru. Sehr selten. Bergdohle = Alpendohle (Pyrrhocor ax). Bergdrossel heisst die Singdrossel und auch die Rothdrossel. Bergeidechse, Lacerta vivipara Jagiiin, s. Lacertidae. Bergelster = grosser Würger. Bergente = Brandente. Bergerfisch = Molea vulgaris Flem., die beste Sorte Rundfisch (Stock- fisch) im Handel, s. Schellfische. Bergfalk = Wanderfalk. Bergfasan = Auerhuhn. Bergfink, Fringilla montifringilla L., s. Finken. Bergflatterer = Bergfledermäuse. Bergflederniäuse - Benihardinerkrebse. 93 Bergfledermäuse, Meteorus Blasius, Gruppe der Gattung Vesperugo, 32 Zähne, Ohrdeckel oben etwas verbreitert, mit der Spitze nach vorn gerichtet. Bergflüevogel = Bergbrauiielle. Bergforelle = Forelle. Berggrüiispeclit = Grauspecht. Bergg-ylte, schwedischer Name für den gefleckten Lippfisch, s. Lippfische. Berghäuf ling, Fringilla montium /.., s. Finken. Bergheher = Tannenheher. Berghühner, Caccabis Kaup, s. Hühnervögel. Bergilt, Sebastes norvegicus C. V., s. Drachenköpfe. Bergische Krähen, durch häufiges und sonderbares Krähen sich hervor- thuende Hühner aus Westphalen. Schwarzbraun gepunktet oder gefleckt. Bergjäck = Tannenheher. Ber^käuguruh, s. Macropus. Berglauhsänger, Phyllopneuste montana Brehm, s. Sänger. Bergleinfink, Fringilla rufescens Brehm, s. Finken. Berglerche, Alpenlerche, Alauda alpestris L., s. Lerchen. Bergnieise = Schwanzmeise oder Alpenmeise. Bergnymphen, Oreotrochilus, Kolibrigattung, denen der Gattung Cam- pylopterus Swains. nahestehend. Hierher der Chimborazovogel, 0. Chimbo- razo. Bisher nur am Chimborazo, 4— 5000 m in der Höhe, gefunden. Hergotter, s. Lutra. Bergpfauenauge = Tagpfauenauge. Bergpferd = Zebra. Bergreiher = Purpurreiher. Bergschaf, amerikanisches, s. Ovis. Bergschaf, französisches, schweizerisches, s. Hausschaf. Bergsclmeehuhn = Schneehuhn, Lagopus mutus Leach. Bergschnepfe = Waldschnepfe. Bergschwalbe = Felsenschwalhe. Bergspatz heissen der Feldsperling und der Alpenflüevogel. Bergspecht = Schwarzspecht. Bergsperling, s. Bergspatz. Bergspyr = Alpensegler. Bergsteinhock, Capra pyrenaica ScMnz, s. Capra. Bergstösser = Sperber. Bergstrandläufer, Tringa Schinzii, dem Alpenstrandläufer sehr ähnlich, kleiner. Bergtapir, Tapir us pinchacus Blainv., mit längerem und dichterem Haar als beim gemeinen Tapir, ohne Nackenmähne. In der Andeskette bis über die Schneeregion. Bergtaube, südliche Varietät der Felsentaube. Berg-Viscachas, Lagidium Meyen, Gattung der Hasenmäuse (s. d.). Bergwebespinne = Baldachinspinne. Bergwidder = Mufflon. Bergziege, s. Capra. Beris Batr., Strahlenfliegen, Gattung der Waffenfliegen (s. d.). Berkshireschwein, stämmiger Schweineschlag. Berlin, französischer Name für die gemeine Napfschnecke (Patella vulgata L.), welche in Nordfrankreich gerne gegessen wird. Bernakelgans = Bemickelgans, Bernicla. Berner Vieh, auch Thallandvieh genannt, weil wegen seiner Schwere zum Bergsteigen schlecht geeignet. Schweizerisches Scheck- oder Fleckvieh, be- sonders in den Cantonen Bern , Freiburg und Solothurn gezüchtet. Hierher das Simmenthaler^ Emmenthaler, Schwarzenburger , Pinzgauer, Brixen- thaler und das braunrothe Tiroler Vieh. Bernhardinerhund, s. Haushund. Bernhardinerkrebse, Bernhardkrebse, Eremitenkrebse, Volksname für die Paguriden. 94 Bernicla — Beutelliund. Bernicla Steph., Gattung der Gänse (s. d.). Bernsteiumuscliel, s. Austernmuschel. Berusteinschneeke, s. Succinea. Beroe ovatus Esch. = Medusa Beroe L. = Idyia roseola Ag., be- kannteste Art der Beroiden (s. d.), meist zart rosenroth, findet sich an schönen heissen Tagen in Menge an den Küsten des Mittelmeeres und der Nordsee ein, wäh- rend sie bei trübem Wetter, unruhiger See und im Winter in die Meerestiefe sich zurückzieht. Beroidae, Familie der Melonenquallen. Körper mit ganzrandigem Mund- pol und fransenförmigen Anhängen im Umfange der Polfelder. Gattungen: Beroe Brown, Idyopsis Jg. u. s. w. Berolft = Pirol. Berosus Le«ch, Gattung der Wasserkäfer (Hy drophilidae), s. d. Berrichonschaf, französisches Fleischschaf mit grober Wolle. Berschik, ein Hechtbarsch, s. Lucioperca. Bersclike, Berscliliiig, Bersich = Flussbarsch. Berster = Barsch. Berycidae, Familie der Stachel flosser und zwar der Unterordnung Bercyformes, kurzleibige Fische mit seitlichen, meist sehr grossen Augen, schiefer Mundspalte, bürsten artigen Zähnen. Gattungen: Beryx Cuv., eine Rückenflosse, ohne Barteln; Myripristis Cuv., 2 Rückenflossen, Vordeckel ohne Dorn; Holo- centrum Art., 2 Rückenflossen, Vordeckel mit Dorn; Monocentris Bl. Sehn., Panzer aus sehr grossen Schuppen, Schwanzflosse nicht gegabelt. Beryciformes, Unterordnung der Stachelflosser (s. d.). Berytus Fabr., Stelzenwanzen, s. Raiidwanzen. Beryx, s. Berycidae. Beschälen heisst die Begattung beim Pferde. Bescliäler = Hengst. Beschlagen = belegt, befruchtet werden. Die Begattung bei unseren Hausthieren. Beschützung, s. Schutzmittel der Thiere. Beschuppung der Kriechthiere, Fische u. s. w., s. d. und unter Schuppen. Betrügerfisch, Epibulus insidiator C. V., s. Lippfische. Bettdecke, Cassis areola Lam., s. Sturmhauhenschnecken (Cassidae). Bettlermuschel, Venerupis ivus Lam., s. Tenusmuscheln (Veneridae). Bettongia, Känguruhratten, Hypsiprymnus Illig. Bettwanze, Acanthia lectularia L.^ s. Hautwanzen (Membr an acei). Beutelhären (Phascolarctida), Familie der Kletterbeutler. Ge- drungene, plumpe, dickköpfige und grossohrige Beutler mit ganz verkümmertem Schwanz. Gattung: Phascola rctus Blainvüle = Lipurus Goldfuss , mit der Art Koala, australisches Faulthier (Ph. cinereus Gray), 60 — 70cm. Der dichte wollige Pelz vorwiegend grau. Bewohnt paarweise besonders die Gummi- bäume, auf denen er sich schwerfällig und bequem herumbewegt. Das Weibchen trägt sein Junges, wenn es für den Beutel zu schwer geworden, auf dem Rücken. In der Gefangenschaft wird er sehr zahm. Sein Fleisch ist sehr schmackhaft. Neusüdwales. Beutell)ilche, s. Phascogale. Beuteldachse, Peramelida, Entomophaga, Familie der Raubbeutler. Spitzschnauzige Beutler mit verlängerten Hinterbeinen. Die Zehen der vorderen Gliedmassen sind klein. Gattungen: Perameles Geoffr., Choeropus Ogilhy (s. d.). Beuteleichhorn, s. Petaurus. Beutelferkel, s. Choeropus. Beutelfrett, s. Cryptoprocta. Beutelgans = Pelekan. Bentelpfilbmaus, s. Phaseogale. Beutelhase ^= Haseukänguruh. Beutelherzen, Pachycardia, sind alle Wirbelthiere (mit beuteiförmigem Herzen), ausgenommen den Lanzet fisch, dessen Herz röhrenförmig ist. Beuteihund = Beutelwolf. Beutelkiemer— Beutelratten. 95 Beutelkiemer, Marsipobrancliii = Rundmäuler, Cyclostomi, wegen der in 6 oder 7 Paaren von Kiemenbeuteln festgewachsen liegenden Kiemen so genannt. Beutelkiioclien , Ossa marsupialia. Zwei dem Kopfrande der Scham- beine aufliegende Knochen der Bauchwand der Schnabelthiere und Beutel- thiere; bei diesen den Beutel stützend. Beutelkrebs, Birgus latro Herbst, s. Einsiedlerkrebse. Beutelmüuse, Nagebeutler, Wurzelfresser (Slirina, Rhizophaga), Unterordnung der B e utelthiere. Schwerfällige plumpe, etwa dachsgrosse, kurz- beinige Beutelthiere mit Nagethiergebiss , dichtem weichem Pelz. Die Grabfüsse haben eine nackte Sohle und sind ihre 5 Zehen mit Ausnahme der stummelformigen Innenzehe am Hinterfusse stark bekrallt. Am Magen öffnet sich eine besondere Drüse. Gebiss: ]-^,l'-ru]. Familie Phascolomyida mit der Gattung Phasco- lomys Geoffroi/. Arten: 1) Wombat (Ph. fossor Sewastianofj, 90cm. Mit kurzen gerundeten Ohren. Dunkelbraun , stellenweise von den weissen Grannen- haaren unterbrochen. NeusüdwaleS; Vandiemensland. 2) Breitstirniger Wom- bat (Ph. latifrons Otven), 105cm. Mit spitzeren Ohren. Mausgrau; Hals, Brust, innere Seite der Vorderbeine weiss; über den Augen ein Fleck. Nächt- liche Thiere, die den Tag über in ihren selbstgegrabenen tiefen Höhlen schlafen, des Nachts auf Suche nach Kräutern, Wurzeln, Gräsern ausgehen. Wird in Australien als Hausthier gezähmt gehalten. Ist schwer aus seiner gleichmüthigen Ruhe zu bringen, dann aber nicht ungefährlich. Beutelmarder , Dasyurida, Familie der Raubbeutler. Ausgeprägte Raubthiere mit behaartem Schwanz, nur mit 4 oberen und 3 unteren Vorderzähnen, Backenzähne wechselnd: ^/^tiItj 5zehige Vorderfüsse, Hinterfusse mit 4 freien Zehen (bisweilen mit unbenageltem rudimentären Daumen). Nächtliche Thiere. Gattungen: Myrmecobius, Phascogale, Dasyurus, Thylacinus. Beutelmarder, gefleckter, s. Dasyiirus. Bentelmans, s. Phascolomys und Phascog'ale. Beiiteliiieise, Aegithalus pendulinus Vi(/., s. Meiseu. Beutelquallen, Marsupialidae, Unterordnung der Acalephen Clans. Wurden von Eschscholtz zu den Oceaniden, von Gegenbuuer zu den Craspedoten gezogen , mit denen sie eine dem Velum ähnliche Randmembran (V e 1 a r i u m) gemeinsam haben; Agassiz vereinigte sie zuerst mit den Becher qualle n; jeden- falls gehören sie ob des Besitzes der Gastralfilamente und der bedeckten Rand- körperchen zu den Acalephen. Die Glocke ist durch grosse Tiefe, ein flaches Endfeld und deutlich vierseitigen Umfang ausgezeichnet; an den vier Ecken ent- springen segeiförmig erweiterte Lappen (daher Lobophora) mit wurmförmigen Tentakeln. Das Nervensystem besteht aus einem auf der Innenseite der Glocke zickzackförmig gebogenen Nervenring, dessen Fibrillen in reichem Geflechte die Subumbrellarmuskeln, sowie in Bündeln die Randkörperchen versorgen; 4 Radial- nerven entsenden besondere Radialnerven. Die Sinnesorgane bestehen in einem mit Krystallen gefüllten Säckchen und einem aus 2 grossen unpaarigen und 4 kleinen paarigen Augen zusammengesetzten , mit Linse , Glaskörper und Netzhaut ausge- statteten Sehorgane. Der Verdauungsapparat beginnt mit einem massig langen Mundstiel, der in die bis an den Glockengrund reichende Magenhöhle führt; ab- wechselnd mit dem Mundschlitz entspringen an den Ecken der Glocke die Gastral- filamente. Die Gefässräume (Gastraltaschen) bilden weite Höhlen, deren Veräste- lungen in das Velarium und in die Randtentakel führen. Die Geschlechtsorgane sind von den Gastralfilamenten durch die Septen getrennt und haben die Form von dünnen aber breiten Platten, die paarweise an diesen befestigt sind; die männ- lichen übertreö'en in Folge des Reichthums an Spermatoblasten die Ovarien an Grösse. Die Geschlechtsstoffe gelangen durch Platzen der Hüllen in die Taschen und von da durch Magen und Mund nach aussen. Die Entwicklung wurde noch nicht verfolgt. Alle Arten leben im Meere. Die einzige Familie sind die Cha- rybdaeidae Geg.* Beutelratte, graue und virginische, s. Didelphys. Beutelratten, Didelphyida, Pedimana, Familie der Raubbeutler. Grossohrige und grossäugige spitzschnauzige Kletterbeutler mit r)zehigen Füssen, vielen kleinen Schneidezähnen; spitzen scharfzackigen Backenzähnen , rlri'Tifi'' ^^^ 96 Beutelstrahler— Bewegungsorgane. Beutel ist oft unvollkommen , nur in seitlichen Falten bestehend. Die Innen- zehe der Hinterfüsse ist ein opponirbarer Daumen. Gattungen: Didelphys, Chironectes. Beutelstrahler, Cystidea Buch, Blasensterne, Seeäpfel; Klasse der Stachelhäuter oder Ordnung der Haarsterne. Körper kugelig mit kurzem Stiele und kui-zen Armen, von vieleckigen Tafeln begrenzt, von denen einige die sog. „Porenr auten" (antiambulacrale Poren) tragen; Geschlechtsorgane im Kelche eingeschlossen innerhalb beweglicher Klappen. Fossile Formen, die vom Silur bis zum Kohlenkalk reichen, etwa 80 bekannte Arten ; nur Hyponome aus der Torres- strasse recent. Gattungen: Sphaeronides His., Caryocrinus Say , Echino- sphaerites Whlh.u. h.y7. Literatur: Buch, L. v., in Abhandl. Akad. Berlin 1845.* Beutelteufel, s. Dasyurus. Beuteltliiere, Marsupialia, Ordnung der Säugethiere und zwar der Aplacent alia. Besonders gekennzeichnet durch den Besitz des Marsupiums, eines von 2 Knochen (Beutelknochen) getragenen, die Brustzitzen umschliessenden und zur Aufnahme der Jungen dienenden Beutels oder Sackes. Die Jungen sind sehr hilflos, da die Tragzeit in Ermanglung des Mutterkuchens höchstens 39 Tage dauert ; das nackte , blinde Junge mit kaum entwickelten Gliedmassen saugt sich an einer der Zitzen (2 — 3) fest und verbleibt 8 — 9 Monate im Beutel. Gebär- mutter und Scheidencanal doppelt. Die ünterkieferwinkel sind nach innen ge- bogen. Nach ihrem Habitus, ihren Lebensgewohnheiten zeigen die Beutelthiere grosse Verschiedenheit und treten diesbezüglich üebereinstimmungen mit den Na- gern, den Insektenfressei-n, den Raubthieren, den Halbaffen zu Tage. Die meisten Arten gehören der australischen und austro-malayischen Subregion an; nur die Beutelratten bewohnen Südamerika. Von etwa 160 Arten sind 30 fossil. Man scheidet die Beutelthiere in4Tribus: 1) Glirina,Nagebeutler (s. Beutelmäuse); 2) Macropoda, Springbeutler (s. d.); 3) Scandentia, Kletterbeutler (s, d.); 4) Rapacia, Raub beutler (s. d.). Diese zerfallen wieder in die Fa- milien: Phascolomidae, Halmaturidae (Känguruhs), Phascolarctidae (Beutelbären), Phalangistidae, Peramelidae (Beuteldachse), Dasy- uridae (Beutelmarder), Didelphyidae (Beutelratten), s. d. Beutelthiere, fruchtfressende, s. Kletterbeutler. Beutelthiere, grasfressende, s. Springbeutler. Beutelwolf, s. Thylacinus. Beutler, gelber, s. Phascogale. Bewegung', s. Locoraotion. Bewegungsorgane. Als solche fungiren im allereinfachsten Falle ver- änderliche Ausläufer des Protoplasmakörpers (R h i z o p o d e n) , protoplasmatische Wimperhaare (bei vielen Wasserwürmern, Stachelhäuter- und Cölenteraten-Larven). Bei den meisten Thieren vermitteln aber eigene Muskelfasern die Bewegung. Eine grössere oder geringere Zahl solcher Muskelfasern tritt unter Mithilfe einge- lagerten oder umhüllenden Bindegewebes zu Muskeln oder flächenartigen Muskel- fasercomplexen, Muskelschichten, zusammen; diese bilden, was wir „Fleisch" nennen. Bei den ungegliederten Würmern und anderen Thieren stehen die Muskel- schichten mit der Haut in innigem Zusammenhang, so dass die Haut und über ihr die eng anliegende Muskelschichte den inneren Körper wie ein Schlauch um- gibt (Hautmuskelschlauch, Hautmusculatur). Nach der Richtung der ein- zelnen Muskelfasern zur Längsaxe des Thierkörpers spricht man von Längsmuskel- fasern, Kreis- oder Ringmuskelfasern. Muskeln, die direct vom Rücken zur Bauchseite ziehen, heissen dorsoventrale Muskeln. Immer complicirter er- scheint die Gruppirung der Muskeln , in je mehr Segmente bei den besser ent- wickelten Thieren der Körper zerfällt. Wo dann der Locomotion eigene Glied- massen dienen, haben auch diese ihre eigenen Muskeln, so dass man dann Stamm- oder Rumpfmusculatur und Gliedmassenmusculatur zu unterscheiden hat. Bei den Gliederfüssern und den Wirbelthieren tritt dann die Bildung eines äusseren und inneren Skelets hinzu, das den Muskeln als Ansatzstelle dient, während Bindegewebestränge, Sehnen, die Verbindung herstellen. Je nach der Ansatz- stelle, weiters je nach der Abhängigkeit der Muskeln von dem Willen des Thieres spricht man von Flügelmuskeln, Beinmuskeln, Armmuskeln, Kopfmuskeln, Bezoar— Bicornes. 97 Halsmuskeln, willkürlichen und unwillkürlichen Muskeln (z. B. das Herz). S. auch Zellenlehre (Bewegungserscheinungen), Locomotion und bei den ein- zelnen grossen Thiergruppen. Bezoar, Bezaar, Bezoarstein, Lapis beroardicus Aegagropili heissen die rundlichen Ballen , die sich im Magen insbesondere von Wiederkäuern und Pferden finden. Sie sind aus Kalk, Haaren, Futterresten gebildet und stehen im Orient noch jetzt als schweisstreibende Mittel in Anwendung. Bezoarzieg-e, s. Capra. Bheria, s. Cauis. Bhunder = Bunder, Macacus Rhesus Desmarest. Biber, Castorida, Familie der Nager. Grosse plumpe Nager mit kurzen Ohren, dicken Beinen, plattem beschupptem ßuderschwanz, sehr starken vorragenden Schneidezähnen, in jedem Kiefer 4 wurzellosen Backenzähnen mit queren Schmelz- falten , 2 eigenthümlichen in die Vorhaut einmündenden Drüsensäcken , die das Bibergeil absondern. Die Füsse sind 5zehig, mit stai-ken Krallen bewaffnet; die Hinterfüsse haben Schwimmhäute. Schlüsselbein vorhanden. Gattung: Castor mit der Art gemeiner Biber (C. fiber L., s. d.). Biber, gemeiner, Castor fiber L., einzige Art der Biber (Castorina) s. d. Ein plumper starker Nager von fast 1 m Länge , mit abgerundetem stumpf- schnauzigen Kopf, plattgedrücktem, 20 cm breiten, 30 cm langen Schwänze, kleinen versteckten Ohren , kurzen kräftigen Gliedmassen , die längeren Hinterfüsse mit Schwimmhäuten bis zur Nagel wurzel. Die derben langen Grannen sind an der Spitze wechselnd braun, gelb, grau, schwarz oder weiss, die seidenartigen Woll- haare grau oder grauweiss. Hat 20 Zähne, die Schneidezähne mit breiter Schneide, die 4 oberen und 4 unteren Backenzähne mit queren Schmelzfalten. Die Biber- geilsäcke liegen seitlich vom Präputium; seitlich vom Mastdarme die Oelsäcke. Wo der Biber vor Verfolgung sicherer ist, lebt er mit Hunderten zusammen in den sog. Biberburgen, welche aus Wohnräumen, Vorrathskammern und Dämmen zur Abwehr des Wassers bestehen, aus mächtigen selbstgefällten Baumstämmen, Reisig und Lehm quer über den Fluss erbaut sind und bisweilen über 30 m lang, über 30m hoch werden. Die Wohnräume sind backofen artig, besitzen nur eine unter dem' Wasser mündende Eingangsröhre und nehmen gegen 8 alte und etwa die doppelte Zahl von jungen Thieren auf. Ausser dieser Kammer bieten geräumige Höhlen Reservewohnungen für den Moment der Gefahr. Wo der Biber nicht so häufig und weniger sicher, begnügt er sich mit, dem Baue der Fischotter ähn- lichen Ufer-Geschleifen. Beim Schwimmen hält er die Nase über Wasser, drückt die Vorderfüsse ans Kinn und rudert mit den Hinterfüssen. Das Weibchen wirft nach etwa zweimonatlicher Tragzeit gegen 5 blinde Junge. Der Biber nährt sich von Weiden-, Birken-, PappelrindC; Schachtelhalmen, Wurzeln. Er ist in Russland, 'Sibirien noch ziemlich häufig, an der Elbe und Rhone schon selten. In Böhmen wird er auf den Besitzungen des Fürsten Schwarzenberg gehegt. Der amerikanische Biber, eine constante Spielart, dessen Fell nicht so geschätzt ist, ist heute nur mehr auf das Gebiet östlich vom Missouri beschränkt. 1864 kamen noch 130 000 Felle in den Handel; heute wird die jähi-liche Ausbeute schon viel geringer sein. Bibergeil, Castor eum, heisst die Absonderung zweier in den Präputial- raum mündender Drüsensäcke des Bibers; findet sich beim Männchen und Weibchen. Wird als wirksames antihysterisches, krampfmilderndes Mittel angewendet. Biberon heisst auf den Märkten von Triest und Venedig die gemeine Trogmuschel (Mactra stultorum L.), s. Trogmuschelii. Biberspitzmäuse, Bisamrüssler, s. Myogale. Bibionidae, s. Haarmiicken. Bibos, Bibovina, s. Bos. Bibovina — Bos (s. cL). Bicellariidae, Familie der Cheilostomata. Becher kegelförmig oder vierseitig mit schräg gestellter Mündung. Gattungen: Bicellaria ß//;. ; Bugula Ok. u.s.w Biceps, musculus, an der Vorderseite des Oberarms gelegener Beuger des Vorderarms. Bicornes Quenstedt (Hypothyridae Quenst., Rhyochonellidae Claus), Knauer, Handwörterbuch der Zoologie. 7 * 98 Bienen— Bilateral-symmetrisch. Familie der angelschaligen Brachiopoden. Das innere Balkgerüst besteht bloss aus zwei hornartig gebogenen Stücken. Bienen, s. Blumenwespen.* Bieuenaiiieise, Mutilla Latr., s. Heterogyna. Bienenbuckelüieg'en, s. Buckelfliegen. Bienenfäiiger = Bienenfresser. Bienenfalk = Wespeiibussard. Bieiieiifliege = Buckelfliege. Bienenfrass = Bienenfresser. Bienenfresser, Merops L., z. Immenvögel. Bienengeier = Wespenbussard. Bienenkäfer, s. Satyris. Bienenkönig, Edolius paradiseus Blyth. Indischer Würgerschnäpper, der besonders den Bienen nachstellt. Bienenläuse, Braulidae, Familie der Zweiflügler. Gross- und paarköpfige Laus fliegen mit kurzen 3gliedrigen, in tiefen Gruben eingesenkten Fühlern, ohne Facetten- und Punktaugen; der quere Mittelleib ist kürzer als der Kopf; ohne Fühler und Schwingkölbchen ; die Fussklauen erscheinen als zwei dichtgezähnte Kämme. Einzige Gattung: Braula Nitzsch , Kammfüsse. Hierher: Br. coeca Nitzsch. Lebt schmarotzend auf dem Mittelleib der Honigbiene , besonders der Drohnen und der Königin. Bieuenineise= Blaumeise. Bienenniotte, Galleria melonella L., s. Zünsler. Bienenverrätherkukuke == Honigkukuke, Indicator VieilL, s. Kukuke. Bienenvogel = Bienenfresser. BienenAvolf = Bienenfresser. Bieresel = Pirol. Biesfliegen, Dasselfliegen. Oestridae, Familie der Zweiflügler. Mit grossem Kopf, sehr tiefer Fühlergrube, verkümmertem Rüssel und Taster, kurzen Fühlern. Die Larven (Bieswürmer, Dasseln) schmarotzen im Magen, im Rachen, in der Nase oder unter der Haut gewisser Säugethiere. Gattungen: Hypoderma Latr., Hautdasselfliegen, Hautbremsen. Die Larven schmarotzen unter der Haut, verursachen die sog. Dasselbeulen. Hierher: H. bovis De Geer, Rinder- biesfliege, Rinderbremse. Die Rinder suchen ihr, wie toll umherrennend, zu entkommen. H. Actaeon Brauer. Die Larve schmarotzt an Hirschen. H. Diana Brauer, an Hirschen und Rehen. Oestrus L., Nasenbremsen, mit 0. ovis L., Schafbi esfliege. Die Larve schmarotzt in der Stirnhöhle des Schafes. Gastro- philus L., mit G. pecorum Fabr., Viehbremse. Larve im Pferdemagen, vor dem Abgehen im Mastdarm sich festsetzend. G. nasalis L., Dünndarmbremse, Nasenbrems fliege. Larven besonders im Zwölffingerdarm des Pferdes. G. haemorrhoidalis L., Mastdarmbremse. Larven im Magen und Zwölffinger- darm des Pferdes, vor dem Abgehen noch im Mastdarm sich festsetzend. G. equi Fabr., grosse Magenbremse, Pferdemagen-Bremsfliege. Larven im Pferde- magen. Cephenomyia Latr., Rachenbremsen, Hummelfliegen, mit C. rufi- barbis Meig. Larven in der Rachenhöhle des Hirsches; C. stimulator Clark, in der Rachenhöhle des Rehes. Pharyngomyia mit Ph. picta Meig., Larve in der Rachenhöhle der Hirsche. Brauer. Monographie 18(33. Bieswürmer, s. Biesfliegen. Big-horn, Schafart, s. Ovis. Bigordaise-Rasse, gelbliches, einfarbiges Zugrindvieh in den Oberpyrenäen. Bilateral-symmetrisch. Die Säugethiere, Gliederfüsser , Mollusken, Tuni- caten, Molluscoideen , Würmer lassen sich durch die sog. Symmetrieebene oder Medianebene in 2 symmetrische Hälften zerlegen, welche gleiche Anordnung der einzelnen Organe zeigen. Diese Thiere nennt man deshalb Bilateralia, bilaterale oder zweiseitig-symmetrische Thiere, die beiden Hälften Antim er en, Gegen- stücke. Man unterscheidet: Bauchseite (Unterseite), Rückenseite (Oberseite), eine vordere, hintere, linke und rechte Hauptgegend (Region). Viele Bilateralia, z.B. die Gliederfüsser, zeigen ihren Leib in einzelne, hintereinander gelegene Glieder (Segmente) zerfallend; sie heissen daher gegliederte, segmentirte Thiere. Bilche — Bindesubstanzgewebe. 9 9 Diese Segmente nennt man, zum Unterschiede von den Antimeren, Metameren; je nachdem sie gleichartig gebaut oder aber grössere oder geringere Unterschiede zeigen, spricht man von homonomen oder heteronomen Segmenten. (Siehe Genaueres bei den einzelnen Gruppen.) Bilche, s. Myoxus. Bilchmaki, s. Microcebus. Bildnerinnen, Piastiden, nennt Haeckel noch nicht zur Zelle differenzii-te Protoplasmaklümpchen. Bildungsdotter, heisst der unmittelbar zum Aufbau des Embryonalkörpers in Verwendung kommende Eiinhalt. Bilduugshemmung', s. Heinmuugsbildung-en. Bille = Bitterling:. Bimana = Zweihänder, Menschen, erste Ordnung der Säugethiere. Mit aufrechtem Gang; vorne Hände, hinten Füsse mit breiter, glatter Sohle und kurzen Zehen , deren erste nicht gegenüberstellbar ist ; 32 in geschlossener Reihe stehende Zähne ohne Lücke (Diastema) zwischen dem oberen Eckzahn und dem oberen äusseren Schneidezahn; an Fingern und Zehen glatte Nägel, 2 Zitzen, mit Vernunft und Sprache. S. Mensch. Bimeria, Gattung der Hydromedusen. Bimrey = Bienenkönig. Binäre Namengebuüg, s. Nomeuclatur. Biuche, Pin che, s. KralleualFeu. Bindeg^ewebsliuorpel, s. Biiidesubstaiizgewebe. Biudehant, conjunctiva, s. Wirbelthiere (Auge). Bindenlbeuteldachs, Peramelesfaciata. In den kühleren Gebirgsgegenden Australiens. Bindeohren, s. Plecotus. Bindenwaran, Hydrosaurus salvator Wagl.^ aus der Gattung der Wasser- warane. In der Nähe des Wassers lebend. Malayische Inseln und Südostasien. Bindesubstanzgewebe. In ihnen überwiegt die Intercellularsubstanz an Masse die Zellen. Die Bezeichnung „Bindes üb stanz" rührt davon her, dass die Intercellularsubstanz mehr weniger fest ist, daher die Bindesubstanzen zur festen Verbindung und Stütze der anderen Körpergewebe sich eignen. Als Hauptformen der Bindesubstanzen lassen sich unterscheiden: 1) Das Knochengewebe, welches durch Aufnahme von Kalksalzen und dadurch erfolgende Verkalkung der Inter- cellularsubstanz von allen Geweben als das starrste erscheint. Die Zellen des Knochengewebes, Knochenkörperchen , zeigen zahlreiche feine, die erstarrte Intercellularsubstanz durchziehende Ausläufer. Die Knochenzellen werden ent- weder, wie dies bei der Mehrzahl der Wirbelthiere der Fall, ringsum von der Knochenmasse eingeschlossen (echte Knochen) oder es dringen, wie bei den Zähnen der Wirbelthiere und in den Harttheilen mancher Fische, nur die oben erwähnten Ausläufer der Knochenzellen in die verkalkende Substanz ein (Zahn- bein oder Dentin). Odontoblasten heissen die Bildungszellen des Dentins, Osteoblasten die Zellen des echten Knochens, so lange sie noch nicht von der Kalkmasse umschlossen sind. Ausser den verzweigten Ausläufern sieht man ö' an einem Querschliffe eines echten Knochens noch die zur Aufnahme der Nah- rung zuführenden Blutgefässe bestimmten Haver'schen Canäle, um welche die Knochenmasse im Kreise abgelagert ist. 2) Das Knorpelgewebe, dessen glas- artiger (hyaliner) Knorpel beim Kochen einen Leim, Chondrin, liefert. Ausser dem hyalinen Knorpel treten in gewissen Fällen faserige und elastische Knorpel- fasern auf, die man Bindegewebsknorpel (Faserknorijel) und elastischen Knorpel (wegen der netzartigen Verfilzung der Fasern auch Netzknorpel ge- nannt) nennt. 3) Das fibrilläre oder faserige Bindegewebe mit faserigem Bau der Intercellularsubstanz. Die einzelnen Fasern (Fibrillen) stehen dicht beisammen und bilden die Bindegewebsbündel; sie verlaufen parallel oder legen sich kreuzweise übereinander , wodurch eine Art Netz entsteht. Mit Essig- säure behandelt quillt dieses Gewebe auf, beim Kochen gibt es Glutin, einen von dem Chondrin verschiedenen Leim. Während die Zellen des Knorpelgewebes rund oder länglich sind, sind die Zellen des faserigen Bindegewebes (Bindegewebs- IQQ Binnenblase— Birkenstecher. körperchen) spindelförmig oder sternförmig. In diesem im Thierkörper sehr ver- breiteten Gewebe treten oft sehr elastische , Säuren und Alkalien widerstehende Fasern auf; in diesem Falle heisst das Gewebe elastisches Bindegewebe. 4) Das durch den Besitz zahlreicher Fettzellen ausgezeichnete Fettgewebe, be- sonders bei den Gliederfüssern entwickelt. 5) Das Schleim- oder Gallertgewebe mit meist glasartig durchscheinender, sulziger Intercellularsubstanz. 6) Das zellige oder grossblasige Bindegewebe mit grossen rundlichen Zellen, die von der Intercellularsubstanz noch nicht so sehr verdrängt werden. Die letztern Gewebe finden sich besonders bei wirbellosen Thieren. Das Gewebe der Chorda dorsalis ist zelliges Gewebe. Binneublase (-Bläschen), s. Radiolaria Müll.* Binnen- (Interradial-) Platten, s. Seesterne.* Binnenwiirmer, Helmintha Bunn., s. Plattwürmer imd Rundwürmer.* Biiisenblattfloh, Livia juncorum Latr., s. Blattflöhe (Psyllidae). Binsenköiiig" , Thryothorus VieilL, Gattung der Singvögel. Unserem Zaunkönig ähnlich. Amerika; Binseurohrsäuger = Binseiisänger. Binsensänger, Acrocephalus aquatica Lair., s. Sänger. Binturong-, s. Arctitis. Biodynaiiiik nennt Ilaeckel die Physiologie im weiteren Sinne, insoferne sie auch die chemischen Vorgänge der organischen Processe in ihr Gebiet einbezieht. Biogenie nennt Haeckel die Entwicklungsgeschichte, in der jetzigen weiteren Bedeutung die Keimesgeschichte (Ontogenesis) und Stammesgeschichte (Phy lö- ge nesis) umfassend. Biologie, Lebenskunde. Im weitesten Sinne die Kunde von dem Verhält- niss des thierischen Organismus zu der Aussenumgebung, die Lehre von den inneren Functionen des Thierleibes und die Lehre von den äusseren und inneren Formver- hältnissen der Thiere und deren Gesetzmässigkeit (Morphologie); im minder umgreifenden Sinne nur beide ersteren allein ; im engsten Sinne bloss die Lehre von den Beziehungen des Thieres zur umgebenden Natur , von seinen Lebensge- wohnheiten und Kunsttrieben. Bion, Bionten nennt Haeckel in seiner generellen Morphologie das physio- logische Individuum als selbstständiges Lebewesen. Biontische Entwicklung, Ontogenesis. umgreift die ganze Serie von Ent- wickluugsphasen , welche ein selbständiges Lebewesen während der Gesammtdauer seines Lebens durchmacht. Biorlüza Westio., Gattung der Gallwespen (s. d.). Biostatik nennt Haeckel die Morphologie im weiteren, auch die organische Chemie umfassenden Sinne. Bipedie, Zweifüssigkeit im Gegensatze zur Vierfüssigkeit (Quadrupedie). Bipeltata Latr..^ s. Heuschreckenkrebse.* Bipes Cuo. = Pypopus Fitz. Bipes Oppel = Pseudopus Merr. Bipinnaria, s. Stachelhäuter.* Bipolare Ganglienzellen, s. Granglienzellen. Biradiolites, s. Hippurites. Birgns, Beutelkrebse, s. Einsiedlerkrebse. BirkenMattroller, Rhynchites betulae L,, s. Rüsselkäfer. Birkeublattwespe, grosse, s. Blattwespen. Birkenbuschspanner, Spiessband; Larentia hastata. Spanner aus der Unterfamilie der Phytometri dae (s. d.). Nur in Wäldern mit vorherrschendem Birkengebüsch. Birkenfreund, stahlblauer Rebenstecher, Rhynchites betuleti lahr., s. Rüsselkäfer. Birkenknopfhornwespe, Cimbex betulae Zaddach, eine Blattwespe. Birkenspanner, Amphidasys betularia L., s. Spanner. Birkenspinner, s. Bombycina. Birkensplintkäfer, s. Borkenkäfer (Scolytus). Birkenstecher = Birkenblattroller, Rhynchites betulae, siehe Rüsselkäfer. Birkenzeisig — Bithynia. 101 Birkeiizeisi^, Fringilla linariti L., Leinfink, s. Finken. Birkeuzobel, Beresofki, die helle röthliche Spielart des sibir. Zobels. Birkhelier, Volksname für die Blaurake (Coracias) und den Tannenheher. Birkhühner, Tetrao, s. Hühnervög'el. Birkmaus, s. Smiuthus. Birnblattwespe = Bim-Gespinnstblattwespe, Lyda piri Sehr., s. Blattwespen. Birnblüthenstecher, s. Aiithonomus. Birngespinnstwespe = Birnblattwespe. Birnknospenstecher, Anthonomus piri Scli., s. Rüsselkäfer. Birnmotte, Apfelwickler, Carpocapsa pomonella L., s. Wickler. Birnsauger, Psylla piri L., s. Blattflöhe. Birnspanuer = Birkenspanner. Birnspinner = grosses Nacbtpf auenauge. Birntrauermilcke, Sciara piri Schmidth., s. Pilzmücken. Birnwickler, Tort rix holmiana L., s. Wickler. Birsing = Flussbarsch. Bisam = Moschus. Bisambock, Moschusbock, s. Aromia und Bockkäfer. Bisamente, fälschlich türkische Ente, Cairina moschata Flem. Das nackte Gesicht mit schwarzen und rothen Warzen, das Männchen mit einem nackten Fleischhöcker auf der Stirne. Schwarzbraun, Deckfedern weiss, Schnabel schwärzlich, stammt aus Südamerika. Das Schwanzdrüsensecret des Männchens entwickelt im Frühjahre einen moschusartigen Geruch. Bisamente, Kolbenente, Fuligula rufina PalL, s. Tauchenten. Bisamfelle heissen die Felle der Bisamratte. Bisamhirsch = Moschusthier. Bisamkatze = Zihethkatze. Bisamnagel, Onyx moschata, der längliche, klauenähnliche Deckel von Fasciolaria trapezium Lain. , einer Teppichschnecke; es wurde früher als Räucherwerk benutzt, s. Räucherklaue. Bisamochs = Moschusochs. Bisamratte, s. Fiber. Bisamrüsslei*, s. Myogale. Bisamschwein, s. Dicotyles und Borstenthiere. Bisamspitzmäuse, s. Myogale. Bisamthier = Moschusthier. Bisamziege = Moschusthier. Bischarin = Dromedar. Bischir, Bichir, Polypterus bichir Geoffr., ein Schmelzschupper, s. Polypteridae. Bischofsmütze, Mitra episcopalis Lam., s. Mitrasclmecken. Bisgurre — Schlammpeitzger. Bisguru = Schlammpeitzger. Bison, Untergattung von Bos (s.d.). Sehr breite Stirn. Die kleinen Hörner sind nach vorne gerückt. Arten: B. europaeus Owen (Bos urus L.) Wisent, fälschlich Auerochs. Hörner rund, das grösste Landthier Europas. Sehr wild. Wird noch im Bialowiczer Walde (Litthauen) und im Kaukasus gehegt. B. americanus Gm. Bison, amerikanischer Büffel, jetzt nur mehr am oberen Missouri und vom grossen Sklavensee bis zum Rio grande, westlich vom Mississippi ; geht dem Aus- sterben entcresren. Bisontina = Bison, s. Bos. Bissen, morsus, der zum Hinabwürgen zurechtgerichtete Nahrungsballeii. Biston Leach., Schmetterlingsgattung der Spanner (s. d.). Bistrata, zweischichtige, heissen nach Jäger nur aus zwei Schichten von Piastiden (s. Bildnerinnen) bestehende Thiere und Entwicklungsphasen. Bisulca, s. Wiederkäuer. Bithynia Prideanx, Gattung der Sumpfschnecken. Häufige kleine Süss- wasserschnecken mit oben spitzer, einfarbig brauner Schale, eiförmiger Mündung, 102 Bitjug|)ferde— Bläulinge. langen, dünnen Fühlern. Arten: B. tentaculata L. ^ Paludina impura Lam. In stehenden Gewässern häufig. Bitjugpferde, gi-osse und mittelgrosse russische Pferde ; die besten Zugpferde Eusslands; der mittelgrosse Schlag stellt ausdauernde Traber. Bittacus Latr., Gattung der Netzflügler (s. d.). Bitter = Rothdrossel. Bitterfiseli heissen der Bitterling und die Ellritze. . Bitterlinge, Rhodeus Acjas., s. Weissflsche. Bitterrümpchen, Volksname für die junge Ellritze. Bittium Leach., Untergattung der Hörnchenschnecken, s. Cerithium. Bitzbaut, Volksname der Ellritze. Bivalvae aut. (bis zwei, valva Klappe), s. Muschelthiere. Bivalvia = Bivalvae. Bivium, s. Seewalzen.* Biziura = Erismatura. Bjös = Mosclmstliier. Blabera gigaiitea, Riesenschabe, Trommler, aus der Familie der Schaben (Blattidae). In Westindien; soll bei ihrem nächtlichen Umherstreifen ein dem Fingerknacken ähnliches Geräusch hervorbringen. Bläschen, vesiculae, s. Hydroiden. * Blässbock, s. Bnballs. Blässchentaube, schwarze, rothe, blaue oder gelbe Taube mit weissem Schwanz und weisser Schnippe. Blässente = Pfeifente. Blässgans, Anser albifrons Bechst., s. Gänse. Blässhulin = Wasserhuhn. Blässmoll, kapischer Erdgräber, Georhychus capensis Wiegmann, aus der Familie der Wurfmäuse (Georhychidae, Spalacoideae). Südafrika. S. Georhychus. Blässweihe = Rohrweihe. Blätterfische, Ophiocephalidae, Familie der Stachelflosser und zwar der Gruppe Channif ormes. Gestreckte Fische mit massig grossen Schuppen, stachellosen Flossen, langer Rücken- und Afterflosse, brustständiger oder fehlender Bauchflosse. Erwähnt sei die Gattung Ophiocephalus B., mit strahliger Bauch- flosse; 0. punctatus Bl. Diese indischen und afrikanischen Fische vermögen kurze Zeit ausserhalb des Wassers zu leben. Blätterhörner, Lamellicomia, s. Blatthornkäfer. Blätterhühnchen, Parridae, Familie der Sumpfvögel. Charakteristisch ist ein scharfer Dorn am Handgelenke. Die Zehen und Nägel (besonders die der Hinterzehen) sehr lang und dünn. Die Vorderstirne nackt. Ungesellige, zank- lustige, überlaute Bewohner der tropischen stehenden Gewässer, über deren Schwimmblätter sie flink hinwegschreiten. Gattung: P ar r a La^r., Spornf lügler, mit P. jacana L., Jassana, Wassertreter. Schöner Vogel Brasiliens und Guianas. Lebt von Wasserinsekten und Sämereien. Blättertracheen, s. Spinnen. BLättrige Zähne, dentes lamellosi, s. Säugethiere (Verdauungsorgane). Bläuel, Gabelmakrele, Lichia glauca L., s. Lichia. Bläuer, Volksname für den gemeinen Brachsen. Bläulinge, Lycaenidae, Polyommatidae, Röthlinge, Familie der Tag- falter. Körper klein, blau, roth oder braun,' oft metallisch glänzend, Augen gross, Beine deutlich; Raupen asseiförmig (Schildraupen); Puppe plump. Gattungen: Lycaena Fabr., Bläulinge. Flügel oben blau oder braun, unten in der Regel grau oder bräunlich mit schwarzen, hellumrandeten Augen. Die Raupen besonders auf Schmetterlingsblüthlern. Hierher u. a.: L. Icarus Both = Alexis Huhn., gemeiner Bläuling. Raupe hellgrün mit dunkler Rückenlinie und gelblichen Seitenflecken. Thecla Fabr., Kleinschwänze, Buntlinge. Flügel oben braun, meist mit rothen Flecken, unten in der Regel mit weissen Querstreifen. Hier- her u. a.: Th. rubi L., Brombeerfalter. Oben schwarzbraun, unten grün mit weissen Punkten auf der Unterseite der Hinterflügel. Polyommatus Latr. = Blankesteen— Blattflöhe. 103 Chrysopterus //m&w., Feuerfalter, Goldlinge. Flügel oben rothgoldig, braun, gelbüeckig, unten schwarz geäugt. Hierher u. a.: P. Phlaeas L. , gemeiner Feuerfalter; P. virgaureae L., Dukatenvogel. Blankesteen, ein Lachs, s. Argentina. Blanus Wagler, Gattung der Ringelechsen (Amphisbaenidae, s. d.). Blaps Fabr., Todtenkäfer, Gattung der Schwarzkäfer (Melano- somata, s. d.). Blarnia Gray, Gattung der Spitzmäuse. In Nordamerika zu Hause. Blasenanoli, Dactyloa Wagl., Untergattung der Gattung Anolius Cuv. Blasenantilopen, s. Pantholops. Blasenfüsse, Physopoda Burin., Thysanoptera Hai., Gruppe der netz- flügeligen Geradflügler. Körper schmal und flach, Flügel bewimpert, Ober- kiefer borstlich, Mundtheile saugend, Krallen mit blasigen Endlappen. Einzige Familie Thripsidae.* Blasenkäfer, Lytta Fabr., s. Pflasterkäfer (Vesicantia). Blasenköpfe, Myopa Fabr., s. Dickkopffliegen, Blasen-Polische, s. Stachelhäuter.* Blasenquallen, Physophoridae Eschsch. Unterordnung der Röhren- quallen. Stamm sackförmig oder spiralig, Luftsack flaschenförmig; Schwimm- glocken meist in zwei- oder mehrzeiliger Säule ; Deck- und Tasterstücke mit Polypen und Geschlechtsgemmen wechselnd; weibliche Geschlechtsgemmen mit je einem Ei; Larvenkörper zuerst Polyp und Luftkammern bildend. Familien: Athorybiidae, Physophoridae, Agalmidae, Apolemidae, Rhyzophysidae.* Blasenrobbeu, s. Cjstophora. ßlasenschnecken, s. Bnllidae. Blasensterne, s. Beutelstrahler.* Blasenwanzen, Tingis Fabr., s. Hautwanzen. Blasenwürmer, Cystica, heissen die Larven gewisser Bandwürmer (Familie Tänioiden), welche als Zwischenträger in den Muskeln, Drüsen, im Gehirn verschiedener Thiere encystirt zubringen , bis sie in den eigentlichen Wirth über- führt werden. Man unterscheidet 3 Hauptformen von Blasenwürmern: 1) die Finne, Cysticercus; 2) den Hülsenwurm, Echinococcus; 3) den Drehwurm, Coenurus. Siehe Ausführlicheres unter Bandwürmer. Blassdrossel, Turdus pallens, eine sibirische Drossel. Blassspötter, Hypolais pallida, Vertreter unseres Gartensängers in Griechenland. Blastema heisst der zum Wachsthum in Gebrauch kommende Theil der Nahrungssäfte. Blastocerus, Untergattung von Cervus (s. d.). Blastoeheme (blaste Knospe, ochema Fuhrwerk), s. Hydroiden.* Blastoderm (blastano keime, derma Haut), Keimhaut, s. Ei. Blastodiscus, Keimscheibe. Blastogenese, der Knospungsvorgang. Blastogenie Haeckel, Entwicklungsgeschichte der ganzen Leibesform. Blastoidea Fiemm. (blaste Knospe, eidos ähnlich), s. Knospenstrahler. * Blastophaga Grat, Gattung der Zehrwespen (s. d.). Blastophylae Haeckel, Zweig der Phylogenie, Stammesgeschichte der Personen. Blastophylla Haeckel, Keimblätter. Blastostyle (blaste Knospe, stylos Säule) = Gonoblastidien HuxL, siehe Hydroiden.* Blastostylus nennt Älhnan Geschlechtsknospen tragende, zu diesem Zwecke entsprechend anders gebaute Personen an den Stöcken der Hydroidmedusen (s. d.). Blastotrochus Ed. H., Gattung der Mützenkorallen (Turbinolidae). Charakterisirt durch abfällige seitliche Knospen. Von den Philippinen. Blastozoit nennt Lacaze-Duthiers das durch Knospung entstandene Individuum. Blastozooiten, s. Synascidiae.* Blatta L., Gattung der Schaben (s. d.). Blattflnger, s. Phyllodactylus. Blattflölie,Psyllidae, Familie der Pflanz enläu'se. Männchen und Weibchen 104 Blattfrösche — Blatthornkäfer. geflügelt; Fühler 8 — lOgliedrig mit 2 feinen Endborsten; kurze Springbeine. Saugen an jungen Pflanzentrieben ; springen nach Art der Flöhe. Gattungen : Psylla Geojfr-, Blattflöhe, Springläuse. Rüssel bei beiden Geschlechtern gut entwickelt. Mit Ps. piri L., Birnsauger. Im Spätherbst häufig auf Birn- bäumen. Ps. alni L., Erlensauger. Die meist gruppenweise vorkommenden Larven weiss beflockt. Ps. urticae L. = Trioza Forst., Nesselsauger. Auf Nesseln. Li via Latr., Weibchen gewöhnlich ohne Flügel, Rüssel des Männchens verkümmert. Mit L. juncorum Latr., Binsenfloh, die fleischfarbigen, weiss bepuderten Larven truppweise auf den Binsentrieben. Blattfrösche, s. Hylodes. Blattfüsser, Phyllopoda Latr., Ordnung der Entomostraka, mit ge- strecktem oft gegliedertem Körper, schild- oder schalenförmiger Hautfalte und wenigstens 4 blattförmigen Schwimmfusspaaren, im üebrigen ganz ausserordentlich verschieden entwickelt und geformt. Der Kopf trägt meist 2 Fühlerpaare (Spür- fühler und Schwimmfühler); das erste zeigt Geruchsnerven, das letzte verkümmert manchmal. Die Mundwerltzeuge bestehen in einer grossen Oberlippe, tasterlosen Oberkiefern mit Kaufläche und 1 — 2 ünterkieferpaaren und rudimentärer Unter- lippe. Die Beine besitzen meist lappenförmige Anhänge, dienen zum Schwimmen, Greifen, Athmen und zur Brutpflege; sie werden nach hinten zu immer kleiner. Die Augen sind einfach oder paarig, oft mit Nebenaugen ; der Kreislauf wird durch ein sackförmiges oder gekammertes Herz vermittelt. Als Excretionsorgan tritt die Schalendrüse auf, die am hinteren Unterkiefer ausmündet. Die Geschlechter sind getrennt; die Männchen meist kleiner und seltener. Die Entwicklung erfolgt oft parthenogenetisch, oft mittels zweierlei Eier wechselnd ; die Eier werden vom Weibchen vielfach umhergetragen. Die Entwicklung ist direct oder erfolgt durch Nauplius- larve. Die Blattfüsser sind zum grössten Theile Süsswasserbewohner, einige be- wohnen Salzlachen, Brackwasser und das Meer. Fossile sind nicht erhalten. Man unterscheidet nach Claus 2 Unterordnungen: 1) Unterordnung Kiemen füsser, Branchiopoda Br.; 2) Unterordnung Wasserflöhe, Cladocera Latr. Li- teratur: Grube in Archiv für Naturgeschichte 1853 und 1855.* Blattheuschrecke, wandelndes Blatt, Phyllum siccifolium L., s. Ge- spenstheuschrecken. Blatthöruer = Blatthornkäfer. Blatthornkäfer, Lamellicomia, Scarabaeida, Familie der Pentamera. Mit kurzen, 7 — llgliedrigen, geknieten Fühlern, deren erstes Glied gross ist und die in eine aus den 3 letzten oder mehr Gliedern gebildete fächerförmige Blätter- keule enden. Bei vielen Arten sind die Vorderbeine zum Graben eingerichtet. Die weichhäutigen Larven haben einen hornigen Kopf, gekrümmten Bauch, weisse lange Beine , sackartig aufgetriebenem letzten Hinterleibsring, keine Punktaugen, nähren sich von Blättern oder von Düngerstoffen oder von Aas; bis zu ihrer Ver- puppung vergehen oft mehrere Jahre. Von den über 800 Gattungen mit mehr als 7000 Arten seien erwähnt: I. Riesenkäfer, Dynastidae: 1) Dynastes Kirby, Männchen mit Stirnhorn, welches von einem Vorderrückenhorne über- ragt wird. D. Herkules L., Herkuleskäfer, im heissen Amerika. 2) Chalco- soma Hope, Männchen auf dem Kopfe ein langes, rückwärts gewendetes Hörn, auf dem Halsschilde jederseits ein langes, in der Mitte ein kurzes Hörn. Ch. Atlas L., Sundainseln und Philippinen. 3) Megasoma Kirhy, Männchen auf dem Scheitel ein dickes, gegabeltes Hörn, Halsschild mit je einem seitlichen und einem mittleren ebenfalls gegabelten Hörn. 4) Oryctes HJ., Lohkäfer, mit dem be- kannten 0. nasicornis L., Nashornkäfer, dessen Larven in Lohe, Garten- mist u. s.w. — II. Blumenkäfer, Cetoniidae, Melitophila: 5) CetoniaFf/6r., Metallkäfer, mit C. aurata L., Goldkäfer, gemeiner Rosenkäfer, dessen Engerling in den Nestern von Formica rufa vorkommt. 6) Goliathus Law., mit G. giganteus Law., in Oberguinea. Männchen 10cm. Kopfschild gehörnt. 7) Gnorimus Lep. und Serv., mit Gn. nobilis L. 8) Osmoderma Lep. und Serv., mit 0. eremita Ärop., pechschwarz, wie Juchtenleder riechend. 9) Trichius Fahr., Pinselkäfer. 10) Valgus Scriba. — III. Laubkäfer, Phyllophaga: 11) Anisoplia Lap., mit A. agricola i^«fcr., Feldlaubkäfer, benagt die Korn- ähren. 12) Anomala Koppe, mit A. horticola L. (Phyllopertha Kirby), Blattkäfer— Blattläuse. 105 Junikäfer, kleiner Rosenkäfer, Gartenlaubkäfer, Käfer und Larven durch Benagen der Blüthen und Blätter, resp. der Wurzeln schädlich; A. Frischii Fabr., Julikäfer. 13) Hoplia IIL, mit H. praticola ///. 14) Rhizotrogus Latr., Wurzelnager mit Rh. solstitialis Linne, Brachkäfer, Junikäfer, Sonnenwendkäfer, der Wintersaat schädlich; Rh. assimilis Herbst, April- käfer. 15) Serica M. Leay. 16) Homoloplia Sfeph. 17) Polyphylla Harris, mit P. fülle L., Walker, Gerber, Müller. Zirpt, indem eine scharfe Kante des vorletzten Hinterleibringes gegen eine Flügelleiste reibt. 18) Melolontha Fabr., M. vulgaris i'a&r., gemeiner Maikäfer (siehe dort), M. hippocastani Fabr., Rosskastanienmaikäfer. — IV. Grabkäfer, Arenicolae: 19) Geo- trupes Latr., Mistkäfer, mit G. vernalis L., Frühlingskäfer, G. ster- corarius L., Rosskäfer. Graben unter dem Dünger senkrechte Erdlöcher zur Aufnahme je eines Eies. 20) Lethrus Scop., L. cephalotes Fabr., Reben- schneider. Schneidet die jungen Triebe der Reben ab. 21) Trox Fabr., Erd- käfer. Gibt einen knarrenden Ton durch Reiben der Flügeldecken an Reibleisten des Hinterleibes von sich. — V. Mistkäfer, Coprophaga: 22) Ateuchus Weh. = Scarabaeus Z., mit A. sacer L. , heiliger Pillendreher. Männchen und Weibchen verfertigen gemeinsam aus Mist Kugeln , in die die Eier abgelegt werden. 23) Coprie Geoffr., Pillenkäfer, mit C. lunaris L., Mondhornkäfer. 24) Sisyphus Latr., mit S. Schaefferi L., Pillenwälzer. 25) Ontophagus Latr. Die Weibchen kneten aus frischem Dünger einen eicheiförmigen Mistballen. 26) Aphodius HJ., Dungkäfer. 27) Psammodius GijU., selten. — VI. Kamm- hornkäfer, Pectinicornia: 28) Lucanus L., Schröter, Forstkäfer, mit dem bekannten L. cervus L.; Hirschkäfer, Feuerschröter. 29) Dorcus ifac Xe^///, mit D. parallelopipedus X., Balkenschröter. 30) Sinodendron /y(^//^/.'., mit S. cylindricumFöfcr., Baumkäfer. 31)Platycerus Geo ffr., mit Fl. caraboides i. Blattkäfer, Chrysomelidae, Familie der Cryptopentamera. Meist kurz- leibige, gedrungene, gewölbte Käfer mit mehr oder weniger in die Brust einge- senktem Kopf, mittellangen, llgliederigen, faden- oder schnurförmigen Fühlern, mittellangen, ziemlich kräftigen Beinen; Bauch mit 5 frei beweglichen Ringen. Kleine, höchstens mittelgrosse Käfer. Die kurzen gedrungenen Larven sind meist mit Dornen oder Warzen besetzt. Man kennt an 10 500 Arten. Käfer und Larven leben meist auf Kräutern. Gattungen: Donacia Fabr., Cassida L., Hispa L., Lema Fabr., Adimonia Laich, Galleruca Fabr., A gel astica Feilt., Luperus Geoffr., Haltica ///., Psylliodes Latr., Dibolia Latr., Timarcha Redt., Crypto- cephalus Geoff'r., Chrysomela L., Eumolpus Kugel, Clythra Laich. Blattkiemer, s. Muschelthiere. * Blattkräusler = Birkensteclier. Blattkrebse, s. Henschreckenkrebse.* Blattläuse, Aphidae, Familie der Pflanzenläuse. Fühler 3— 7gliedrig, oft länger als der Körper; Rüssel 3gliedrig, bei beiden Geschlechtern meist gut entwickelt; Männchen meist geflügelt, Weibchen oft ungeflügelt. Beine in der Regel lang und dünn. Leben von Pflanzensäften, wodurch sie schaden. Fast alle sondern aus ihrem Hinterleibe eine klebrige, zuckerhaltige Flüssigkeit, den sog. „Honig- thau" ab, der besonders von Ameisen aufgesucht wird. Manche haben auf dem drittletzten Hinterleibsringe 2 vorspringende Röhren (Saftröhren , Honigröhren, Cornicula). Der erwähnte Honigsaft klebt die abgestreiften Bälge an den Blättern fest, die dann fast ganz davon überzogen erscheinen (Mehl th au). Ausser den befruchteten, im Herbst erscheinenden Weibchen gebären andere parthenogenetisch durch 9 Generationen hindurch Junge, die sich in den Keimröhren aus dem „Pseud- ovum" entwickelt haben, so dass geschlechtlich (Winter-) und ungeschlechtlich (Sommer-) erzeugte Generationen wechseln; dazu kommen noch andere eingeschobene Erscheinungen der Entwicklung, die sehr verschieden sein können. Da sie von Pflanzensäften leben und sich ausserordentlich rasch vermehren, werden die Blatt- läuse besonders für Obstbäume und verschiedene Krautpflanzen sehr schädlich. Gattungen: Aphis I/., Schizoneura Htg., Phyllox.era Bauer de Foniö//?6. u. s. w. Literatur: Andre, E., Species des Hymenopteres. Beaune 1879. Blattwickel, s. Blattrollen. Blattzün^ler, Fledermausgattung, s. Glossophaga Geoffr. Blauamsel = Blaumerle. Blaubart, Chrysotis Swains., s. Kurzscliwanzpapageien. Blaubeerschnepfe = Regenbraclivogel. Blaabock, s. Hippotragns. Blaudrossel = Blaumerle. Blaudruselus = Sattelrobe. Blaue Katze, Rasse unserer Hauskatze am Cap der guten Hoffnung. Blanelster, s. Pica. Blauer Ochse = Nilgauantilope. Blaufalk heissen der Kornweih und der Wanderfalk. Blanfelchen s. reichen. Blaufisch, amerikanischer, Springer, s. Temnodon Cuv. Blaufuchs, s. Fuchs. Blaufuss = Würgfalk. Blauhabicht, s. Blaufalk. Blauhai, Carcharias glaucus Cuv., s. Carchariidea. Blauheher, s. Cyanocitta. Blauhuhn, s. Brossoptilon. Blaukante, grosse und kleine, Tagfalter = Fuchs, grosser und kleiner. Blaukehlchen, s. Cyanecula. Blaukopf, Diloba caeruleocephala L., s. Bombycoidae. Blaukrähe = Blaurake. Blankrönchen, s. Coryllis. Blauling = Bodenrenke. Blaumantel = Silbermöve. Blaumeise, s. Parus. Blaumüller = Blaumeise. Blaunase = Zärthe. Blaurabe, s. Cyanocorax. Blaurake, s. Coracias. Blauspecht = Kleiber. Blaustelze = weisse Bachstelze. Blautaube = Hohltaube. Blauvögel, Caereba, Gattung der für das heisse Amerika charakteristischen Zuckervögel (Caer ebidae). Kleine zierliche, farbenbunte Vögel. Blauwangenlori, Trichoglossus haematodes Wagl., s. Lori's. Blauwangenspint , Merops aegyptius, Vertreter unseres Bienenfressers im Süden. Blauweih = Kornweih. Bleck = Laube, s. Aspius. Bledius Leach., Gattung der Kur zf lügler (s. d.). Blei, s. Brassen, gemeiner. Bleichbock, s. Calotragus. Bleichschlangen, s. Scytale. Bleier = Plötze. Bleikehlchen = Braunellen. Bleiken, Volksname an d. Ostsee für die Jungend. AI and (Leuciscusidus L.). Blender, Blendlinge, nennt der Thierzüchter entweder Mischlinge aus ver- schiedenen Rassen oder Thiere, die durch ihr einnehmendes Aeussere den Beschauer irreführen. Bleuheim-Spaniel, Blenheimshündchen, aus dem kleinen Seidenhunde hervorgegangenes kleines, rundköpfiges und grossaugiges Schoosshündchen mit kurzer Schnauze, weichem, meist weissem, bräunlich geflecktem Haar. 1Q8 Blenniidae — Blöcker. Bleuuiidae, s. Schleimfische. Bleuniiformes, blenniusförmige Stachelflosser, Unterordnung der Stachelfi osser. Niedrigleibige Fische von beinahe walzenförmiger oder seitlich zusammengedrückter gestreckter Gestalt. Die sehr lange Rückenflosse ist bisweilen ganz aus Stacheln oder aus weichen Strahlen gebildet. Die Schwanzflosse nicht gegabelt. Familien: Cepolidae, Blenniidae, Mastacembelidae. Blenniops Ascanii Walhavm , ein kleines (10 cm) Fischchen , mit Nasen- und Augententakel, kleinen Schuppen und durchwegs ungegliederten Eückenflossen- strahlen. Nordseeküste. Blennius, s. Schleimfische. Blennocampa IJfg.^ Untergattung der Blattwespen (s. d.). Bley = Brachsen. Blicca L. = Abramis blicca, s. Abramis. Bliccopsis, s. Weissflschbastarde. Blick, Blicke = Abramis blicca, s. Abramis. Blicke = Laube, s. Aspius. Blicken = Bitterling. Blindameisen, Dorylidae. Weibchen und Arbeiterinnen augenlos. Bliiulasseln, s. Monopsidae. Blindbremseii, s. Chrysops Meig. und Bremsen. Blinddärme, Coeca, siehe Ernährnngsorg^ane, Wirhelthiere, Säugethiere, Vög'el u. a. 0. Blinddarmstrudelwürmer, Aprocta M. Schnitze, s. Strudelwürmer.* Blinde Tliiere. Bei vielen Thieren tritt Blindheit als ganz normale Er- scheinung auf, indem die Sehorgane entweder ganz fehlen oder sehr verkümmert sind, wobei jedoch trotzdem fast immer grosse Empfindlichkeit gegen Lichteindrücke sich beobachten lässt. Zu diesen Thieren gehören u. a. der Blind mull^ der Maulwurf, der Grottenolm, die Weibchen und Arbeiterinnen der Blindameisen, der Schleimaal, der Blindfisch (Amblyopsis spelaeus), zahlreiche Schma- rotzerthiere, Bewohner unterirdischer Grotten, finsterer Höhlen u. s. w. Blinder Fleck heisst die für Lichteindrücke unempfängliche Stelle der Augen- sehhaut, an welcher der Sehnerv eintritt. Blindflsch, s. Amplyopsis. Blinds-rundeln, Amblyopus Cuv., s. Amblyopiueu. Blindköpfe, Typhlocyba, kaum 3mm lange zierliche Zirpen ohne Neben- augen. Die hierhergehörige Rosencicade (T. rosae) findet sich massenhaft auf Rosenstöcken. Blindmaus, s. Spalax. Blindmolle, s. Spalax. Blindschlange, wurmartige, Typhlops lumbricalis Merrem., s. Typhlops, Blindschleichen, s. Ang'uis. BlindAvanzen, Weichwanzen, Wiesenwanzen, Capsidae. Familie der Schnabelkerfe (Hemiptera). Mit kleinem, bis zu den Augen eingesenktem Kopf, borstenförmigen Fühlern, 4gliedrigem Schnabel, ohne Punktaugen. Das Schildchen erreicht die Hinterleibsmitte nicht. Bewohner der Krautpflanzen. Gattungen: 1) Miris Fbr.^ Borstenwanzen; 2)Halticus Hhn., Springwanzen; 3) Capsus Fabr., Blindwanzen; 4) Phytocoris Fall., Wiesenwanzen; 5) Lygus Hhn., Strauch wanzen , mit L. pabulinus L., Futterwanze; L. pratensis L., Wiesenwanze; L. bipunctatus Fabr., zweigepunktete Wiesen- wanze; 6) Camaronotus Fieb. Blindwühler, deutscher Name der Schleichenlurche (Apoda) und speciell der Gattung Caecilia. S. Caecilia und Schleichenlurche. Blinke = Uckelei. Blins, Gadus luscus, gedrungener Schellfisch mit schmalen langen Flossen. In der Nordsee und im Eismeer häufig. Blinzhaut = Nickhaut. BlitzYOgel = Hauhensteissfuss. Blochtauhe = Ringeltaube. Blocktaube = Hohltaube. Blöcker, Box vulgaris C. V., s. Meerbrassen, Blödauge-Blut. 109 Blödange, s. Typhlops. Blödaug'zwerg'schlaiig'e, s. Typhlog-eophis Günther. Blödschleichen, s. Typhliue. Bloiidinette, eine hübschgefärbte orientalische Krausentaube. Blood-hound , heisst im Englischen der Leithund, der englische und deutsche Schweisshund. Blümtlerclie = Alpeiiflüevogel. Blüthenbohrer, s. Aiithoiiointis. Blütheiikäfer = Blumeiikäfer. Blütheustecher, s. Authouomus. Blütlieiiwickler heisst in einigen Schriften die Raupe des kleinen Frost- nachtspanners (Geometra brumata). Blüthenwürmer, Kaiwürmer, die in den Blüthen lebenden Larven mehrerer Wickler, Spanner und von Anthonomus. Bluiiieiibienen = Blumeiiwespen. Bluiiieneute = Stockente. Blumeufliegeu, s. Anthomyia. Blumeiikäfer, im engeren Sinne nur die Arten der Gattung Cetonia, im weiteren alle auf Blüthen sich aufhaltenden Käfer. Bluiiienküsser, Heliothrix aurita Gray, s. Kolibris. Blumeupolypeu, s. Koralleupolypen.* Blumeuthiere, s. Korallenpolypen.* Blumenwespeii, Apidae Latr., Bienen, Immen. Familie der Aculeata, Männchen, Weibchen und oft Arbeiter, erstere mit längeren Fühlern; Nebenaugen stets vorhanden; Augen ziemlich ganzrandig, oft beim Männchen grösser; Unter- kieferladen messerförmig, Zunge lang mit Nebenzungen, Kiefertaster 1 — 6-, Lippen- taster 4gliedrrg; Schiene und Metatarsus meist breit und bürstenförmig behaart (Fersenbürste); oft die ganzen Schienen (Schienensammler), oft die Bauchringe behaart (Bauchsammler); Vorderflügel mit 2 — 3 Cubitalzellen, nicht faltbar, Gift- stachel der Weibchen und Arbeiter mit Widerhaken, daher abbrechend. Bauen Zellen aus Wachs, das zwischen den Hinterleibsringen ausgeschwitzt wird; andere aus Sandkörnchen, Blattstückchen, oder Speichelgallerte in hohlen Bäumen, unter der Erde, an Mauern u. s. w. Meist baut die Zellen das Weibchen, dieses füllt sie dann auch mit Nahrungsstoffen , legt das Ei hinein und deckelt sie ein ; wo Arbeiter sind, besorgen diese die Ernährung. Die Zellen sind regelmässig, beckig oder klumpenförmig. Manche leben als Parasiten bei anderen und besitzen dann einfache Hinterbeine und meist einen nackten Körper. Sie fliegen namentlich in den Sommermonaten und zur Blüthezeit, haben Flügel- und Stigmentöne und be- wohnen alle Länder, besonders die Tropen. Man kennt bei 2000 Arten. Gattungen: Apis L. mit A. mellifica i>., Honigbiene; Bombus La^r., Xylococopa Lair., Eucera Fabr., Osmia Panz , Megachile Latr., Anthidium Fabr., Melecta Latr., Nomada Fabr., Macropis Panz, Dasypoda Latr., Andrena Fabr., Halictus Latr., Sphecodes Latr., Psithyrus Lep., Anthophora L^atr., Crocisa Jur., Systropha III. , Ceratina Latr., CoUetes La^r.; Epeolus Latr., Panurgus Latr., Phileremus Latr., Prosopis Fabr., Stelis Pz., Chelostoma Latr., Cchalicodoma Le/?., Coelioxys ia^r. Literatur: Müller in Vei*h. naturhist. Ver. preuss. Rheinl. 1872. Schmiedeknecht, Apidae Europaeae. Gumberda 1880 ff.* Blut. Diese Ernähruugsflüssigkeit des Körpers lässt sich als flüssige Inter- cellularsubstanz, in welcher die Blutbildner, Blutzellen, Blutkörperchen schwimmen, ansehen. Die Blutzellen sind entweder farblose, weisse oder gefäi-bte, rothe; die ganz kleinen (0,004— 0,012 mm) weissen Blutkörperchen ohne feste Wandung, mit deutlichem runden Kern, erscheinen als amöboide Zellen mit amö- boider Bewegung, während die grösseren (0,006—0,058 mm) glattrandigen, scheiben- förmigen, rothen ohne solche active Bewegungserscheinung mit dem Blutstrome von einem Platze zum andern geschleppt werden. Die rothen Blutzellen sind die Träger des rothen Blutfarbstoffes (Hämoglobin); sie sind bei den Säugethieren am kleinsten und am zahlreichsten (3 — 18 Millionen in einem Kubikmillimeter), bei den Lurchen und Fischen am grössten und wenigsten zahlreich. Die Blutflüssig- keit (Plasma, Liquor) ist bei den Wirbelthieren farblos klar; sie gerinnt ausser- 110 Blutadern— Blutegel. halb der Blutgefässe zu Fibrin, dessen Fasern mit den Blutkörperchen einen Klumpen (Blutkuchen, crassamentum, placenta sanguinis) bilden; die ab- gesonderte Flüssigkeit heisst Blutserum, Blutwasser. Bei den wirbellosen Thieren ist, wenn das Blut überhaupt gefärbt erscheint, zumeist die Blutflüssigkeit der Träger des Farbstoffes ; das Blut erscheint gelb , bläulich , grün, roth, violett. Die sehr verschieden geformten Blutzellen zeigen auch hier lebhafte amöboide Bewegungen. (S. Wirbelthiere, Säugethiere u. a. 0.) Blutadern, s. Circulationsorgaue. Blutastrilden , Lagonostica, Gattung der Prachtfinken mit dem Amarantvogel oder Blutfink. Blutauffrischung nennt der Thierzüchter die Veredlung einer in Form, Grösse oder Nutzleistung herabkommenden Zucht durch Vermischung mit gutem Zuchtmaterial desselben Schlages. Bhithildiing-, s. Blut, Wirbelthiere, Säugethiere. Blutdrossel = Rothdrossel. Blutegel, Hirudinei äut., Apoda etc. Unterklasse der Ri n gelwürmer. Von ziemlich wohl begrenztem Umfange, ausgezeichnet durch den Mangel eines Fussstummels und den Besitz wenigstens eines an der Hinterhälfte des Körpers gelegenen, als Fuss oder Fussstumpf bezeichneten Saugnapfes (daher Napfwürmer, Cotylidea Bln. oder Discophori Gi-), der manchmal im Inneren secundäre Näpfe trägt ; häufig tritt auch auf der Kopfhälfte ein solcher auf oder liegt unter dem sog. Kopfschirm, nahe am Mund. Der Körper ist meist cylindrisch, plattgedrückt, weich und entweder gar nicht oder undeutlich geringelt; wo deutliche Segmentirung auftritt, sind diese Segmente sehr schmal und sehr zahlreich (18 — 140) und es ent- sprechen je 3—5 je einem inneren organischen Abschnitte. Die Cuticula der Haut ist glatt oder warzig und kann leicht abgestreift werden ; unter ihr liegt eine mit Pigmenten erfüllte Schichte, sowie sich in derselben einzellige Schleimdrüsen be- finden, von denen die äusseren den Schleim für die Genitalringe, die inneren den für die Eiercocone absondern; auch Fettzellen sind vorhanden. Der Hautmuskel- schlauch ist sehr stark entwickelt; die Musculatur besteht aus zwei Schichten von Ring-, und einer Zwischenschichte von Längsmuskeln, doch sind auch querlaufende Faserzüge vorhanden. Die Bewegungsfähigkeit ist sehr gross und besteht in lebhaften Contractionen ; sie kriechen spannerartig und schwimmen schlängelnd. Das Nerven- system besteht aus einem Schlundringe, der aus einem oberen und einem unteren Gang- lion gebildet wird; die Ganglienanschwellungen besitzen „folliculäre" Anhänge, die oft paarig, medial und seitlich angeordnet sind. Die Stränge der Bauchkette liegen dicht aneinander und ihre oft zu 20 Ganglien vorhandenen Knoten sind durch Commis- suren verbunden; ein Längsstamm zieht sich oft dem Darm entlang (Magen nerv). Von jedem Ganglion treten seitliche Nerven ab; jene des Gehirns versorgen die Sinnes- organe , dann Muskeln und Haut der Kopfscheibe , die der Bauchkette innerviren die entsprechenden Segmente und das grosse Schwanzganglion den ventralen Saug- napf; der Darm und seine Blindsäcke besitzen ein besonderes Eingeweidenerven- system; auch der Schluckbewegung scheinen besondere Ganglienknötchen vor dem Gehirn vorzustehen. Von Sinnesorganen finden sich meistens Augen vor; nur eine Form (Typhlobdella) ist blind. Diese stehen paarweise oder in einem Bogen auf der Rückenfläche des Vorderkörpers und bestehen aus cylindrischen oder kegel- förmigen Krystallkörpern und Pigmenten. Ausserdem beobachtete man an den Kopfringeln bei 60 kleine Bläschen in becherförmigen Grübchen , die mit feinen Nerven in Vei-bindung stehen und als Tastorgane, richtiger vielleicht als Geschmacks- organe angesprochen werden. Fühler sind nur sehr selten vorhanden (Histrio- bdella). Der Verdauungscanal beginnt mit einer bauchständigen Mundöffnung, welche unter dem Kopfschilde oder am Grunde des vorderen Saugnapfes liegt und oft eine deutliche Ober- und Unterlippe zeigt; in der darunter liegenden be- finden sieh zwei oder drei gezähnelte „Kieferplatten" (Gnathobdellidae u. s. w.) oder ein vorstülpbarer Rüssel (Rhynchobdellidae) ; erstere wirken als Säge zum Schlagen von Wunden, letztere als Pumpe zum Aufziehen von Flüssigkeiten. Der Besitz von Speicheldrüsen ist zweifelhaft. Der Magendarm bildet ein gerades Rohr, und besitzt der ganzen Länge nach Blindsäcke, die entweder je einem oder mehreren Segmenten zusammen entsprechen und wie am Enddarm paarig liegen; die After- Blutfarbstoff— Blutung. 1 1 1 Öffnung liegt oberhalb der hinteren Sauggrube. Die Nahrung besteht in Blut, so- wie in der Flüssigkeit niederer Thiere (Schnecken, ßegenwürmer) , die ausgesaugt werden ; bestimmte Thiere sind nicht auf eine bestimmte Nahrunsf angewiesen und wechseln sie oft nach den Altersstufen; so lebt z. B. der medicinische Blutegel zuerst von Insektenblut, dann vom kalten Blute der Frösche und erst im geschlechts- reifen Zustand vom Blute der Warmblütler. Die Blutgefässe sind oft nur als einzelne Bluträume des Körpers, oft aber auch als seitlicher und mittlerer Längsstamm ent- wickelt (Clepsine), die durch Querstämme verbunden sind; das Blut ist roth, doch sind die Blutkörperchen farblos. Die Athmung erfolgt auf der Gesammtoberfläche des Körpers; bei Branchiobdella fungiren vielleicht die Körperanhänge als Kiemen. Die Excretionsorgane sind auch bei den Blutegeln als sog. Schleifencanäle oder Segmentalorgane vorhanden, die insbesondere in den mittleren Segmenten liegen, aber an Zahl von 2 (Branchiobdella) bis zu 17 Paaren wechseln können. Sie beginnen trichterig und enden oft blasig und mit seitlichen Hervorragungen. Die Blutegel sind mit wenigen Ausnahmen (Histriobdella) Zwitter und ähneln sich in beiden Geschlechtern. Die männlichen Geschlechtsorgane liegen paarweise in vielen Segmentcomplexen in grösserer Zahl, und es sind die einzelnen Hoden- bläschen mittelst schwach geschlängelter Samenleiter verbunden. Jeder derselben bildet dann wieder einen gekräuselten knäuelförmigen Nebenhoden und endet mit einem musculösen Ausführungsgang; beide vereinigen sich in einen Sack, der Pro- statadrüse, aus welchem der Penis hervorgestreckt werden kann. Die weiblichen Geschlechtsorgane sind weniger umfangreich und bestehen aus zwei langen schlauch- förmigen oder kurzen sackförmigen Eierstöcken mit gemeinsamem von der Eiweiss- drüse umgebenem Eileiter und mächtiger Scheide; die weibliche Geschlechtsöffnung liegt wie die männliche bauchständig hinter dieser; um sie herum sind die Seg- mente zur Zeit der Geschlechtsreife angeschwollen , sehr schleimreich und bilden den sog. Sattel. Die Begattung erfolgt wechselseitig, und es wird hierbei der Spermatophor in die Scheide aufgenommen oder derselben angeklebt. Die Eier werden an Steinen oder Pflanzen, oder auch in feuchter Erde abgelegt und mittelst einer Schleimmasse unter sich befestigt, die dieselben auch nach Art eines Cocons umgibt, an den beiden Enden liegen Oeffnungen, durch welche das ausschlüpfende Weibchen nach der Eierlage austritt, nachdem es das die Eier anfangs ernährende Ei weiss abgelegt hat. Die Eier sind verhältnissmässig sehr klein, die auskommen- den Embryonen dagegen sind sehr gross und wachsen sehr rasch , sehen aber im Allgemeinen den Eltern sehr ähnlich, die Clepsinen ausgenommen. Die Entwicklung geht vor sich unter Bildung eines Bauchstreifens. Die Blutegel sind allermeist Raubthiere des süssen Wassers , selten leben sie in warmen Quellen , in feuchter Erde oder in den Tropen selbst auf Blättern und Bäumen. Sie sind zum grossen Theile Ektoparasiten, die beständig auf der Haut und den Kiemen leben, oder ge- legentlich ohne Auswahl der Thiere oder Organe, ja selbst zufällig im Innern der- selben vorkommen und angefressen wieder lange hungern können; einige tödten die Beute und verzehren sie dann. Fossile Reste sind im lithographischen Schiefer erhalten geblieben. Man kennt an 200 Arten und unterscheidet 3 Familien : 1) Fam. Rüsselegel, Rhynchobdellidae; 2) Kieferegel, Gnathobdellidae; 3) Fam. Kiemenegel, Branchi obdellidae. Literatur: Moquin-Tandoii , Mono- graphie de la Familie des Hirudinees. Paris 1846. Beneden et Hesse: Recherches sur les Bdelloides ou Hirudinees 1863.* Blutfarbstoff, s. Hiimoslobin. Blntfaserstoff, s. Fibrin. Blutfiiik wird der Gimpel und der Amarantvogel (Pytelia minima) genannt. Blutflüssigkeit, Plasma, s. Blut. Blutgefässe, s. Circulationsorgaue, Säugethiere, Wirbelthiere. Bluthänfling, s. Caiinabiiia. Bluthund, der Schweisshund der alten Deutschen. Blutkörperchen, s. Blut. Blutkuchen, s. Blut. Blutlaus, s. Schizosienra. Blutung = Alpenflüevogel. 112 Blutparadiesv —Böhmisches Vieh. Blutparadiesvogel 5 Rothparadiesvogel, Sebum bei den Einge- borenen, Paradisea rubra Lesson, kleiner Paradiesvogel auf den Inseln Waigin und Batanta. Blutsauger, Calotes versicolor Dum.Bibr., s. Baumagamen. Blutschwalbe = Rauchschwalbe. Blutserum, s. Blut. Blutströpfchen, Zygaena Fabr., s. Widderchen. Blutsverwandtschaft, s. Selectionstheorie. Bluttemperatur, s. Wirbelthiere. Blutwasser, s. Blut. Blntzellen, s. Blut. Boa, s. Boaschlangen. Boarinia Tr., Gattung der Spanner. Vorderflügel des Männchens unten an der Wurzel mit nackter Grube. Hierher u. a.: B. crepuscularia Hübn., Akeleispanner; B. lichenaria Hübn., Baumflechtenspanner. S.Spanner. Boaschlangen, Boidae, Familie der Colubriformia und zwar der Gi*uppe : Eurystomata. Mit seitlich nur wenig zusammengedrücktem Körper, Greifschwanz, zahnlosem Zwischenkiefer, verkümmerten Hinterbeinen neben dem After, Gattungen : 1) Eunectes Wagl., W asser riesenschlangen. Glatte Schuppen, Lippenschilder ohne Gruben , Nasenlöcher oben auf der Schnauzenspitze zwischen 3 Schildern. E. murin US Wagl., Anakonda. Bringt lebende Junge zur Welt, Brasilien, Guiana. 2) Boa Wagl., Schuppen glatt, Lippenschilder ohne Gruben, Nasenlöcher seitlich zwischen 2 Schildern. B. constrictor L., Königsschlange, Abgott- schlange. Nördliches und östliches Südamerika. Gleichfalls lebend gebärend. 3) Enygrus Wagl., Schuppen gekielt, ohne Lippengruben. E. carinatus Wagl., Java, Amboina, Neuguinea. 4) Xiphosoma Wagl., Schuppen glatt, mit Lippen- gruben. X. caninum Wagl., Hundskopfriesenschlange. Nördl. Südamerika. Bobak, s. Arctomys. Bobba, Meerbrassengattung, s. Box. Bobolink, Paperling, s. Trouviale. Boccamele, s. Mustela. Bock, entweder Bockkäfer oder Männchen der Rehe, Ziegen, Antilopen u. s. w. Bockantilope, s. Calotrag-us. Bocken = Brunstzeit der Schafe. Bockerle = Moorsclmepfe. Bockkäfer, Cerambycidae, Capricornia, Longicornia. Familie der Cryptopentamera. Langgestreckte Käfer mit vorragendem Kopf, meist körper- langen oder noch längeren, gewöhnlich llgliedrigen Fühlern (deren erstes Glied gross, zweites Glied kurz), kräftigem Oberkiefer, meist langen, schlanken Beinen. Be- sitzen fast durchwegs einen Tonapparat, mittelst dessen sie einen Zirpton erzeugen (die Vorderbrust reibt mit dem Hinterrande auf feinen Querrillen der Mittelbrust). Die langgestreckten Larven mit hornigem Kopf leben meist im Holze. Man kennt über 70U0 Arten, die meisten aus Südamerika. Gattungen: L Ceramby citae, Kopf geneigt, Vorderschiene auf der Innenseite ohne Furche. Gruppe: Prionini mit queren Vorderhüften: l)Prionus Fabr. — Gruppe Cerambycini mit kugeligen Vorderhüften. 2) Spondylis Fabr. 3) Tetropium Kirby. 4) Callidium Fabr. 5) Rosalia Serv. 6) Hylotrupes Serv. 7) Aromia Serr. 8) Cerambyx L. 9) Clytus Laich. 10) Molor chus Fa6r. 11) Purpuricenus A'sc//. — Gruppe Lepturini mit hinter den Augen halsartig verengtem Kopf. 12) Rhagium Fabr. 13) Toxotus Serv. 14) Pachyta. 6'erü. 15) Leptura L. 16) Grammo- ■^iexB, Serv. 17) Necydalis Z. — II. Lamiitae, Kopf vorne vertical abfallend; Vorderschienen auf der. Innenseite mit einer schiefen Furche. 18) Acanthocinus Steph. 19) Lamia i^a/>r. 20)Dorcadion Dalm. 21) Saperda Fa&r. 22) Oberea Mur. u. V. a. (ianglbauer, Bestimmungstabellen. Wien 1882—83. Bodenrenke = Weissfelchen, Coregonus fera Jur. Bodru, s. Bothrops. Böden, tabulae, s. Korallen. Böhmer, Name für den Bergfink und den Seidenschwanz. Böhmerwaldvieh, kleines Weiderindvieh im südlichen Böhmerwalde. Böhmisches Vieh, kleines braunrothes Rindvieh der Voigtländerrasse. Böhmle — Bolinidae. 113 Böhmle = Rothdrossel. Boelan, einheimischer Name für Paradoxurus musang Gray, Musang, einen Rollmarder auf den grossen Sundainseln. Bölle = Wasserhuhn. Böllhuhn = Wasserhuhn. Börsenthierclien, s. Bursariidae. Boga, Meerbrassengattung, s. Box. Bogenkrabhen, Cyclometopa, Familie der Krab|ben. Der Vorderrand des breiten, kurzen Kopfbrustpanzers bogenförmig; jederseits 9 Kiemen; die Mundwerk- zeuge in einer vorne quer abbrechenden Grube. Ausschliesslich Meeresbewohner, die meisten gute Schwimmer; vermögen aber auch an feuchten kühlen Orten am Lande einige Zeit auszuhalten. Hierher u. a.: Cancer pagurus L., der bekannte Taschenkrebs, Carcinus maenas L. Beide werden gegessen. Portunus pubes L., Xantho rivulosus Risso. Bogensehnahellerche, Alaemon Dupontii, eine Stelzenlerche der Sahara. Boguiarus = Trachypterus arcticus, Spanfisch, 20 cm lang und bloss 2 cm dick , einem Holzspan nicht unähnlich. In den nördlichen Meeren. Siehe Trachypterus. Bohadschia Jäger, Gattung der Seewalzen. Mit 20 Fühlern. Anal- öflfnung öeckig. Boharja, Kaberu, ein Schakalwolf Innerafrikas (Canis simensis). Bohnengans = Saatgans. Bohnenkäfer, Bruchus granarius, auf Pferdebohnen. Bohor, Antilopenart, s. Cervicapra. Bohrassel, Limnoria terebrans Leach (lignorum L.). Aus der Familie der Wasserasseln (Asellidae). Nur 3mm gross, aber eines der schädlichsten Thiere. Die sog. Eisenhölzer etwa ausgenommen, widersteht kein Holz seiner Bohr- arbeit. Es gräbt sich zolltiefe Gänge in die Holzwände und vernichtet dieselben in kurzer Zeit , weshalb man die Holzwände mit Kupfer beschlagen , mit Kreosot tränken oder mit Steinkohlentheer überziehen muss. Bohrüiegen, Trypeta Meig., s. Acalyptera. Bohrilohkrebse, s. Chelura Phil. Bohrkäfer = Anobium. Bohrniuscheln , Pholadidae, Familie der Muschelthiere. Ordnung: Siphoniata, Unterordnung Sin upalli ata. Schale gleichklappig , kuglig oder oval, weit klaffend, ohne Schloss und Band, oft mit accessorischen Platten, Mantel- lappen verwachsen, Fuss kurz, dick, Siphon verwachsen, oft mit Kalkröhren. Gattungen: 1) Pholas L., Bohrmuscheln. Ohne Kalkröhren, Schale cylindrisch. Mit Ph. dactylus L.; Dattelmuschel, gemeine Bohrmuschel; Ph. Candida L., weisse Bohrmuschel; Ph. parva Benn., kleine Bohrmuschel; Ph. cris- pata L., krause Bohrmuschel. Sämmtlich in den europäischen Meeren, die meisten werden gegessen. 2) Xylophaga Tm-t., Holzbohrmuscheln. Schale kuglig, ohne Anhang. 3) Pholadidea Turt. Schale länglichkuglig, mit hornigem Anhang. 4) Teredo L., Schiffbohrwürmer, Pfahlmuscheln. Wurmförmige Thiere mit Kalkröhre. T. navalis L., gemeiner Schiffsbohrwurm; T. nor- vegica Spengl., nordischer Schiffsbohrwurm; T. arenaria Desh. , ßiesen- b Ohrwurm. Alle Bohrmuscheln bohren in Gestein oder Holz; ganz besonders gefährlich aber werden durch ihre Minirarbeit die Schiffsbohrwürmer, welche zu Millionen das Holzwerk der Häfen, die Schiffswände, das Erdwerk der Dämme an- bohren und sie so früher oder später für das Wasser durchlässig machen. Boidae, s. Boaschlangen. Bojaiiusdriise, s. Muschelthiere.* Bojanus'sche Organe, s. Exeretionsorgaue. Bolborhynchus, Gattung der Papageien und zwar der Sittiche. Bolduru, Mongolischer Name des Fausthuhns. Bolinidae, Famile der Rippenquallen, mit schirmartigen Fortsätzen um den Mundpol, lappenartigen Aurikeln. Gattungen: Bolina Hertens, Muemiopsis Ag., Euramphae Gegenb. Knauer, Handwörterbuch der Zoologie. S 114 Bolita — Bondar. Bolita, s. Eupliractus. Bolitobius Leach., Gattung der Kurz flu gl er (s. d.). Bolitochara Monnerh., s. Aleocharini. Bolitoglossidae, Lurchfamilie der Querzähnler, s. Lechriodoiita. Bollenbeisser heissen der Gimpel und der Kernbeisse r. Bolo^neserhund, s. Haushund. Boltenia Sav., s. Ascidiidae. Boluk, s. Pteromys. Bolus, s. Bissen. Boittbardirkäfer, Brachinus crepitans, s. Laufkäfer. Bombinator Merrem.^ Unken, Gattung der Bombinatorina (s. d.)- Proschlurche mit vollständiger, sehr dicker, fast kreisrunder Zunge, Gaumenzälinen innerhalb der inneren Nasenlöcher, Zehen mit Schwimmhäuten , ohne Trommelfell und Paukenhöhle , mit rudimentären oder fehlenden Gehörtuben, ohne Stimmsack, warziger und knotiger Haut. Art: Feuerunke, Feuerkröte, Unke (Bombi- nator igneus Basel), etwa, 4 cm grosse Kröte mit dreieckiger Pupille. Fast in ganz Europa. In stehenden Gewässern, Pfützen, Auslaufgräben. Sehr lebhaft und scheu , überstürzt sich beim raschen Davonhasten , wobei ihre grellfarbige Unter- seite sichtbar wird (Warnungsfärbung). Fortpflanzung im Mai. Der schwache, an- genehme Ruf erinnert an den Ton der Glasglocken. Bombinatorida, s. Froschkröten. Bombinatorina, Unterfamilie der Proschkröten (s. d.). Ohne Ohrdrüsen, mit verbreiterten Querfortsätzen des Sacralwirbels , Zehen mit Schwimmhäuten. Gattungen: Pelobates, Bombinator, Alsodes, Telmatobius,Neobatrachus, Xenophrys, Leiopelma. Bombus Latr., Hummeln, Gattung der Blumenwespen. Gedrungene Hautflügler mit nackten Augen. Auch die Weibchen, die grösser als die Männchen, haben Körbchen, Bürste und Fersenhenkel; die Arbeiterinnen am kleinsten. In den Stigmen des Hinterleibes und der Hinterbrust vibriren eigene Stimmbänder, wodurch der bekannte Brummton entsteht. In Australien fehlen sie. Erwähnt seien: B. terrestris L. , Erdhummel; B. muscorum L., Mooshummel; B. pratorum L., Wiesenhummel; B. hortorum, Gartenhummel; B. lapi- darius i.^ Steinhummel; B. subterraneus L., Höhlenhummel. {Schmiede- ktifcht, Apidae I.) Bombycidae Stephens, s. Spinner. Bombycilla, Seidenschwänze, s. Anipelidae. Bombycinae, Unterfamilie der Spinner. Plumpe, wollleibige Schmetter- linge mit gekämmten Fühlern (beim Männchen die Kammzähne länger), deutlichem Taster , sehr kurzem oder ganz fehlendem Eüssel , starken breiten , in der Ruhe steildachigen Flügeln. Raupen gestreckt, weichhaarig. Puppe in einem Gespinnst über der Erde. Gattungen: 1) Bombyx L. Die Raupen nackt, vorne verdickt, auf dem 11. Ringe mit einem Hörne. Puppe in einem Cocon. Arten: B. mori L., Maulbeerspinner, Seidenspinner. Die Seidenraupe oder der Seidenwurm nährt sich von den Blättern des weissen Maulbeerbaumes. (Näheres unter Seiden- raupen.) 2) Gastropacha Ochs = Lasiocampa Sehr., Glucken, Pilzspinner. In der Ruhe steht bei den dächartig gelegten Flügeln der Hinterflügelvorderrand unter den Vorderflügeln vor. Raupen meist behaart, mit farbigen Streifen. Hierher: G. quercifolia L. , Eichblatt, Kupferglucke; G. pinil/., Kiefer- oder Föhrenspinner, deren Raupe s ehr schädlich ; G. lanestris i>., Birkenspinner, Wollafter, Kirschenspinner, das Weibchen mit grauwolligem After; G. querci L.^ Eichenspinner; G. rubi L., Brombeerspinner; G. populi L.. Pappelspinner; G. crataegi L., Weissdorn Spinner; G. neustria L., Ringel- spinner, klebt seine Eier ringförmig, fest um die Zweige. Bombycipliora garrula = Seidenschwanz. Bombycystomus = Batrachostomus. Bonibyliidae, s. Hummellliegen.* Bombyx L., s. Bombycinae. Bonasia, Bonasa Steph., Gattung der Waldhühner (s. d.). Bonassus = Bison, s. Bos. Bondar, s. Paradoxurus. Bonellia — Borkenkäfer. ]^ 1 5 Bonellia Rolando, Rüsselwürmer, Gattung der Sternwürmerfamilie: Echiuridae. Der Rüssel gespalten, sehr lang und ausserordentlich beweglich. B. viridis Rolando, aus dem Mittelmeer. Schön grüne Würmer, die bis 31 cm tief in den Sand sich wühlen. Die planarienähnlichen Männchen leben in den Leitungswegen des weiblichen Geschlechtsapparates. Bongohund, ein röthlich ledergelber Spitz mit aufrechten steifen Ohren und buschigem Fuchsschwanz, sehr sträubbarem Rückenhaar, durch Schweinfnrth be- kannt geworden. Boiigoziege, nach Schweinfurth eine Ziege der Bongos mit auffallend kurzem, plumpem Leib, schwarz und weiss gefleckt. Bojiite = Thunfisch. Bonto, Walart, s. Inia. Boodoii Dum. Bibr., Gattung der Schlangen, s. Wolfszähner. Boomer, Känguruh, s. Macropus. Bootsohwaiiz, Chalcophanes quiscalus Wagler. Art der amerikanischen Stärlinge. BoiJyridae, Gameelasseln, Familie der Asseln. Körper der Männchen klein, gegliedert, der Weibchen scheibenförmig, imsymmetrisch. Leben als Schma- rotzer in Krebsen, besonders in der Kiemenhöhle. Gattungen: Bopyrus Lafr., mit B. squillarum, Jone Latr., Phryxus lUhke. u. s. w.* Borborus Meiy., Düngerfliegen, s. Acalyptera. Boreale Fauna, s. Fauna. Borele = Doppeliiashoni. Boreus Latr., Gattung der Schnabelfliegen (s. d.). Borkenkäfer, Bostrychidae, Familie der Cryptopentamera. Fühler kurz gekeult, gekniet; der kuglige Kopf tief in das Halsschild eingesenkt. Larven in Holzgewächsen. Der Käfer legt zuerst die sog. Minirgänge an, die nicht mit Brut belegt werden; an diese schliessen sich die Brutgänge an, in die ein oder mehrere Eier gelegt werden; beide dieser Arten von Gängen heissen die Mutter- gänge, während die von den Larven weitergefressenen Larvengänge heissen; das verbreiterte Ende, in dem die Verimppung erfolgt, heisst Wiege. Diese Frassgänge sind nach Richtung und Abwechslung sehr verschieden und für die einzelnen Arten charakteristisch (Loch-, Wagegänge, doppelarmige Wagegänge, Sterngänge, unregel- mässige Gänge). Gattungen: l)Hy lurgus^r.,mit H. piniperda L., Waldgärtner, grosser Kiefernmarkkäfer; H. ligniperda Fab., holzzerstörender Kiefern- bastkäfer; H. minor Hartig ^ kleiner Kiefernmarkkäfer. 2) Bostrychus Fahr. = Tomicus Latr., die Flügeldecken am hinteren abschüssigen Theil (sog. Absturz) eingedrückt und an den Grenzen dieses Eindruckes gezähnt, mit B. stenographus Duft, grosser 12zähniger Kiefernborkenkäfer; B. typo- graphus L. , gemeiner Borkenkäfer, Buchdrucker, grosser Szähniger Fichtenborkenkäfer; B. amitinus Eiclili., Szähniger Fichtenborken- käfer, Lärchenborkenkäfer; B. acuminatus Gyll., scharfzahniger Kiefern- borkenkäfer, B. curvidens Germ., krummzähniger Tannenborkenkäfer; B. laricis Fabr., vielzähniger Borkenkäfer; B. villosus Fabr., zottiger Eichenborkenkäfer; B. bicolor E erbst , kleiner Buchenborkenkäfer; B. bi- dens Fabr., 2zähniger Kiefernborkenkäfer, B. monogr aphus Fair., höck- riger Eichenbohrkäfer; B. dryographus Er., gehörnter Eichenbohrkäfer; B. chalcographus L., 6zähniger Fichtenborkenkäfer; B. dispar Helhc, ungleicher Laubholzborkenkäfer. 3) Piatypus Herbst, Kernholzkäfer, mit PI. cylindrus Fabr., Eichenkernholzkäfer. 4) Xylotherus Er., mit X. lineatus Gyll., Nutzholzborkenkäfer; X. domesticus L., grosser Buchen- holzborkenkäfer. 5) Scolytus Geo/Zr. (Eccoptogaster //«•r?>.s-/), Splintkäfer, mit Sc. destructor, grosser Rüsternsplin tkäfer; Sc. Ratze burgi Janson, Birkensplintkäfer, Sc. multistriatus MarsJ ., kleiner Rüsternsplintkäfer; Sc. intricatus Batz, Eichensplintkäfer; Sc. rugulosus Ratz, kleiner Obst- baumsplintkäfer; Sc. pruni Batz, grosser Obstbaumsplintkäfer, Sc. car- pini Er., Hainbuchensplintkäfer. 6) Dendroctonus Er., mit D. micans Kugh, Wurzelknotenborkenkäfer, grosser Fichtenbastkäfer; D. minimus Fabr., kleinster Kiefernbastkäfer. 7) Hylastes Er., Bastkäfer, mit H. WQ Borkeiithiere —Borstenwürmer. palliatus GyU.^ brauner Bastkäfer; H. trifolii Müll., Kleewurzelkäfer, H. ater Payk., schwarzer Kiefernbastkäfer; H.cani cularius /vöc/(, schwarzer Fichteiibastkäfer. 8) Hylesinus Fahr., mit H. fraxini Fabr., bunter Eschenbastkäfer; H. crenatus Fa&r., schwarzer Eschenbastkäfer. 9)Poly- graphus Er., mit P. pubescens Fahr., doppeläugiger Bastkäfer. Borkenthiere, s. Rythina. Borlasia Oken, der Sealong-worm des englischen Pfarrers und Natur- forschers Borlase. Gattung der Schnurwürmer, Familie Lineidae. Mit ver- längerten Ganglien, deutlichem Kopf ohne Augen. Hierher: B. anglica Oerst = Nemertes borlasii Cuv. = Lineus longissimus Sim. = Cordius marinus Borlase. 2m lang, 'I2 cm dick. Soll Muscheln und Krebsthiere aussaugen. An der englischen Küste. Boriiia = Kellia Tiirfon. Kleine Mittelmeermuschel. Bors = Flussbarscli. Borsten, setae, s. Ariufiisser und Ciliata.* Borsteu, haarförmige Federn, z. B. der Laufvögel, steife Haare der Borst en- thiere u. a. Säuger. S. Säugetliiere (Körperbedeckung). Borstenferkel, s. Aulacodus. Borsteufüsser, s. Borstenwürmer. * Borsteng-ürtelthiere, s. Dasypus. Borstenigel, s. Centetes. Borstenkiefer, s. Chaetognatha Leuck.* Borstenschwänze, Lepismidae. Familie der Thysanura. Körper ge- wölbt, lang gestreckt mit metallisch glänzenden Schuppen bedeckt; Hinterleib mit Mittel- und Seitenborsten. Gattungen: Lepismai., Silberfischchen, mit L. sac- charina L., Zuckergast, in Häusern gemeiner Schmarotzer. Machilis Lutr., Steinhüpfer, mit M. polypoda Lutr. Borstenschwein, Urson, s. Erethizon. Borstenstachelschweine, s. Erethizon. Borstenthiere = Borkenthiere, ;>. Rhytina. Borstenthiere, Schweine, Suina, Setigera. Familie der Paarzeher und zwar der Artiodactyla non ßuminantia. Mit dichtem Borstenkleid, zuge- spitztem Kopfe, rüsselartiger, stumpfer Schnauze, grossen Ohren, kleinen Augen, mit stark entwickelten Eckzähnen (Hauern), dünnem Schwanz. Von den 4 Zehen berühren die innern und die äussern (Afterzehen) den Boden nicht. Gefrässige, unreinliche Thiere , lieben schlammigen Boden. Gattungen: 1) Dicotyles Cuv. Vorderfüsse 4-, Hinterfüsse 8zehig; ^7773; Eckzähne weder aufwärts gekrümmt, noch vorragend. Mit D. labiatus Cuv., Bisamschwein; D. torquatus Cur., Pekari, Nabelschwein. Beide in Südamerika, oft in grossen Trupps. 2) Porcus Wagl. Alle Füsse 4zehig; ^7175. P. babyrussa Wagl., Hirscheber, Molukken. Lebt nach Art unsere Wildschweine. Fleisch wohlschmeckend. 3) Potamo- choerus Gray. Mit warziger Anschwellung zwischen Augen und Schnauzenspitze, ,t;-Y-^ Hauer. P. africanus Gray, Larvenschwein. Südwestafrika. 4) Sus. 7-7-^ Hauer. S. scrofa L., Wildschwein. Lebt in Rudeln von 10 — 30 in wasser- reichen Wäldern Nordafrikas , Süd- und Mitteleuropas , West- und Mittelasiens. Wird sehr schädlich. Von ihm stammt S. scrofa domesticus, Haus- oder zahmes Schwein. Li zahlreichen Rassen. 5) Phacochoerus Cuv., Warzen- schwein. Alle Füsse 4zehig; unter dem Auge ein Fleischlappen; eTlTs- Plumpe, hässliche Schweine, im Alter sehr wild. Ph. Pallasii v. d. Hoev, äthyopisches Warzenschwein; Ph. Aeliani Rupp. Im heissen Afi-ika. Borstenwanzen, Miris Fabr.., s. Blindwanzen. Borstenwürraer, Chaetopoda 5., Borsteufüsser, Rothwürmer. Unter- klasse der Ringelwürmer, vom Werthe der Sternwürmer und Blutegel, doch von grossem Umfange und buntester Mannigfaltigkeit; Polynoe squamata ist gewissermassen der entwickeltste Vertreter der Gruppe , an welchem die Nomen- clatur ziemlich vollständig stu.dirt werden kann. Die Borstenwürmer besitzen einen langen, walzlichen, am Bauche meist plattgedrückten Körper, der eine deut- Borstenwünner. 117 liebe üussei-e Gliederung in „Somiten" oder „Protozouiten" zeigt, wobei die innnere Gliederung der Organe der äusseren oder einem Complexe der äusseren (den Segmenten) entspricht; an der Grenze zweier derartiger durch eine zarte Haut verbundener Ringe treten häufig auch ins innere Körperlumen Scheidewände (Disseptimenta), so dass dadurch hintereiuanderliegende Kammern entstehen; manchmal werden durch Längsscheidewände auch Läno-skammeni crebildet. Die Glieder sind unter sich ungleichförmig (heteronom) und gestatten einen Jvopf, den Körper u.nd den Schwanz zu unterscheiden, und in diesen Theilen wieder als Somite: 1) den Kopflappen, Prä- oder Prostomium Huri., mit verschiedenen Anhängen; so zählen hierher gegliederte Fühler (Antenn ae) an der Oberseite und ungegliederte Taster (Palpi) an der Unterseite desselben; die auch als super o- laterale und inferolaterale Prästomialcirrhen gedeutet werden; dazu kommt noch ein Stirnfühler (Prästomialtentakel); 2) das Mundsegment oder Peri- stomium HuxL, mit den sog. Fühlercirrhen (Cirrhi tentaculares); 3) die Körpersegmente, deren man oft über 100 zählen kann, die unter sich homonom erscheinen und im Alter durch intercalares Wachsthum an Zahl stetig zunehmen: als Anhänge treten die Pussstummel (Paropodium) auf mit den Paru- podialcirrhen; man unterscheidet von jenen wieder Rückens tum mel (Noto- podium, Ramus dorsalis), die hämal oder dorsal gelegen sind, und Bauch- stummel (Neuropodium; Ramus ventralis), die neural oder ventral ge- legen sind. Sie zeigen die mannigfaltigste Bewaffnung und Ausstattung mit festen Hautanhängen aller Art; 4) das Schwanzsegment (Pygidium), das zu- hinterst am Körper gelegene Segment mit den Aftercirrhen . Die Haut ist mehr- schichtig; die Cuticula besitzt zahlreiche Poren, durch welche die Hautanhänge hindurchtreten; sehr häufig ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Flimmerung einzelner Körperstellen, insbesondere sog. Flimmerstreifen zu beobachten; aber auch Schleimdrüsen (Clitellum) münden in derselben aus. Neben solchen finden sich von Hautanhängen insbesondere Haargebilde, welche alle nur erdenk- lichen Formen annehmen können und zur Charakteristik der Gattungen etc. An- haltspunkte geben. Sie stehen insbesondere zahlreich an den Fussstummeln oder. Avo solche fehlen, in 1- oder 2zeiligen Gruben am Körper oder auch in besonderen Hautaussackungen (Trichophoren), und ragen weit nach aussen \ox oder stehen auf besonderen Höckern; die verschiedenen Arten der Borsten sind durch einen besonderen Muskelapparat beweglich und bündelweise um eine spitze Stachel- borste oder Stütznadel (Griffel, Aciculum) gruppirt; oft stehen sie in Kämmen (Torus), oft stecken sie in der Haut zerstreut (Perichaeta). Als besondere Formen unterscheidet man Haar- (Capillares, Festucae), Haken-, Spiess-, Sichel-, Pfeilborsten, dann plattgedrückte messerförmige mit Griff undKlinge (Paleae), sowie gegliederte sog. Glied er borsten; überdies Nadeln, Stacheln und durch Verwachsung der Haare entstandene Ruderplatten und Schuppen (El ytra), die der Haut, so wie der echte Haarfilz, ein sammtartiges bis metallisches Aussehen verleihen. Endlich sondern manche Borstenfüsser auch häutige oder kalkige Röhren ab, oder verkitten Sandkörnchen und Muscheltheilchen mittels abgesonderten Schleims zu Röhren, die durch ein Verschlussstück (Operculum) geschlossen werden können. Unter der Hypodermis liegt der Muskelschlauch, der äussere Ring- und innere Längsmuskeln enthält, die streifig dorsal und ventral verlaufen und durch Querfasern verbunden werden. Histologisch sind sie sehr verschieden entwickelt, gestreift oder streifenlos, kernhaltig oder kernlos. Die Bewegung ist meist ein Kriechen, wobei die Fussstummel als Stütze dienen; manchmal auch ein Rudern oder Schwimmen, wobei Flossen oder Ruder sis Cojh, Gruppe der Klapperschlangen, mit getheilten Schwanz- schildern, ohne Klapper. Körper walzenförmig, mit 2 Nasenschildern. Botlirops Wagl., Gattung der Grubenottern (s. d.). Botia == Cobitis taenia, Steinbeisse r. Botryllidae, Familie der Synascidiae. Stock rindenartig, gallertig; Cöno- bien rund oder sternförmig mit 6 — 20 Einzelthieren. Gattungen: Botryllus Gärtn., Botrylloides Edw. u. s. w.* Botrylloides M. Edw., s. Botryllidae. Botryllus Gärtn., s. Botryllidae. Botrytis Bassiaua, Muscardine. Krankheit der Seidenraupe (s. d.). Bott = Elritze. Bottola, italienische Benennung der Flussgrundel. Botys Latr., Gattung der Zünsler (s. d.). Bougamvillea Lese. (Margeiis Steenstr., Hippocrene Mertens), Gattung der Tubularidae (Hydromedusenfamilie). Die Polypenstöcke bäumchenförmig, die einzelnen Personen mit bloss einem Tentakelkranz, in eine Becherkapsel zurück- ziehbar. B. ramosa van, Beneden, in der Nordsee häufig. Boulogiier Tieli, gewöhnlicheres, leichtes, flandrisches Eindvieh. Bouloiiiiaise-Pferd, kräftiger französischer Traber. Bourboiier Yieh , mittelgrosses , gelbgefärbtes , französisches Zugrind von Bourbonais. Bovina, s. Rinder. Box (Boops) Cuvier, Bo'ga, Bobba. Gattung der Meerbrassen (s. d.). Mit nur einer Eeihe breiter, an den schneidenden Eändern gekerbter Zähne, sehr langem Darm. Arten: 1) Box vulgaris Cuvier. Olivengrün bis dunkelblau mit prächtig goldiger Bändei-ung. Sein Fleisch sehr wohlschmeckend. 2) B. salpa Box-Dogge — Brachyceros-Rasse. 121 Zinne. Grösser, mehr plattgedrückt, mit schwarzem Fleck an der Brustflosse. Beide im Mittelmeer gemein, sollen nur von Tangen und Algen leben. Box-Dogge, stumpfschnauzige , kräftige Spielart der englischen Dogge mit stark entwickeltem Schädel, glatt anliegendem, kurzem Haar. Boxer = Bulldogg. Brabanter Huhn, gewöhnlich silberig, goldig oder gemsefarben getupftes Huhn mit raupenhelmartiger Haube. Brabanter Pferd, ein Schlag der Plamländer Rasse. Brachamsel = Kibitzregenpfeifer (Charadrius). Brachelytra Latr. = Kurzflügler (Staphylinidae). Bracher = Brachvogel. Brachfrosch = Thaiifrosch. Brachheiiiiel = Goldregenpfeifer (Charadrius). Brachhühnchen = Goldregenpfeifer. Brachhuhn heisst der Brachvogel (Numenius) und der Triel (Oedi- cnemus). Brachia, Arme, s. Haarsterne. Brachialla, s. Haarsterne. * Brachialplatten, Armplatten, s. Schildkröten. Brachiata J. Müll, (brachium, Arm), s. Tafellilien. Brachiella Cur., Gattung der Armlauskrebse (Lernaeopodidae), mit langen hinteren Kieferfüssen (die nur am Ende verwachsen sind), dünnem, walzigem Vorderkörper. Brachinini, Gruppe der Laufkäfer (s. d.). Brachinus Weber, Bombardirkäfer. Gattung der Laufkäfer (s. d.). Brachiolaria, s. Stachelhäuter. Brachionidae, Familie der Räderthiere. Mit breitem, schildartigem, ge- panzertem Leib, zwei- oder mehrfach getheiltem Räderorgan. Br. Bakeri 0. Fr.MiW. Brachionocephalia = Arnifüsser. Brachionus, s. Brachionidae. Brachiopoda Dum. (brachion Arm, pous Fuss), s. Armfiisser.* Brachkäfer, Rhizotrogus solstitialis L., s. Blatthornkäfer. Brachlerche heisst die Feldlerche und der Brachpieper. Braclipieper, s. Anthus und Bachstelzen. Brachschnepfe = Brachvogel. Braclischwalben, Glareola, s. Charadriidae. Brachsen, 8. Abramis. Brachsener = Brachsen. Brachsenniakrelen, Brama Risso, s. Makrelen. Brachsniann — Brachsen. Brachstelze = Brachpieper. Brachvögel, Numenius, s. Sclinepfenvög'el. Brachycephale, Schädel, s. Mensch. Brachycephalida, Familie der Spitzfinger-Froschlurche (s.d.). Ohne Oberkieferzähne. Mit unvollständig entwickeltem Gehörorgan, ünterfamilien : Phry- niscina, Brachycephalina. Brachycephalie nennt man die im Verhältniss zur Länge auffallende und unverhältnissmässige Breite eines menschlichen Schädels. Nach Dieterici wären von 1288 Millionen Menschen 262 Mill. Breitschädel. Am stärksten ausgeprägt sind Breitschädel bei Indianern in Amerika (103 — 93) , bei Lappen (85) , Bayei-n, Schwaben (84) , Finnen und Indo-Chinesen (83). Brachycephalina, Unterfamilie der Brachycephalida (s.d.). Ohne Ohr- drüsen. Mit verbreiterten Quei-fortsätzen des Sacralwirbels. Zehen ohne Schwimm- häute. Gattungen: Brachycephalus, Nannophryne, Hemisus. Brachycephalus Fitzinger, Gattung der Brachycephalina (s. d.). Glatt- häutige Froschlurche mit vollständiger, länglicher, elliptischer Zunge, rudimentärem, kaum sichtbaren letztem Finger, ohne Kiefer- und Gaumenzähne, ohne Trommelfell und Trommelhöhle, mit knöchernem Rückenschild. Eine Art aus Brasilien bekannt. Brachycera =: Orthocera, s. Kurzhörner.] Brachyceros-Rasse, s. zahmes Kind. 122 Brachycerus — Brachyurus. Brachycerus Fabr., Gattung der Rüsselkäfer. Brachycraniou Co/)e = Atractaspis corpulentusffaZ^.,s.Atractaspidmae. Brachydectes Cope . fossile Lurcligattung der Schmalköpfe (Micro- sauria). Steinkohlenzeit. Brachyderes Schönh., Gattung der Rüsselkäfer (s. d.). Brachyiiieles Dum. Bihr., Gattung der Sandechsen. Br. Bonitae Dum. Bihr. Von den Philippinen. Brachymerina, ünterfamilie der Hylaplesida (s. d.). Froschlurche ohne Ohrdrüsen, mit nicht verbreiterten Querfortsätzen des Sacralwirbels, ohne Schwimm- häute. Gattung: Brachymerus. Brachyiiieriis Smith, Gattung der Brachymerina (s. d.). Ziemlich kräftig gebaute, glatthäutige Froschlurche mit schmalem, kurzem Kopf, kurzen Gliedmassen, ohne Kiefer- und Gaumenzähne, mit länglicher, schwach eingeschnittener Zunge, sehr kleinen Gehörtuben, verborgenem Trommelfell, nicht stark verbreiterten Quer- fortsätzen des Sacralwirbels, ohne Schwimmhäute. Nur eine Art bekannt. Brachymetropie = Kurzsichtigkeit. Brachyinys H. v. M., fossile Gattung der Siebenschläfer. Aus dem Miocän. Brachyops Owen, fossile Lurchgattung der Frosehsaurier (Labyrinth- odontia vera). Brachyotus dasycnemus = Teiclifledennaiis. Brachyotus palustris = Sumpfeule. Brachyphylla Gray, Gattung der Fledermäuse und zwar der Familie Blatt nasen. Das eiförmige Nasenblatt von einer hinteren Grube umgeben, Zunge lang, Unterlippe mit dreieckiger Spalte. B. cavernarum Graij. Auf Cuba. Brachypoda Gray (Procyonida Girard, Subursina Blamv.), Unterfamilie der bärenartigen Raubthiere. Brachyprorus Cabanis, Gimpelheher. Gattung der Raben und zwar der Unterabtheilung Seh weif krähen (Glaucopinae). Breitgeschwänzte Raben mit kugeligem Schnabel. Hierher der Grauling (Br. cinereus Cabanis). Für die Nadelwälder des südlichen und östlichen Australien charakteristisch. Brachyptera = Kurzflügler, Staphylinidae. Brachypterus Kug., Gattung der Glanzkäfer (s. d.). Brachypus Fitz., Kurzfüssler, Gattung der Seitenf altler (Ptycho- pleurae). Brachypus murarius = Mauersegler. ^raclijSOmiL Günther, Gattung der Prunkottern (Elapidae), mit B. dia- dema Fitz. Brachystoma = Brachyprorus. Braehytarsi, s. Lemurida. Brachytarsus Schönh., Gattung der Rüsselkäfer (s. d.). Brachyteles Spix., Eriodes Geoff., s. Ateles. Brachyura, Familie der insektenfressenden Fledermäuse und zwar der Glattnasen. Der Schwanz ragt mit der Spitze aus der Zwischenschenkelhaut hervor. Mit den Gattungen: Mystacina Gray und Noctilio Geoff r. Brachyura Xa^r., Krabben. Kurzschwänzige Krebse. Hinterleib kurz und verkümmert , ohne Schwanzflosse , gegen die vertiefte Unterseite der Brust hineingeschlagen, zugespitzt (Männchen) oder breit (Weibchen), mit 1 — 4 Afterfuss- paaren. Entwicklung mittelst Zoea und nachfolgender Megalopaform. Unter- gruppen: Rückenfüsser, Notopoda; Rundkrabben, Oxystomata, Oxy- rhyncha; Bogenkrabben , Cyclometopa; Viereckkrabben, Catometopa. Brachyurus Spix., Kurzschwanzaffen, Gattung der Pithecidae. Kurz- schwänzige lockerhaarige Affen mit sehr stark seitwärts stehenden Nasenlöchern, breitem Gesäss, schmalen langen Nägeln. Sehr empfindliche Thiere, die in ihrem Aeusseren an die Faulthiere erinnern. Arten: 1) Cajao (Brachyurus melaneo- cephalus Humboldt). 60 cm (15 auf den Schwanz). Glänzend gelbbraun. Zuerst durch Humboldt bekannt geworden. Ecuador, Neugranada, nordwestl. Brasilien. 2) Uakari (Brachyurus calvus Geoffr.). 49 cm (9 auf den Schwanz). Fahlroth- gelb mit scharlachrothem Gesicht kurzgeschorenem Kopfe, langbuschigem Körper- haar. Peru, Para. Brachyurus— Brancliiopoda. 1 23 Bracliyiirus Tlmmb., Gattung der Sperlingsvögel. Bracke, französischer Hühnerhund. Bracken heisst das alljährliche Ausmustern kränklicher oder sonst nicht ge- eigneter Schafe (Brackschafe) aus den Zuchtschäfereien. Brackschaf, s. Bracken. Brackwasserfauua, s. Fauna, Brack« asserflsche, s. Fische. Brackwelse, Bagrus Bleek, s. Welse. Brackwespeu = Braconidae. Bracoiiidae, Familie der Entomophaga. Fühler lang, vielgliedrig; erste Cubitalzelle und dahinterliegende Discoidalzelle getrennt; zweite meist gross. Leben meist auf Käferlarven. Gi-attungen: Bracon Fabr., Eogas Nees, Agathis Ltr., Microgaster Ltr., Stephanus Jiir., Aphidius Nees u. s. w. Bradybates Tsckudl, Gattung der Mecodonta (s. d.). Sehr plumpe, kurz- gedrungene Molche mit sehr kleiner, warzenförmiger, mit ihrer ganzen Unterseite angewachsener Zunge , 4zehigen Vorder- , 5zehigen Hinterfüssen , nicht sicht- baren Ohrdrüsen, kurzem, sehr dickem, an der Basis beinahe drehrundem, in der Mitte deutlich plattgedrücktem, am Ende abgerundeten Schwänze, oben und unten mit Hautsaum. Die wenigen Gaumenzähne stehen in zwei geraden, kaum bis zum hinteren Eande der äusseren Nasenlöcher vorrückenden Reihen. Einzige Art: Bradybates ventricosus Tschudi. Bisher ein einziges Mal in Spanien gefunden. Bradylanus = Stenops, Plumplori. Bradypoda, s. Faulthiere. Bradypus I liger, Dreizehenfaulthiere, Gattung der Faulthiere. Mit Szehigen Füssen und langen Sichelkrallen, 8 oder 9 Halswirbeln, von welchen 4 die Lendengegend bilden. Arten: 1) Kapuzenfaulthier (B. cucuUiger Wagler). 59 cm, Schwanz 5 cm. Das lange Haar chocoladebraun , weisslich gefleckt, mit dunklem Rückenstreifen ; gelbliche Haare um das S'^.hwärzliche Gesicht ; eine dichte Haarperücke um den Kopf. Venezuela, Guiana, Brasilien. 2) Ai, Ai-Pereca (B. tridactylus Cuvier). 50 cm, Schwanz 4 cm. Gelbgrau oder citronenfai-big mit bräunlichem, beiderseits weissgesäumtem ßückenstreifen und gelblichweisser Stirn- binde. Ebenda. 3) Kragenfaulthier (B. torquatus Olfers). Grösser. Mehr graubraun mit kohlschwarzer Binde am Nacken und Hals. Peru, Amazonenstrom. Alle Faulthiere zeichnen sich durch eine ganz besondere Lebenszähigkeit aus , die sie schwerste Verwundungen ertragen lässt. Ihrer verwachsenen , zu Haken ge- wordenen Gliedmassen wegen können sie weder gehen , noch klettern , sondern be- wegen sich, indem sie sich an den Aesten forthaken. Ihre Gliedmassen können sie ganz auffallend verdrehen. Ihr Auge blickt eigenthümlich wehmüthig darein. Knospen, Blüthen, Früchte bilden ihre Nahrung. Bräsam = Brachsen. Brahmaputra oder Brahinahühner, grosse, sehr fruchtbare, leicht eingewöhn- bare, wohlschmeckende Hühner mit ofachem Kamm. Aus Asien zuerst nach New- York (1846) und von da aus weiter verbreitet. Man unterscheidet helle und dunkle Brahmas. S. Haushuhn. Brama Risso., s. Makrelen. Bramatherinm Lydekker, s. Camelopardalida. Branchellion r. Bernden, Gattung der Blutegel (Hirudineae). Interessante Würmer mit blattartigen Seitenanhängen , welche nicht Blut saugen, sondern bloss vom Hautschleim ihres Wirthes leben. Branchiae, Wasserlungen, s. Seewalzen. Braiichialsipho, s. Muschelthiere. Branchiata, s. Abranchiata und Anallantoidica. Branchiata aut. (branchia Kiemen), s. Polychaetae Grube. Brauchiobdellidae, s. Kiemeueg-el. Brauchiocardiacalrianen, s. Schaleukrebse. Brauchionidae, Familie der Räderthiere. Räderorgan 2- oder mehrtheilig; Körper breit, gepanzert, schildförmig; Fuss kurz, meist geringelt. Gattungen: Branchionus Hill., Lepadella Vinc, Colurus Ehrenb. u. s. w. Branchiopneusta, s. Basommalophora» Brancliiopoda Br. (branchia Kiemen, pous Fuss), s. Kiemenfüsser.* ■J24 Branchiopocliden— Braunenechsen. Brancliiopotliden (Brancliiens M. Echo.), Familie der ßlattfüsser (Phyllopoden). Mit zangenartigen hinteren Antennen, ohne Mantelduplicatur, mit gestielten Augen, 11 — 19 Beinpaaren. In stehendem Süssgewässer oder in Salzsoolen. Gattung: Branchipus M. Ediv. S. Artemia. Braiichiostoraa Costa = Amphioxus Varrel. Branchiiila Ben., s. Moosthierchen. Brancliiura C/., Unterordnung der Ruderfüsser, und von den eigentlichen (Encopepoda) verschieden durch das zu einem Saugnapf umgewandelte erste Kieferfusspaar und die Gestalt der Schwimmbeine. Sie werden oft zu den Blatt- füssern, oft zu den Fischläusen gestellt, stimmen aber mit keiner der beiden Ord- nungen überein. Der Körper wird von einer Rückenschale bedeckt und besitzt über der Mundöffnung eine Saugröhre mit gesägten Ober- und stiletförmigen Unterkiefern und oft (Argulus) noch einen einziehbaren Stachel, in den eine Gift- drüse ausmündet. An den Seiten des Mundes befinden sich Klammerorgane , ins- besondere ist das erste Kieferfusspaar in eine Haftscheibe umgewandelt. Die Bi'ustbei'ne besitzen viele Grundtheile und 2 lange beborstete Aeste, und sind somit als Schwimmbeine anzusehen. Das Nervensystem besteht aus einem grossen Gehirn und 6 Ganglienknoten und innervirt ein Slappiges Medianauge und 2 grosse seitliche, zusammengesetzte Augen. Der Darmcanal ist weit verästelt, besitzt Leber- anhänge und einen geraden Enddarm, der am Grunde der breiten Sehwanzflosse ausmündet. Das Herz ist langgestreckt, mit Seitenspalten und Aorta versehen. Die Athmung besorgt die ganze Körperoberfläche, insbesondere aber erscheinen die Schwanzanhänge (Furcalplatten) sehr blutgefässreich und fungii'en als Kiemen. Die Geschlechter sind getrennt , die Hoden liegen unter der Schwanzflosse. Die Eier werden an fremde Gegenstände im Wasser abgelegt und die ausschlüpfenden Jungen durchlaufen eine Metamorphose. Man kennt nur eine Famile: Argulidae, Karpfenläuse. Literatur: Leydui in Zeitschr. f. wissensch. Zool. II. 1850. Heller in Sitzungsber. Akad. Wien. XXV. Claus in Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXV. 1875.* Branciii, italienischer Name des Seebarsches. Brandente, s. Höhlenenten. Brandeule == Sumpfeiile. Brandliiik = Karmingimpel. Brandfuchs, s. Canis mid Fuchs. Brandg"ans, s. Höhlenenten. Brandhorn, Murex brandaris L., s. Wulstschnecken. Brandkauz = Waldkauz (Symium). Brandmaus, s. Mus. Brandmeise — Kohlmeise. Brandseeschwalbe, s. Actochelidon. Brandtauhe (Geotrygon Gosse), Columba criniger Piicheran. Schöne Taube von den Suluinseln. Brandvogel = Trauerseeschwalhe. Brandweih = Rohrweih (Oircus). Branta = Bemicla, Meergänse. Brauten heissen die Füsse des Bären. Brasilianische Suhregion, s. Thiergeographie. Brassem = Brachsen, Brassen. Brassen, s. Abramis. Brasser = Brachsen. Brassler =^ Grauammer, Emberiza miliaria. Brassolidae, Familie der Tagfalter. Grosse schöne Schmetterlinge Süd- amerikas. Gattung: Caligo Hb., auf der Rückseite grosse Augen. Bratfisch, Aland = Gängling. Brauerpferde, die grössten und schwersten Pferde. Braula Nitzsch, Kammfüsse, s. Bienenläuse. Braulidae, s. Bienenläuse. Braunelleu, s. Accentor. Braunellert = Braunkehlchen. Braunenechsen, Ophryoessa ^oii?. Gattung der Baumagamen. Wechseln Brauner Adler— Bremsen. 125 gereizt die Farbe, blasen die Halsfalte auf und vollführen mit dem Kopfe eigen- thümliche nickende Bewegungen. Brauner Adler = Steinadler. Brauner Geier = Kutten- oder Mönchsgeier. Braunfiuk = Feldsperling. Braunflsche, s. Phocaena. Braunkelilclieu, Pratincola Koch, s. Turdidae. Braunkopfente = Moorente, Fuligula nyroca. Braunreiher = Purpurreiher. Braunspatz = Feldsperling. Brauuvieh, s. zahmes Kind. Braunwale, s. Phocaena. BraunwurzMattschaber, Cionus scrofulariae. Rüsselkäfer in ganzen Trupps auf der Baumwurz. Braunwurzblattwespe, Allantus scrofulariae L., s. Blattwespeu. Brausehahn = Kampfläufer (Machetes). Brautenten, Aix Boie, s. Enten. Brautkleid, s. Hochzeitsfärbung. Braxer = Brachsen. Brechen nennt der Jäger das Wühlen der Wildschweine. Brechites, Aspergillum, s. Gastrochaenidae. Brechung = Brachsen. Bredas, Krähenschnabel, belgisches Huhn ohne Kamm. Bregenzerwald-Yieh, einfarbiges Gebirgsrind. Bregmaceros Maclellandii , die einzige Schellfischart (Meerbusen von Ben- galen) der heisseu Zone. Breitbleck = Riemling. Breitböcke, Prionini, s. Bockkäfer. Breitbrustklapper, Stemotherus Beil., Gattung der Lurchschildkröten. Breitbrustschildkröten, Platysternon Gray, Gattung der Sumpfschild- kröten. Breitenburger Vieh, schweres, buntscheckiges, holsteinisches Milchrindvieh. Breitflug-er-Froschlurche, s. Platydactyla. Breitfisch = Döbel. Breitflügler, Megaloptera Burm., s. Florfliegen und Ameisenlöwen. Breitköpfe, Fischgattung, s. Platycephalus. Breitköpfe, s. Bellophis. Breitkrebse = Bärenkrebse. Breitling = Sprotte. Breituasen, s. Platyrrhini, Neuweltsaffen. Breitohren, Synotus Keys, und Bl. (s. d.). Breitschädel = Uroppe. Breitschnabelente = Löffelente. Breitsclnvanzloris, Domiceila Wagl., s. Loris. Breitschwanzschaf, Ovies aries platyura, Schafrasse mit charakteri- stischer Rammsnase, breiten, schlaffen Ohren, bald fetterem, bald dünnerem Schwanz. S. Hausschaf. Breitschwanzschuppenthier, Manis laticaudata Illiy. Indien. Breitschwanztauben = Pfauentauben. Breitstirnstier, Bos frontosus. Ausgestorbener Wildstier, nach Nilson der Stammvater des norwegischen Bergrindes, nach Rütiniei/er mit dem Vorwelt- stier und dem Langstirnstier Stammvater unseres Hausrindes. Breitstinnvombat, Phascolomys latifrons. Breitzeher, s. Platydactylus. Bremen, s. Bremsen. Bremer Vieh, milchreicher, gescheckter Schlag des friesischen Rindes. Bremsen (Bremen), Tabanidae, Familie der Cyclo cera. Larven mit weichhäutigen , einziehbarem Kopf; Saugrüssel seitlich zusammengedrückt , beim Männchen stiletlos. saugen Blut. Gattungen: Tabanus L., Viehbremsen, mit T. bovinus L., Rinderbremse. Die Larven in feuchter Erde, im Sande, unter \2Q Bremsenassel — Brombeerfalter. verwesendem Laube. Die grossen Fliegen lauern auf Weiden, Strassen auf Pferde und Rinder. Chrysops Mj/., Blindbremsen. Chr. caecutiens L., gemein, setzt sich gerne auf die Wurzel der Pferdemähne. Haematopota Mg. mit Ht. pluvialis L., Regenbremse. Hexatoma Meig. mit H. bimaculata Fabr., seltener, an Bächen, geht auch den Menschen an. Bremsenassel = Fisehassel (Cymothoiden). Brenner nennen die Landleute mehrere Blüthenstecher (Anthonomus), welche das Bräunen der Knospenschuppen der Obstbäume verursachen. Brennhaare, Nesselhaare, Gifthaare. Hohle, mit einer (ameisensäure- haltige Säfte absondernden) Drüse in Verbindung stehende Haare der Goldafter- raupen, Processionsspinnerraupen u. a. S. Insekten. Brenthidae Lafr., Langkäfer, Familie der Cryptopentamera. Stehen zwischen den Rüsselkäfern und Bockkäfern. Der Kopf halsartig eingeschnürt, in einen Rüssel sich zuspitzend; Körper oft sehr gestreckt. Bresem, Bressem, Bresser = Brachsen. Bretagner Tieh, kleinstes, meist schwarzgeschecktes, milchreiches Niederungs- Rindvieh. Bretagnisches Pferd, reines, schwarzes Zugpferd der Bretagne. Bretschneider heissen in manchen Gegenden die Wasserjungfern. Breviceps Merrem, Gattung der Engystomatina (s. d.). Kurzköpfige Froschlurche ohne jede Halsandeutung, mit kleiner Mundspalte, sehr kurzen Glied- massen, ohne Kiefer- und Gaumenzähne, 2nit ovaler vollständiger Zunge, verborgenem Trommelfell, sehr kleinen Gehörtuben, ohne Schwimmhäute. 2 Arten aus Süd- und Westafrika bekannt. Brevipenues, Ordnung der Vögel, s. Kurzflügler. Breynia Agass. und Des., Gattung der Seeigel. Bilateral, mit flachen Ambulacralblättern, auf der Schale sehr grosse Höcker. Australien, Ostasien. Briaraceen Ediv. und H. Unterfamilie der Gorgoniden. Die Kalkkörper der weichen, korkartigen, ungegliederten Achse sind fast durchwegs un verschmolzen. Bricke = Flusspricke (Petromyzon fluviatilis). Briefcouvertstheorie nennt Haeckel ironisch den Versuch von W. His die Anlagen der 2 Gliedmassenpaare auf die Kreuzung von 4 den Körper angrenzen- den Falten, ähnlich den 4 Ecken eines Briefes, zurückzuführen. Brieftaube, s. Felstaube. Brile, englischer Name der Glattbutt (Rhombus laevis Rondel). Brillantkäfer, Entimus imperialis, Art der Rüsselkäfer. Mit präch- tiger, grünmetallischer, irisirender Färbung. Früher im Handel sehr theuer. Brasilien. Brillenalk = Riesenalk. Brillenente (Oedemia), Fuligula perspicillata L., eine Tauchente von Grönland und Island. Brilleng'rasmücke , Silvia conspicillata, Charaktervogel der Mittel- meei'länder. Brilleiikniman, s. Alligator. Brilleukaiman, schwarzer, s. Alligator. Brillenuase = Ziegenmelker. Brillenpiiiguin, s. Pinguine (Spheniscus). Brilleiisalamander, s. Salaniandriua. Brillenschlangen, s. Prunkottern. Brillen-Staryktaucher, s. Alken. Brillenvogel, Diloba coeruleocephala, eine sog. Herbsteule, deren blau- köpfige Raupen auf Schwarzdorn und Pflaumenbäumen. Briscis, Satyr us Briscis, ein flinker, scheuer Tagfalter aus der Gruppe der Aeugler. Brisingidae, Familie der Seesterne. Arme von der Scheibe abgesetzt, mit sehr engem Innenraum. Gattung: Brisinga Äshj. Brissus Klein, Gattung der Herzigel (Spatangid ae). Brixenthaler Vieh, s. Berner Vieh. Bromheerfalter, Thecla rubi L,, s. Bläulinge. Brombeergallwespe — Brustbein. 127 Brombeergallwespe , Diastrophus rubi, erzeugt an den Brombeeren- stengeln die wunderlich gekrümmten Anschwellungen. Brombeerspiuner, s. Gastropacha rubi und Bombycina. Brommeis = Gimpel (Pyrrhula). Bronchialdrüsen, Lymphdrüsen. Bronchien, s. Säugetliiere (Athmungsorgane). Broiichocela, Gattung der Erdagamen. Broiikgaiis = Ringelgaiis. Broiites Fahr., Quetschkäfer, Gattung der Rindenkäfer (s. d.). Broiitotheritleii, elephantengrosse fossile Säuger im Tertiär Nordamerikas mit quergestellten Hörnern vor den Augen. Brook-trout = Salmo fontin alis Miichill, amerikanische Forelle, Haupt- object der künstlichen Fischzucht in Amei'ika. Brosmiiis Ciw., Gattung der Schellfische (s. d.). Brotlieas inaunis, Mohrenskorpion, dunkelbraun, am Bauche gelb; 52 cm. Brotliäfer, s. Anobiuin und Holzbohrer. Brotogerys Vig., Schmalschnabelsittiche, s. Sittiche. Brotolomla Led., Schmetterlingsgattung der Eulen (s. d.). Bruan, s. Ursus. , Bruchdrossel = Drosselrohrsänger. Brucheule = Sumpfeule (Otus). Bruchhalm = Kampfläufer (Machetes). Bruchhühnchen = Teichhulm (Gallinula). Bruchidae, Samenkäfer, Familie der Cryptopentamera. Fühler lang, Kopf verlängert. Gattungen: Bruchus L. , Muffel- oder Samenkäfer mit B. pisi L., dem Erbsenmuffelkäf er, überwintert in den Erbsen; B. seminarius L., gemeiner Samenkäfer, in Bohnen u. s. w., schädlich; Br. lentis i^o//, Linsenkäfer. Bruchrohrsänger, Bradypterus, s. Seidenrohrsänger. Bruchschleichen, s. Auguis. Bruchsclmepfe = Bekassinen (Gallin ago). Bruchwasserläufer, Totanus glareola Temm., s. Schnepfenvögel. Brückenechsen, Rhynchocephalia, Ordnung der Kriechthiere. Siehe Rhynchocephalia. Brüderchen, Mormon fratercula, s. Alken. Brüllaffe, s. Mycetes. Brüllaffe, rother, s. Mycetes. Brüllaffe, schwarzer, s. Mycetes. Brüllen, nächtige Lautäusserung bei vielen Thieren (Löwe, andere Raub- thiere, Hirsch, Ochse, BrüllaflFe, Brüllfrosch). Die Thiere lassen ihr Gebrüll entweder nur zur Begattungszeit oder täglich zu gewissen Zeiten hören. Brüllfrosch, s. Ochsenfrosch. Brüxervieh, kleines milchreiches Rindvieh Böhmens, Brugde, altnorwegischer Name für den nordischen Riesenhai, Selaxe maxima. Brüh = Schweinsaffe, Inuus nemestrinus Geoff'r. Auf Sumatra und Borneo. Die Eingeborenen richten ihn zum Pflücken der Kokosnüsse ab. Brummer = schwarzhlaue Schmeissfliege. Brunft = Brunst. Bruunenkrebs, s. Niphargus. Brunner'sche Drüsen, s. Ernährungfjorg-ane u. Säugethiere (Verdauungsorgaue). Brunskop, Meerschwein = Braunfisch. Brunst, Brunstzeit, der Zustand während der Begattungszeit bei Säuge- thieren. Zu dieser Zeit, die sich bei vielen Thieren auch in äusseren Veränderungen des Körpers kennzeichnet (s. Hochzeitskleid, Hochzeitsfärhung), verrathen viele Thiere eigenthümliche Unruhe, Empfindlichkeit, Appetitlosigkeit, Schreilust, Rauf- lust. Die Brunstzeit und die Brunstdauer ist bei den verschiedenen Thieren sehr verschieden. Siehe Säugethiere, (Geschlechtsorgane und Fortpflanzung). Bru-Samundi = Plumplori. Brust, thorax, s. u. a. WirbeUhiere, Säug-ethiere, Insekten und Gliederfüsser. Brustbein, sternum, s. Wirbelthiere, Säugethiere (Skelet). 128 Brustflossen— Bubalis. Brustflossen, pennae thoracicae, s. Fische. Brustfüsse heissen bei den Gliederfüssern im Unterschiede von den Baucli- füssern die Füsse der Brustsegmente, Brustgürtel, s. Säugethiere (Skelet). Brustlymphgang', ductus tlioracicus, s. Säugethiere (Athmungsorgane). Brustplatten, Pectoralplatten, s. Schildkröten. Brustrankeiifüsser ■= Thoracica. Brustsäcke, cellae thoracicae, s. Yögel (Athmungorgane). Brustschild heisst in verschiedenen Werken: 1) bei den Käfern der obere Theil des auf den Kopf folgenden Segmentes (oder der Segmente); 2) dasselbe bei anderen Gliederfüssern; 3) bei den Krebsthieren die Oberseite des Cephalo- thorax. Brustständige Bauchflosse, s. Fische. Brustwirbelsäule, s. Säugethiere (Skelet). Brnta, s. Zahnarme. Brutapparate, s. Fische. Brutflecken, s. Vögel (Brüten). Brutpflege. Zum Schutze der Eier und Jungen ist mannigfache Vorsorge getroffen. Schon die Eizelle ist durch Hüllen und Schalen geschützt. Wie die Zelle eine Zellhaut absondert, so bildet die Eizelle eine Eihülle, die Dotterhaut. Ausser dieser Dotterhaut kann sich durch Absonderung die Eizelle umgebender Zellen ein Eifollikel bilden, dessen Zellenschicht (Follikelepithel) einschichtig oder mehrschichtig ist und an seiner der Eizelle zugewendeten freien Oberfläche eine erhärtende Cuticularsubstanz absondern kann , so dass um die Eizelle herum eine von Vielen Chorion genannte Hülle entsteht. Durch Absonderung eigener Drüsen können noch andere Umhüllungsschichten des Eies sich bilden. Durch Mitgabe von Nährmaterial (Deutoplasma) im Ei ist weiters für dasselbe vorge- sorgt. Dazu kommen nun mancherlei Schutzvorrichtungen am elterlichen Körper, Vorkehrungen seitens der Eltern. Die Legeröhren und Legestacheln vieler In- sekten , das Bebrüten der Eier seitens der Riesenschlangen , einiger Fische , der Vögel, die Anlage von Nestern und verschiedensten Brutbauen , Wohnräumen für die Jungen , das zeitweise Herumtragen der Eier seitens der Eltern (bei einigen Fischen, Lurchen, Krebsen), das Verbergen der Jungen in den Beuteltaschen bei den Beutelthieren , die Schutzvorkehrungen für die Brut bei den Büschelkiemern, bei der Pipa, bei der Geburtshelferskröte, bei Rhinoderma (s. d.) sind solche Hilfs- mittel und Vorkehrungen zum Schutze der Brut. (Siehe bei den einzelnen Klassen.) Bruttrog, s. Fische. Bryacephala Bronn, (bryon Moos, kephale Kopf), s. Moosthierchen. Bryaxis Leach., Gattung der Zwergkäfer (s. d.). Bryozoa Ehrenh. (bryon Moos, zoon Thier), s. Moosthierchen, Bryssus, s. Brissus. Buansu, s. Canis. Bubaliua = Bubalus, s. Bos. Buhalls Lichtenstein, Haartebeest (Acronotus Gray, Alcelaphus ßlain- ville). Gattung der Antilopen. Klein- und schmalköpfige, grosshufige, afrikanische Antilopen mit doppelt gebogenen, am Grunde ein wenig wulstigen Hörnern, kleinen Thränengx-uben, kleiner Muffel, gequastetem Schwänze, 2 Zitzen. Arten: 1) Ochsen- antilope (A. caama Sunde nie), Kaamaantilope, Haartebeest. Die Stirnleisten fast zu Stirnzapfen umgebildet. Hell zimmtbraun , Schwanzquaste und mehrere Stirnstreifen schwarz, unten heller. Jetzt- am Cap fazt ganz ausgerottet und ins Innere Afrikas verdrängt. Periodisch unternehmen sie in Gesellschaft mit anderen Antilopenarten Wanderungen. 2) Kuhantilope (B. mauretanica Sundevüle), nahe 200 cm, 150 cm hoch. Die Hörner sind einander an der Wurzel und an der Spitze genähert. Ueber den Thränengruben ein Haarbüschel. Rostigbraunroth. Geht den Gegner mit zum Boden gehaltenem Kopfe an ; ist sehr wild und scheu. Nordafrika. 3) Gondo, Gondongo, breithörnige Kuhantilope (B. Lichten- steinii Peters). Die an der Basis doppelt so breiten als hohen, platten, schwarzen Hörner biegen sich zuerst nach hinten und aussen , dann nach oben und innen, endlich im rechten Winkel nach hinten , um dann parallel oder auseinander zu laufen. Glänzend zimmtbraun, unten isabellgeib. Mozambique. 4) Sassaby, Bubalus — Buchstabenkröte. 129 Sassayby (B. lunata Sundeville) der Ochsenantilope ähnlich, mit sehr abschüssigem Rücken. Die Hörner stehen sehr weit auseinander , gehen zuerst auf- und rück- wärts, dann auswärts und wenden sich dann sanft bogenförmig nach innen und etwas nach unten. Tief schwärzlichbraun, unten fahl; vom Scheitel zur Nase ein dunkelbräunlichgrauer Streifen. In waldigen Gegenden Südafrikas. 5) Korrigum, westafrikanisches Haartebeest (B. senegalensis